Inhalt

Praxisbeispiel
Betriebliches Eingliederungsmanagement bei der Mercedes-Benz Group AG im Werk Kassel

Kurzbeschreibung:

Der Prozess bzw. der Text zur Beschreibung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements beinhaltet die Punkte:

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
- Anlass und Ziel
- Recht
- Verfahrensablauf
- Beteiligte

Eine Beschreibung mit den Einzelheiten zu den Punkten finden Sie unter Langform.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern. Das Werk in Kassel wurde deshalb damals für die Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt) zusammen mit weiteren Unternehmen prämiert. Jedes Unternehmen erhielt eine Prämie in Höhe von 3000 Euro.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummer der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.

1 Unternehmen

1.1 Profil

Die Mercedes-Benz Group AG mit ihrer Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim und ihren weiteren Standorten in Deutschland fertigt mit 172.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Pkw in unterschiedlichsten Varianten und Nutzfahrzeuge bzw. Vans. Zu den Standorten gehört auch Kassel mit einem Werk vor Ort, in dem Vorder- und Hinterachsen produziert werden.

1.2 Unternehmenskultur

Die Mercedes-Benz Group AG ist sich als arbeitgebendes Unternehmen in einer sozialen Marktwirtschaft auch seiner Verantwortung für die Gesellschaft bewusst. Vor allem gegenüber den Menschen, die direkt oder indirekt von der Geschäftstätigkeit des Unternehmens berührt sind, wie beispielsweise Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen, Kundschaft und Nachbarschaft.
Um den Erfolg und die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern sowie die gesellschaftliche Akzeptanz der Geschäftstätigkeit auszubauen, hat sich die Mercedes-Benz Group AG dem Leitbild der Nachhaltigkeit verpflichtet. Dieses umfasst bestimmte Dimensionen der Verantwortung. Zu denen u. a. auch die Verantwortung gegenüber den Menschen, die an der Geschäftstätigkeit des Unternehmens beteiligt oder von deren Auswirkungen betroffen sind, gehört. In diesem Zusammenhang führte das Unternehmen, wie gesetzlich gefordert, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement ein - wie für das Werk in Kassel.

2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Anlass und Ziel
Das BEM ist ein wichtiger Baustein für das Unternehmen, um die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen langfristig zu erhalten. Ziel ist es, sowohl die bestehende Arbeitsunfähigkeit zu überwinden als auch die mögliche erneute Arbeitsunfähigkeit zu verhindern.
Dies bietet Vorteile für alle Beteiligten:
- fähigkeitsgerechte Arbeitsplätze für die Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen, dadurch erhöhte Zufriedenheit bei den Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen
- besserer Anwesenheitsstand für das Unternehmen und dadurch verbesserte Kostensituation
- Aufzeigen von Handlungsfeldern zur kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen
- wichtiger Beitrag zum langfristig fähigkeitsgerechten Einsatz der Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung der Belegschaft
Das BEM ist seit 2006 im Einsatz und unmittelbar aus der jahrelangen Erfahrung mit vorbeugendem Gesundheitsschutz im Unternehmen hervorgegangen.

Recht
Die rechtliche Grundlage des BEM bildet das SGB IX bzw. SGB XI § 167.

Verfahrensablauf
- monatliche Auswertung der Krankheitsfehltage durch die Personalabteilung, wenn die sechs Wochen überschritten werden
- Information der betreffenden Vorgesetzten und Personalbetreuer bzw. Personalbetreuerinnen
- Einladung der Betroffenen zu einem Gesprächstermin mit dem BEM-Team und dem Ziel eine Maßnahmenliste zur Überwindung bzw. Vorbeugung von erneuter Arbeitsunfähigkeit zu erstellen
- das Maßnahmeblatt wird in der Personalakte abgelegt

Beteiligte
Das BEM-Team besteht aus:
- dem bzw. der Vorgesetzten
- dem Personalbetreuer bzw. der Personalbetreuerin
- dem Betriebsrat (BR)
- ggf. der Schwerbehindertenvertretung (SBV)

Bei Bedarf können beispielsweise noch folgende Instanzen hinzugezogen werden:
- der werksärztliche Dienst
- die Betriebskrankenkasse (BKK)
- der Arbeitsschutz
- der bzw. die Ergonomiebeauftragte
- die Sozialberatung
- externe Sozialleistungsträger
- ggf. Arbeitskreis oder Steuerkreis Gesundheit
Die Überwachung der Maßnahmen und deren Abarbeitung erfolgt durch die vorgesetzte Person.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit

Referenznummer:

R/PB5403


Informationsstand: 16.05.2022