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Praxisbeispiel
Barrierefreie Gestaltung für eine Abzubildende beim Finanzamt

Wo lag die Herausforderung?

Die Auszubildende hat eine Ataxie, eine Rückenerkrankung und eine schwach ausgebildete Armmuskulatur, weshalb sie einen Elektrorollstuhl nutzen muss. Behinderungsbedingt sind ihre Motorik, ihr Greifraum und ihre Bewegungskoordination eingeschränkt. Damit sie ihren Ausbildungsplatz im Gebäude erreichen kann, musste der Zugangsweg entsprechend behinderungsgerecht angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Zum selbständigen Erreichen des Ausbildungsplatzes werden folgende Hilfsmittel eingesetzt:

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von der Arbeitsagentur gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch Technischen Beratungsdienst der Arbeitsagentur.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Telefon-Nummer der Arbeitsagenturen.

Unternehmen:

Es handelt sich um ein Finanzamt mit 375 Beschäftigten.

Behinderung und Beeinträchtigung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Ataxie durch eine Schädigung ihres Kleinhirns, eine Wirbelsäulenerkrankung und eine schwach ausgebildete Armmuskulatur. Sie ist auf die Nutzung eines Elektrorollstuhls angewiesen. Behinderungsbedingt sind die Motorik bzw. die Bewegungskoordination, der Greifraum und die Mobilität eingeschränkt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau wurde neu eingestellt und absolviert eine dreijährige Ausbildung bzw. ein duales Studium zur Diplom-Finanzwirtin. Das duale Studium beinhaltet praktische sowie theoretische Inhalte. Der praktische Teil erfolgt im Finanzamt, während die theoretischen Inhalte an der Fachhochschule für Finanzen vermittelt werden. Die Leitung des Finanzamtes geht davon aus, dass die Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen und dem Finanzamt zugewiesen wird.

Arbeitsaufgabe:

Die Frau wird im Rahmen ihrer Ausbildung und im späteren Berufsleben mit der Bearbeitung von Finanzangelegenheiten, wie beispielsweise Einkommenssteuererklärungen, Steuergesetzen und Unternehmensprüfungen, beschäftigt sein.

Arbeitsumgebung – Mobilität:

Die Mutter bringt die Auszubildende täglich zum Finanzamt und holt sie wieder ab. Am Haupteingang zum Gebäude ist eine Rollstuhlrampe vorhanden, über die sie die Eingangstür erreichen kann. Um ihr einen selbständigen Zugang in das Gebäude und ein selbständiges Bewegen innerhalb des Gebäudes zu ermöglichen, wurden sämtliche Türen mit automatischen Drehflügeltürantrieben und einer Steuerung über Bewegungsmelder ausgerüstet. Damit Personen nicht durch eine Kollision beim Öffnen und Schließen verletzt werden, wurde an den Türen oben eine Sensorleiste zum Absichern des Öffnungs- und Schließbereiches angebracht.
Die von ihr auf dem Weg zu passierenden Brandschutztüren wurden mit einem speziell dafür zugelassenen Drehflügeltürantrieb ausgestattet. Durch die Betätigung der im eingeschränkten Greifraum und ausreichenden Abstand zu den Brandschutztüren installierten großen Schalter, können die Brandschutztüren automatisch motorgetrieben geöffnet werden. Das anschließende Schließen erfolgt durch eine beim Öffnen gespannte Feder im Türantrieb, die auch bei einem Stromausfall die Brandschutztüren im Sinne der Vorschriften wieder schließt. Im Falle eines Brandes wird die Öffnungsautomatik, durch das Signal eines Rauchmelders deaktiviert und die geschlossenen Türen können nur noch manuell geöffnet werden. Erst nach einem Reset der Rauchmelder können die Brandschutztüren wieder automatisch geöffnet werden. Auf sämtliche Türen wurde ein entsprechender Hinweis geklebt, dass die Türen automatisch öffnen und schließen.
Im Bereich des Aufzugs wurden auf den Etagen jeweils Taster zur Aufzuganforderung sowie eine zusätzlich waagerecht angeordnete Schaltertafel im Aufzug, innerhalb des Greifraums der Auszubildenden, installiert.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ELA - Feinmotorik
  • ELA - Gehen
  • ELA - Handgreifkraft
  • ELA - Reichen
  • ELA - Stehen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Fußgeschicklichkeit)
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB4634


Informationsstand: 22.02.2024