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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung bei einem Bauunternehmen

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann ist querschnittgelähmt und hat zusätzlich eine Funktionsstörung der Finger und Hände, weshalb er einen Rollstuhl nutzen muss. Behinderungsbedingt sind der Greifraum und das Handhaben von Gegenständen eingeschränkt. Es waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Dem Mann wird ein Computer mit behinderungsgerechtem Zubehör zu Verfügung gestellt. Außerdem wurde der Arbeitsplatz mit ergonomischen Büromöbeln ausgestattet, mit deren Hilfe der Mann seine Arbeiten weitestgehend selbstständig bewältigen kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem zuständigen Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Bei der Firma handelt es sich um ein Bauunternehmen mit vier Mitarbeitern.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist querschnittsgelähmt und hat zusätzlich an einer Funktionsstörungen der Finger und Hände. Er ist auf die ständige Benutzung eines Rollstuhles angewiesen. Die Finger beider Hände können nur teilweise gestreckt werden, das Greifen von Gegenständen und Schreiben ist nur sehr begrenzt möglich. Außerdem ist der Greifraum des auf den Rollstuhl angewiesenen Mannes stark eingeschränkt. Der GdBbeträgt 100. Sein Schwerbehindertenausweis enthält die Merkzeichen B, G, aG, H und RF.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Maurer. Seine Ausbildung zum Bautechniker hat er wegen eines Unfalls abbrechen müssen. Beim Arbeitgeber ist er seit sechs Jahren als technischer Angestellter beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Zum Aufgabenbereich des Angestellten gehört die Erledigung sämtlicher anfallender Büroarbeiten, die Bedienung des Telefons, die Erstellung von Angeboten und die Bearbeitung von Ausschreibungen. Außerdem die Massenermittlung aufgrund von Aufmaßen, das Schreiben von Rechnungen und Briefen sowie die Durchführung von Kalkulationen.
Das Schreiben von Briefen, Angeboten, Rechnungen usw. auf dem PC ist für den Mitarbeiter sehr mühsam und zeitaufwendig. Auch der Zugriff auf Akten, technische Unterlagen und Verbrauchsmaterialien, die in Schränken und Regalen untergebracht sind, ist für ihn äußerst beschwerlich. Ein weiteres Problem stellt das Lochen von Schriftstücken sowie das Eingeben von langen Telefonnummern dar.

Arbeitsumgebung (Istzustand):

Das Büro des Angestellten befindet sich im Kellergeschoss seines Elternhauses, in dem er auch über einen kleinen Wohnbereich verfügt. Den Büroraum im Keller erreicht er über eine überdachte Außentreppe, auf der ein Treppenlift mit Rollstuhlplattform montiert ist. Um zu dieser Treppe zu gelangen, muss er das Haus durch eine Hebe-Kipptür am Wohnzimmer verlassen. Hierzu ist eine Hilfsperson erforderlich, da er das etwa 7 bis 8 cm hohe Bodenprofil an der Tür nicht alleine überwinden und auch die Tür nicht selbständig öffnen kann. Auch das Öffnen der massiven Stahltür zum Keller fällt ihm sehr schwer. Besucher kann der Mitarbeiter überhaupt nicht einlassen, da er die Haustür nur über den zeitraubenden Umweg über die Kelleraußentreppe erreichen kann. Es ist daher notwendig, dass während der Bürozeiten immer noch eine andere Person im Haus ist.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Eine Arbeitsentlastung für den Mitarbeiter wird durch die Steuerung des Computers und die Textverarbeitung durch Spracheingabe erreicht. Ein Flachbettscanner mit einer Texterkennungssoftware ermöglicht das Einlesen von Fremdangeboten oder Ausschreibungen. Weiterhin wird dringend ein elektrischer Locher für den Mitarbeiter benötigt.
Für die Unterbringung von Aktenordnern, Prospektmappen, technischen Informationen, Vordrucken, Schreib- und Kopierpapier ist die Aufstellung eines Büropaternosters erforderlich.

Arbeitsumgebung (Sollzustand):

Um dem Mitarbeiter das selbständige Erreichen seines Arbeitsplatzes zu ermöglichen, ist die Bereitstellung von zusätzlichen Hilfsmitteln notwendig. Im Bereich des Wohnzimmers soll das vorhandene Türelement durch eine 90 cm breite, elektrohydraulisch angetriebene Drehtür mit feststehenden seitlichen Elementen ersetzt werden. Die Ansteuerung des Türantriebs erfolgt von innen und außen über einen Handsender.
Die Kellertür wird ebenfalls mit einem elektrohydraulischen Drehflügeltürantrieb ausgestattet. Zusätzlich ist es möglich, die Kellertür von einem schnurlosen Telefon aus zu entriegeln, um Besucher einzulassen, die sich über eine Türsprechanlage anmelden können.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Schreiben
  • IMBA - Stehen
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Schreiben

Referenznummer:

R/PB5192


Informationsstand: 22.05.2006