Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Die Teamleiterin des Archivs hat Rheuma, insbesondere mit Schmerzen an den Arm-, Hand- und Fingergelenken. Zwar nimmt sie Medikamente, diese führen jedoch als Nebenwirkung zu Schlafstörungen. Sie sollte nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein Heben und Tragen erfordern. Dies war aber teilweise der Fall bei den von ihr auszuführenden Arbeiten.Aufgrund ihrer Erkrankung fehlte sie wiederholt häufiger. Es wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die Arbeitsunfähigkeit und die damit verbundenen Ausfälle zu vermeiden.
Was wurde gemacht?
Es wurde ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) eingeleitet, dem die Mitarbeiterin auch zustimmte. Im Rahmen des BEM wurde gemeinsam nach Maßnahmen gesucht. Sie wurde deshalb zunächst im Krankenhaus auf besser verträgliche Medikamente eingestellt. Im Anschluss erfolgte eine medizinische Reha, in der auch ihre Psyche stabilisiert werden konnte. In Bezug auf Ihre Tätigkeit im Archiv stehen nur noch Führungs- und Verwaltungsaufgaben in ihrem Mittelpunkt und dies auch nur noch in der Frühschicht. Jedoch bleibt sie weiter über eine vereinbarte Kernzeit ansprechbar für alle aus dem Team.
Das BEM wurde durch das Integrationsteam des Unternehmens begleitet und betreut. Unterstützt wurde das BEM-Team durch die von ihm mit einbezogene gesetzliche Rentenversicherung. Während der medizinischen Reha erhielt die Mitarbeiterin ein Übergangsgeld von der gesetzlichen Rentenversicherung als Lohnersatzleistung.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Telefon-Nummer der Deutschen Rentenversicherung.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Telefon-Nummer der Deutschen Rentenversicherung.
Unternehmen:
Es handelt sich um ein Chemieunternehmen.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Die Frau hat Rheuma und damit verbundene Schmerzen an den Gelenken, insbesondere an den Armen, den Händen und Fingern. Sie nimmt deshalb Medikamente ein, die aber als Nebenwirkung auch zu Schlafstörungen führen. Aufgrund ihrer Erkrankung und den daraus resultierenden Beeinträchtigungen sollte sie nicht für körperlich belastende Tätigkeiten, die ein Heben und Tragen erfordern, eingesetzt werden.Bedingt durch sich wiederholende krankheitsbedingte Fehlzeiten wurde ein Betriebliches Eingliederungsmanagement eingeleitet. Im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements wurde ein Antrag auf Feststellung einer Behinderung bzw. Schwerbehinderung gestellt und ihr wurde danach eine Schwerbehinderung zuerkannt.
Ausbildung und Beruf:
Die Frau ist im Archiv des Unternehmens angestellt.Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM):
Aufgrund der krankheitsbedingten Fehlzeiten wurde ein BEM eingeleitet, dem die Mitarbeiterin zustimmte. Zunächst versuchte das BEM-Team gemeinsam mit der Mitarbeiterin und dem betriebsärztlichen Dienst, die Situation in Bezug auf die Nebenwirkungen der Medikamente zu verändern. Sie wurde deshalb von einem Krankenhaus auf andere Medikamente mit einer entsprechenden Dosierung eingestellt, die von ihr besser vertragen werden. Im Anschluss daran erfolgte eine vierwöchige medizinische Rehabilitation in einer Spezialklinik, in der sie auch psychisch stabilisiert wurde. Danach wurden die Arbeitsbedingungen an ihre Beeinträchtigungen angepasst. Als Teamleiterin von zehn Kolleginnen und Kollegen im Schichtdienst gehörten früher zu einem gewissen Anteil noch schwerere körperliche Aufgaben wie das Ein- und Ausräumen von Archivmaterial und das damit verbundene Heben und Tragen von Kisten zu ihren Arbeiten. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen nun Führungs- und Verwaltungsaufgaben, und das auch nur noch in der Frühschicht. Sie bleibt jedoch weiterhin während einer vereinbarten Kernzeit für alle aus dem Team ansprechbar.Schlagworte
- Arbeitgebende |
- Arbeitnehmende |
- Arbeitsaufgabe |
- Arbeitsorganisation |
- Archiv |
- berufliche Rehabilitation |
- Betriebliches Eingliederungsmanagement |
- Büro und Verwaltung |
- Chemie |
- Erwerbstätigkeit |
- Finger-Handbewegung |
- Führungskraft |
- Gelenkerkrankung |
- Good Practice |
- Heben |
- Inklusion |
- innere Erkrankung |
- Körperbehinderung |
- Körperbelastung |
- Körperhaltung |
- Körperhaltung und Körperteilbewegung |
- Medikament |
- Organisation |
- Praxisbeispiel |
- Rehabilitation |
- Rentenversicherung |
- Rheuma |
- Schmerz |
- Schulter-Armbewegung |
- Teilhabe |
- Teilhabe am Arbeitsleben |
- Tragen |
- Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen |
- Verwaltung |
- Vollzeitarbeit
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Handkoordination (rechts/links)
- EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
- ELA - Feinmotorik
- ELA - Heben
- ELA - Reichen
- ELA - Tragen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - Fingergeschicklichkeit
- ERGOS - Handgeschicklichkeit
- ERGOS - Reichen
- ERGOS - statisches/dynamisches Heben
- ERGOS - Tragen
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Armbewegungen
- IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
- IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
- IMBA - Heben
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Tragen
- MELBA - Feinmotorik
Referenznummer:
Pb/111330
Informationsstand: 22.12.2025