Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Die Arbeitsleistung der Dienstleistungsfachkraft ist behinderungsbedingt durch eine motorische Störung verringert, da sämtliche Arbeitsschritte nur verlangsamt ausgeführt werden können. Dadurch kommt es zu Stauungen von Paketen beim Auswurf an den Verteilerpunkten der Sortieranlage bzw. der dortigen Umverteilung auf Rollenbahnen oder in Rollbehältern.Was wurde gemacht?
Da die Sortieranlage automatisiert und taktgebunden ist, kann sie für den Mitarbeiter nicht verlangsamt werden. Ein Kollege hilft deshalb zeitweise, um Paketstauungen zu vermeiden. Die verbleibende verringerte Arbeitsleistung kann nur mit finanziellen Mitteln kompensiert werden.
Das Unternehmen erhält zum Ausgleich der außergewöhnlichen Belastungen bzw. der verringerten Arbeitsleistung und für die personelle Unterstützung monatlich einen Zuschuss vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt. Die Förderung muss jährlich neu beantragt werden. Alle drei Jahre wird die Maßnahme durch den Fachdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes vor Ort überprüft. Die Förderung wird für insgesamt drei Personen mit einer ähnlichen Behinderung in diesem Bereich gewährt.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefonnummern der Integrations- und Inklusionsämter.
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Unternehmen:
Die DHL Group ist ein weltweit tätiger Konzern für Logistik- und Postdienstleistungen. In Deutschland gehören zur DHL Group die Deutsche Post mit Schwerpunkt Briefsendungen und DHL mit Schwerpunkt Paketsendungen. Beim Konzern spielen Vielfalt, Chancengerechtigkeit, Inklusion und Zugehörigkeit eine wichtige Rolle. So werden diese Aspekte deshalb auch mit als Erfolgsfaktoren für den Konzern gesehen. Zur Umsetzung sollen dabei beispielsweise Menschen mit Behinderungen aktiv zur Inklusion unterstützt werden, damit sie ihre Fähigkeiten einbringen und somit ihr Potenzial voll ausschöpfen können.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Durch eine motorische Störung kann der Mann koordinierte Bewegungen nur langsam ausführen. Dies hat zur Folge, dass sämtliche Arbeitsschritte nur stark verlangsamt ausgeführt werden können. Im Vergleich zu anderen Beschäftigten ist die Arbeitsleistung deshalb um ca. 30 Prozent verringert. Er hat einen Grad der Behinderung (GdB) von 40 und wurde von der Arbeitsagentur mit Menschen mit einer Schwerbehinderung gleichgestellt.Ausbildung und Beruf:
Der Mann absolvierte beim Unternehmen eine Ausbildung zur Dienstleistungsfachkraft im Postbetrieb und arbeitet als sog. Aufleger und Abträger im Frachtzentrum einer Niederlassung.Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:
Die Dienstleistungsfachkraft arbeitet im Frachtzentrum im Bereich der Paketsortierung. Die Sortierung erfolgt dort automatisch über eine Sortieranlage, die die Pakete über ein Transportband mit Kippschalen an den einzelnen Verteiler-Punkten auswirft. Von dort setzt die Dienstleistungsfachkraft die Pakete entweder auf Rollenbahnen oder in Rollbehälter und auf Lastkraftwagen manuell um. Da die gesamte Anlage automatisiert und taktgebunden ist, kann sie für den Mitarbeiter nicht verlangsamt werden. Behinderungsbedingt kann es deshalb zeitweise zu Stauungen kommen. Um dies zu verhindern, hilft ein Kollege bzw. eine Betreuungsperson der Dienstleistungsfachkraft in einer solchen Situation. Der Mitarbeiter wird zeitweise, da er an diesem Arbeitsplatz nicht vollzeitig beschäftigt werden kann, auch für die interne Postverteilung eingesetzt.Schlagworte
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- Praxisbeispiel |
- Schulter-Armbewegung |
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- Teilhabe |
- Teilhabe am Arbeitsleben |
- Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen |
- Verkehr, Handel und Logistik |
- Versand |
- Vollzeitarbeit
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Handkoordination (rechts/links)
- EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- ELA - Feinmotorik
- ELA - Reichen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - Fingergeschicklichkeit
- ERGOS - Handgeschicklichkeit
- ERGOS - Reichen
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Armbewegungen
- IMBA - Feinmotorik (Fußgeschicklichkeit)
- IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
- IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Selbständigkeit
- IMBA - Umstellung
- MELBA - Feinmotorik
- MELBA - Selbständigkeit
- MELBA - Umstellung
Referenznummer:
Pb/110670
Informationsstand: 15.01.2026