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Praxisbeispiel
Beschäftigung in Inklusionsabteilungen im Bereich Mensa und Küche

Wo lag die Herausforderung?

Das mittelständische Unternehmen für Betriebsgastronomie und Schulverpflegung suchte nach Beschäftigten. Es wollte dabei aufgrund eines Besuchs bei einer gut funktionierenden Mensa, in der bereits Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeiten, bei seiner Personalsuche und -auswahl besonders Menschen mit einer Schwerbehinderung berücksichtigen. Es suchte daher nach einer Möglichkeit sein Vorhaben umzusetzen.

Was wurde gemacht?

Über die Arbeitsagentur und den Integrationsfachdienst erhielt das Unternehmen Kandidatinnen und Kandidaten mit körperlichen Behinderungen, Sinnesbehinderungen und Lernbeeinträchtigungen vermittelt. Sie wurden in den neu gegründeten Inklusionsabteilungen der Schulmensen und Zentralküche eingesetzt. Dort absolvierten sie zu Beginn ein ein- bis zweiwöchiges Praktikum. Im Rahmen des Praktikums wurden sie unter Anleitung für verschiedene Arbeiten angelernt. Betreut und unterstützt werden die betreffenden Beschäftigten in den Inklusionsabteilungen durch die leitende Person und bei Problemen durch den Integrationsfachdienst.

Die Gründung der Inklusionsabteilungen wurde im Rahmen der übernommenen Regelförderung für Investitionszuschüsse pro Arbeitsplatz aus einem früheren Landesprogramm vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Außerdem erhält das Unternehmen vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt einen finanziellen Ausgleich für die erforderliche personelle Unterstützung sowie einen Beschäftigungssicherungszuschuss zur Kompensation der verringerten Leistung und von der Arbeitsagentur einen zeitlich befristeten Lohnkostenzuschuss als Eingliederungszuschuss.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und der Arbeitsagenturen.

Unternehmen:

Das mittelständische Unternehmen für Betriebsgastronomie und Schulverpflegung beschäftigt insgesamt 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu denen auch 18 Menschen mit einer Schwerbehinderung in Inklusionsabteilungen gehören. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Verpflegung in Schulen benötigte das Unternehmen mehr Beschäftigte. Bedingt durch den Besuch einer gut funktionierenden Mensa, in der bereits Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeiten, fasste das Unternehmen den Entschluss bei seiner Personalsuche und -auswahl besonders Menschen mit einer Schwerbehinderung zu berücksichtigen. In Zusammenarbeit mit Integrationsfachdiensten in der Region und mit der beratenden Unterstützung des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes wurden dann in neun Monaten die Inklusionsabteilungen in den Schulmensen und der Zentralküche aufgebaut. Die Integrationsfachdienste übernahmen dabei auch die Aufgabe dem Unternehmen geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu vermitteln.

Behinderung und Beeinträchtigung der Beschäftigten:

Die Beschäftigten haben entweder eine Körperbehinderung, eine Sinnesbehinderung oder eine Lernbeeinträchtigung. Bei den Beschäftigten mit einer körperlichen Behinderung ist überwiegend der Stütz- und Bewegungsapparat betroffen, wodurch langanhaltende, physisch stark belastende Tätigkeiten (z. B. das Tragen und Heben von Lasten) vermieden werden sollten. Die Beschäftigten mit einer Lernbeeinträchtigung arbeiten langsamer und benötigen mehr Zeit sowie Hilfe, um komplexe Zusammenhänge und Situationen zu verstehen sowie zu erkennen. Zu den Beschäftigten mit einer Sinnesbehinderung gehört z. B. eine gehörlose Frau, die akustische Informationen (Lautsprache und Signale) nicht wahrnehmen kann. Eine Kommunikation mit ihr ist daher nur über Gebärden oder schriftliche Notizen möglich.

Ausbildung und Beruf:

Die Beschäftigten haben kaum oder gar keine Vorkenntnisse im Bereich der Betriebsgastronomie. Sie waren vorher arbeitslos und wurden von dem Reha-Team der Arbeitsagentur mit Hilfe eines Integrationsfachdienstes an das Unternehmen vermittelt. Dort absolvierten sie zu Beginn ein ein- bis zweiwöchiges Praktikum. Im Rahmen des Praktikums wurden sie unter Anleitung für verschiedene Arbeiten angelernt. Dabei wurde auch festgestellt, ob ihnen die Tätigkeit gefällt und ob sie die Tätigkeit mit der entsprechenden Unterstützung weiter ausüben können. Die geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten erhielten im Anschluss daran eine Festanstellung und wurden entsprechend in einer Mensa oder der Zentralküche als Halbtagskräfte eingesetzt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Inklusionsabteilungen der Schulmensen und Zentralküche bestehen aus zwei Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung, zwei geringfügig Beschäftigten und einer leitenden Person. Die Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung in den Schulmensen bereiten Frühstücksbrötchen oder Salate zu, sorgen für die Fertiggarung der gekühlten Speisen, geben Essen aus, spülen und bedienen das bargeldlose Abrechnungssystem. Die Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung in der Zentralküche sind überwiegend für das Vakuumieren der vorgegarten Speisen zuständig, die dann später zu den Mensen gefahren und dort fertiggegart werden. Betreut und unterstützt werden die betreffenden Beschäftigten in den Inklusionsabteilungen durch die leitende Person und bei Problemen durch den Integrationsfachdienst. Die Motivation in einem normalen Unternehmen beschäftigt zu sein, reicht zumeist aus, um den behinderungsbedingten Nachteil auszugleichen.

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ELA - Bücken/Aufrichten
  • ELA - Heben
  • ELA - Tragen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Hören
  • ERGOS - Sprechen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Gestik/Mimik
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Hören
  • IMBA - Lautabgabe/Sprechen
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Sprechen

Referenznummer:

Pb/110714


Informationsstand: 30.03.2026