Inhalt

Praxisbeispiel
Betriebliches Eingliederungsmanagement bei einem Großunternehmen

Kurzbeschreibung:

Der Prozess bzw. der Text zur Beschreibung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements beinhaltet die Punkte:

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
- Ausgangspunkt
- Ziele
- Prozessablauf
- Mitwirkende BEM-Team
- Qualifikation des BEM-Teams

Anlagen
- Erstes Anschreiben
- Zweites Anschreiben
- Drittes Anschreiben
- Rückmeldebogen

Eine Beschreibung mit den Einzelheiten zu den Punkten finden Sie unter Langform.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummer der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.

1 Unternehmen

1.1 Profil

Das Unternehmen gehört international zu den führenden Unternehmen im Airport-Business. Es bietet sein Know-How und die gesamte Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen im Flughafengeschäft in Deutschland und weltweit an anderen Standorten an. Im Unternehmen sind rund 21.0000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutschlandweit beschäftigt.

1.2 Kultur

Gesundheits- und Arbeitsschutz sind unverzichtbare Bestandteile eines modernen Unternehmens. Wie dies in der Praxis gelebt wird, überprüf das Management durch eine regelmäßige Gesundheitsbefragung. Im Rahmen von Workshops wurden zahlreiche Maßnahmen erarbeitet, realisiert und weiter entwickelt. Das Unternehmen organisiert das Gesundheitsmanagement in allen betrieblichen Bereichen dabei als kontinuierlichen Lern- und Innovationsprozess. Dazu wurden u. a. über einen längeren Zeitraum Gespräche mit den Beschäftigten geführt. Daraus resultierend wurden Maßnahmen ergriffen, mit deren Hilfe krankmachende Faktoren am Arbeitsplatz beseitigt werden konnten. So konnte die Fehlzeitenquote weiter reduziert und in Verbindung mit dem Einsatz eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements, die Arbeitsfähigkeit der Belegschaft in Krankheitsfällen erhalten werden.
Außerdem wurde eine Inklusionsvereinbarung von den dazu Verantwortlichen im Unternehmen erarbeitet und unterzeichnet, mit dem Ziel, die gleichberechtigte berufliche Teilhabe von Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung im Unternehmen zu unterstützen.

2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

2.1 Ausgangspunkt

Gesetzliche Vorgabe:
Die im § 167 (2) SGB IX festgehaltene Regelung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement gilt für alle Beschäftigten. Für alle Beschäftigten ist deshalb ein Betriebliches Eingliederungsmanagement zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit und zum Erhalt des Arbeitsplatzes vorzunehmen, soweit sie innerhalb von 12 Monaten länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig erkrankt sind.

2.2 Ziele

Ziel des Betrieblichen Eingliederungsmanagements ist es:
- wie Arbeitsunfähigkeit überwunden werden kann,
- mit welchen Hilfen und Leistungen einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann,
- wie Arbeitsplätze erhalten werden können,
- die Fähigkeiten der betroffenen Beschäftigten weiter genutzt und
- eine erhöhte Einsatzfähigkeit und Produktivität sichergestellt werden können.

Das Unternehmen wird hierzu bei Vorliegen der Kriterien des § 167 Abs. 2 SGB IX mit den jeweils betroffenen Beschäftigten Kontakt aufnehmen, um die aktuelle Situation zu analysieren und notwendige Maßnahmen einzuleiten. Ein "BEM-Team / Runder Tisch" legt jeweils die notwendigen Maßnahmen fest.
Die Einzelheiten zum Verfahren des Betrieblichen Eingliederungsmanagements werden in einem Prozessablauf festgelegt.

2.3 Prozessablauf

Der Prozessablauf kann den Abbildungen 1 bis 3 entnommen werden.

2.4 Mitwirkende BEM-Team

Die Mitwirkenden des BEM-Teams können der Abbildung 1 entnommen werden.

2.5 Qualifikation des BEM-Teams

Arbeitgeber (Führungskraft und Personalreferentin oder Personalreferent):
- arbeitsrechtliches Know-how
- Führungskompetenz
- Teamfähigkeit
- Konfliktfähigkeit

BEM-beauftragte Person (Moderatorin oder Moderator):
- Moderationskompetenz
- Erfahrung mit Führungsverantwortung
- Team- und Konfliktfähigkeit
- SGB IX-Kenntnisse
- arbeitsrechtliches Know-how

BR (Betriebsratsmitglied):
- arbeitsrechtliche und sozialrechtliche Grundlagen

Arbeitsmedizin (Betriebsärztin oder Betriebsarzt):
- Kenntnisse über die Anforderungen der Arbeitsplätze (Arbeitsplatzkataster).
- Abgleich der Anforderungen des Arbeitsplatzes mit den gesundheitlichen Einschränkungen des betroffenen Beschäftigten herstellen.
- medizinische / therapeutische Maßnahmen aufzeigen, mit denen der Gesundheitszustand des oder der Betroffenen verbessert werden kann und somit auch langfristig das Arbeitsverhältnis gesichert werden kann.
- Kenntnisse über die Einleitung von Rehamaßnahmen

