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Praxisbeispiel
Gestaltung eines Arbeitsplatzes für einen Steinmetz

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat Multiple Sklerose, weshalb er einen Rollstuhl nutzen muss und sein Greifraum sowie seine Motorik eingeschränkt sind. An seinem Arbeitsplatz waren entsprechende Hilfsmittel nötig.

Was wurde gemacht?

Technische Arbeitshilfen versetzten den Mann wieder in die Lage, in seinem Betrieb angemessen zu arbeiten. Für die erforderliche Mobilität sorgt ein dreirädriges E-Mobil.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der schwerbehinderte Mann ist selbstständig und beschäftigt einen Angestellten sowie einen Auszubildenden in seinem Handwerks- bzw. Steinmetzbetrieb. Neben den üblichen Grabsteinarbeiten werden vom Handwerksunternehmen auch kreative Steinarbeiten (Gartensteine für Brunnen, Steinbänke usw.) ausgeführt.

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Der Mann ist an Multipler Sklerose (MS) erkrankt. Behinderungsbedingt ist seine Gehfähigkeit so eingeschränkt, dass er auf die Nutzung eines Rollstuhles angewiesen ist. Außerdem sind sein Greifraum und seine Motorik eingeschränkt.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Steinmetz- und Steinbildhauermeister. Er arbeitete zunächst in seinem eigenen großen Grabmalbetrieb. Nachdem er an Multiple Sklerose erkrankte, verkaufte er seinen Grabmalbetrieb.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Steinmetz- und Bildhauermeister entschloss sich zur Unternehmensverkleinerung und lies ein Fachwerkhaus mit Nebengebäuden zu seinem neuen Kleinstbetrieb umbauen. So entstanden Ausstellungsräume, Büro und Werkstatt. Technische Arbeitshilfen versetzten den Mann wieder in die Lage, in seinem Betrieb angemessen zu arbeiten. Für die erforderliche Mobilität sorgt ein dreirädriges E-Mobil, das die ideale Wendigkeit für Fahrten zwischen den Ausstellungsräumen, dem Büro und der Werkstatt bietet. Gegenüber einem üblichen Rollstuhl, den er zu Hause nutzt, bietet das E-Mobil einige Vorteile. Es ist durch seine Beleuchtung straßentauglich, vom Drehsitz aus ist der Übergang zu anderen Sitzmöglichkeiten leichter und es kann direkt als Sitz bei der Arbeit am Stein genutzt werden. Außerdem wurde eine Rampe zur Überbrückung des Höhenunterschiedes errichtet. Um die Störung der Feinmotorik auszugleichen, wurde der betriebseigene Computer mit einer Software zur Schriftgestaltung ausgerüstet. Bisher wurden die Schriftzüge von Hand auf die Steine übertragen, um dann ausgemeißelt zu werden. Durch das Computerprogramm können die Entwürfe auf einem Plotter als Folie umgesetzt werden, die sich auf den Stein aufbringen und ausarbeiten lassen.

Arbeitsumgebung:

Für Fahrten zwischen Ausstellung, Büro und Werkstatt nutzt der Mann, wie bereits erwähnt, ein E-Mobil. Um mit dem E-Mobil zu den hinteren Gebäudeteilen zu gelangen, war ein Türdurchbruch notwendig. Dem Stil des Hauses angemessen, wurde hier eine Sprossentüranlage installiert, die eine barrierefreie Durchfahrt ermöglicht. Außerdem wurde eine Rampe zur Überbrückung des Höhenunterschiedes errichtet.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Führungsfähigkeit
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Führungsfähigkeit

Referenznummer:

R/PB5292


Informationsstand: 12.11.2007