Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Die Frau musste aufgrund einer psychischen Erkrankung stationär behandelt werden. Sie ist in Bezug auf Zeit- und Leistungsdruck sowie sich schnell ändernde Arbeitsabläufe nur eingeschränkt belastbar. Eine Wiedereingliederung in ihre alte Beschäftigung bzw. ihren alten Beruf war nach der stationären Behandlung aus diesem Grund nicht mehr möglich. Es wurde nach einer Möglichkeit gesucht, ihr die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.Was wurde gemacht?
Um sich wieder an die Arbeitswelt heranzutasten, nahm die Frau eine Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf. Nach drei Jahren bewarb sie sich mit Unterstützung der WfbM bei einem Unternehmen um einen Praktikumsplatz als Bürogehilfin. Während des dreimonatigen Praktikums kam eine Betreuerin eines Beratungszentrums für Menschen mit psychischer Erkrankung regelmäßig in das Unternehmen, um sich nach dem Verlauf des Praktikums zu erkundigen und zu klären, ob Unterstützung notwendig war. Dank der Vorkenntnisse, die die Frau in der WfbM erworben hatte, fiel es ihr leicht, die ihr aufgetragenen Arbeiten auszuführen. Das Unternehmen stellte sie deshalb nach dem Praktikum fest ein.
Der für den Arbeitsplatz erforderliche Spezial-Scanner mit Software wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt für den neu geschaffenen Arbeitsplatz gefördert. Die Inklusion wurde außerdem durch das Budget für Arbeit gefördert. Das Unternehmen erhält in diesem Zusammenhang einen Lohnkostenzuschuss über das Budget für Arbeit. Die Förderung über das Budget für Arbeit erfolgte durch den Träger der Eingliederungshilfe in dem betreffenden Bundesland.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und von Werkstätten für behinderte Menschen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und von Werkstätten für behinderte Menschen.
Unternehmen:
Das Unternehmen hat 35 Beschäftigte und ist auf die Digitalisierung und Archivierung von Dokumenten spezialisiert. Es hat bereits gute Erfahrungen mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen gemacht.Kommentar des Unternehmens zur beruflichen Teilhabe der Mitarbeiterin:
„Die Mitarbeiterin ist absolut zuverlässig und verschwiegen – das ist wichtig, denn in unserem Unternehmen wird Datenschutz großgeschrieben. Dass sie nicht gut unter Druck arbeiten kann, fällt kaum ins Gewicht. Denn sie kann sich ihre Arbeit selbst einteilen.“Behinderung und Beeinträchtigung der Mitarbeiterin:
Die Frau hat eine psychische Erkrankung und musste stationär behandelt werden. Sie ist in Bezug auf Zeit-/Leistungsdruck und sich schnell ändernde Arbeitsabläufe nur eingeschränkt belastbar.Beruf:
Die Frau ist studierte Innenarchitektin und arbeitete in ihrem Beruf, bis sie psychisch erkrankte.Übergang Werkstatt für behinderte Menschen – allgemeiner Arbeitsmarkt:
Eine Wiedereingliederung in ihre alte Beschäftigung bzw. ihren alten Beruf gelang nach der stationären Behandlung behinderungsbedingt nicht mehr. Um sich wieder an die Arbeitswelt heranzutasten, nahm die Frau eine Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf. Nach einem Zeitraum von drei Jahren in der WfbM als Hilfskraft im Büro fühlte sich die Frau wieder bereit für den allgemeinen Arbeitsmarkt und bewarb sich mit Unterstützung der WfbM beim Unternehmen um einen Praktikumsplatz als Bürogehilfin. Eine Betreuerin eines Beratungszentrums für Menschen mit einer psychischen Erkrankung kam regelmäßig während des dreimonatigen Praktikums in das Unternehmen und erkundigte sich nach dem Verlauf des Praktikums und ob Unterstützung notwendig sei. Dank ihrer in der WfbM erworbenen Vorkenntnisse hatte die Frau keine Probleme die ihr aufgetragenen Arbeiten auszuführen. Als nach dem Praktikum eine Stelle im Unternehmen frei wurde, stellte das Unternehmen die Frau als Bürogehilfin ein.Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:
Nachdem sie in der WfbM unterschiedliche Tätigkeiten im Bürobereich, Verpackungsarbeiten und Scannen von Dokumenten übernahm, archiviert und scannt sie jetzt Dokumente an ihrem neuen Arbeitsplatz im Unternehmen.Eigendarstellung der Mitarbeiterin zur beruflichen Teilhabe:
„Ich bin froh, dass ich jetzt wieder in einem Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes arbeite. Das ist wichtig für mein Selbstwertgefühl. Inzwischen habe ich Routine bei meiner Arbeit und könnte mir vorstellen, auch anspruchsvollere Tätigkeiten zu übernehmen.“Schlagworte
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- Teilhabe am Arbeitsleben |
- Träger Eingliederungshilfe |
- Übergang Werkstatt für behinderte Menschen-Allgemeiner Arbeitsmarkt |
- Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen |
- Vollzeitarbeit |
- Werkstatt für behinderte Menschen
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Ausdauer (psychisch)
- IMBA - Umstellung
- IMBA - Verantwortung
- MELBA - Ausdauer (psychisch)
- MELBA - Umstellung
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Referenznummer:
Pb/110761
Informationsstand: 28.05.2026