3 Anlagen

3.1 Erstes Anschreiben

Frau / Herr …

Betriebliche Prävention nach § 167 Abs. 2 SGB IX (9. Sozialgesetzbuch)
- Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Sehr geehrte Frau/geehrter Herr ...,

auf Grund der gesetzlichen Regelung in § 167 Abs. 2 SGB IX sind wir als Arbeitgeber verpflichtet, mit Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig/krank sind, Kontakt aufzunehmen.

Wir möchten mit Ihnen Möglichkeiten besprechen, wie Ihre Arbeitsunfähigkeit überwunden beziehungsweise einer künftigen Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann und bieten Ihnen hierzu unsere Unterstützung an. Eine Verpflichtung, ein Gespräch mit uns hierüber zu führen, besteht für Sie jedoch nicht.

Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie ein Gespräch wünschen und senden Sie hierzu den beigefügten Erklärungsbogen ausgefüllt und unterschrieben zurück. Wir werden daraufhin zur Vereinbarung eines Termins umgehend auf Sie zukommen.

Als Anlage erhalten Sie ergänzend eine Kurzinformation über die Ziele, Inhalte und das Verfahren des so genannten Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) in unserem Unternehmen nach § 167 Abs. 2 SGB IX. Wir wünschen Ihnen bereits an dieser Stelle gute Besserung.

Mit freundlichen Grüßen

Unternehmen

Anlage

3.2 Zweites Anschreiben

Frau / Herr …

Betriebliche Prävention nach § 167 Abs. 2 SGB IX (9. Sozialgesetzbuch)
Unser Schreiben vom XX.XX.XXXX

Sehr geehrte Frau/geehrter Herr ...,

in unserem oben genannten Schreiben haben wir Ihnen unsere Unterstützung hinsichtlich Ihrer Arbeitsunfähigkeit / Krankheit angeboten und um Rückmeldung gebeten, ob Sie hierzu ein Gespräch mit uns wünschen.

Der unserem Schreiben beigefügte Erklärungsbogen ist jedoch bei uns bisher nicht eingegangen.

Bitte teilen Sie uns Ihre Antwort schriftlich mit und senden Sie uns den Erklärungsbogen ausgefüllt und unterschrieben zurück. Sofern Sie ein Gespräch wünschen, werden wir zur Vereinbarung eines Termins umgehend auf Sie zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Unternehmen

Anlage

3.3 Drittes Anschreiben

Frau / Herr …

Betriebliche Prävention nach § 167 Abs. 2 SGB IX (9. Sozialgesetzbuch)
Unser Schreiben vom XX.XX.XXXX

Sehr geehrte Frau/sehr geehrter Herr ...,

mit dem oben genannten Schreiben hatte sich Ihr/e Personalreferent/in bei Ihnen erkundigt, ob Sie Hilfestellung zur Überwindung Ihrer Arbeitsunfähigkeit / Krankheit und hierzu ein Gespräch mit uns wünschen. Dies wurde von Ihnen mit Rückmeldung und angegebener Telefonnummer bestätigt.

Leider konnten wir Sie telefonisch nicht erreichen. Wir bitten Sie daher, sich unter der oben genannten Durchwahl mit uns zur Vereinbarung eines Termins in Verbindung zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Unternehmen

Anlage

3.4 Rückmeldebogen

Bitte zurücksenden an:

Unternehmen
jeweiliger Fachbereich ... Personalreferent/in ...
PLZ, Ort

ERKLÄ RUNG
zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) nach § 167 Abs. 2 SGB IX

Name, Vorname:

Personal-Nr., Abteilung / Bereich:

Das Anschreiben zur Prävention nach § 167 Abs. 2 SGB IX habe ich erhalten.

Das Angebot zu einem persönlichen Gespräch im Hinblick auf meine Arbeitsunfähigkeit / Krankheit und die Wiederaufnahme meiner Tätigkeit nehme ich gerne an und bitte hierzu um Kontaktaufnahme:

Telefonnummer:
Adresse:

An dem Gespräch sollen, neben Personalreferent/in und/oder vorgesetzter Person, teilnehmen:

- BEM-beauftragte Person
- ein Betriebsratsmitglied
- Gesundheitsmanagement
- Arbeitsmedizin
- Schwerbehindertenvertretung


Ich möchte kein Gespräch.

Ort, Datum:

Unterschrift d. Beschäftigten:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit

Referenznummer:

R/PB5316


Informationsstand: 19.04.2022