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Praxisbeispiel
Umschulung und Arbeitsgestaltung für einen Tiefbaufacharbeiter zum Metallbauer

Wo lag die Herausforderung?

Bei dem Tiefbaufacharbeiter kam es durch einen privaten Unfall zu einem Schädelhirntrauma, infolge dessen er an Epilepsie erkrankte. Während eines Anfalls ist er nicht mehr fähig, bewusst zu handeln, und es kommt zum Verlust der Haltungskontrolle. Aus Sicherheitsgründen konnte er nicht mehr an seinem alten Arbeitsplatz im Tiefbaubereich eingesetzt werden. Es musste deshalb nach einer Möglichkeit im Unternehmen gesucht werden, um das Beschäftigungsverhältnis zu erhalten.

Was wurde gemacht?

Der Tiefbaufacharbeiter wurde zum Metallbauer umgeschult. Er arbeitet nun an einem Brennschneidearbeitsplatz mit einer neu angeschafften Brennschneidemaschine im Unternehmen. Sein neuer Arbeitsplatz kann von den Kolleginnen und Kollegen gut eingesehen werden, sodass sie ihm im Falle eines Anfalls schnell helfen können.

Die Anschaffung der Brennschneidmaschine wurde teilweise vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt und die Umschulung von der gesetzlichen Rentenversicherung gefördert. Durch die Umschulung und Anschaffung der Brennschneidmaschine konnte das Arbeitsverhältnis dauerhaft gesichert werden. Die nach außen vergebenen Brennschneidaufträge werden nun komplett im Unternehmen abgearbeitet, so dass für das Unternehmen kein wirtschaftlicher Nachteil entsteht. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und der Deutschen Rentenversicherung.

Unternehmen:

Es handelt sich um ein Tiefbauunternehmen, das mit Tunnelvortriebsmaschinen unterirdische Kanäle für verschiedene Anwendungen herstellt (z. B. Abwasser, Elektro- sowie Gasversorgung und U-Bahnen).

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Ein durch einen privaten Unfall erlittenes Schädelhirntrauma führte bei dem Mann zu Epilepsie mit Anfällen. Bei den Anfällen kommt es zur Handlungsunfähigkeit und dem Verlust der Haltungskontrolle. Der Grad der Behinderung (GdB) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Tiefbaufacharbeiter. Nach seinem Unfall konnte er behinderungsbedingt bzw. aus Sicherheitsgründen nicht mehr im Tiefbaubereich eingesetzt werden. Nach einer Umschulung zum Metallbauer soll er weiter im Unternehmen an einem Brennschneidarbeitsplatz beschäftigt werden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der neue Arbeitsplatz des Mitarbeiters musste mit einer Brennschneidmaschine ausgestattet werden. Mit Hilfe der Brennschneidmaschine schneidet der Mitarbeiter Metallteile für die Fertigung bzw. den Anlagenbau aus. Der neue Arbeitsplatz des Mitarbeiters kann von den in der Nähe arbeitenden Kolleginnen und Kollegen gut eingesehen werden, sodass bei einem eventuellen Anfall schnell Hilfe geleistet werden kann.

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Unfallgefährdung
  • IMBA - Verantwortung
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

Pb/110754


Informationsstand: 26.05.2026