Inhalt

Praxisbeispiel
Gestaltung eines Arbeitsplatzes für einen Kranführer

Wo lag die Herausforderung?

Der Kranführer sollte behinderungsbedingt nicht größeren Belastungen ausgesetzt werden, insbesondere durch häufiges Bücken, Schwingungen / Stöße und das Klima. An seinem Arbeitsplatz in der Krankabine kam es aber zu solchen Belastungen und es mussten deshalb entsprechende Anpassungen vorgenommen werden.

Was wurde gemacht?

Die alte Krankabine wurde gegen eine neue isolierte Kabine mit schwingungsmindernder Aufhängung und Klimaanlage ausgetauscht, die außerdem über einen ergonomischen Steuerstand und schwingungsdämpfenden Arbeitssitz verfügt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Es handelt sich um ein Unternehmen aus dem Bereich der Hafen-Logistik.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung und Diabetes mit gut eingestelltem Blutzuckerspiegel. Behinderungsbedingt sollten bei der Ausführung von Tätigkeiten Belastungen, die durch langes Stehen, häufiges Bücken, Schwingungen / Stöße und das Klima (Temperaturschwankungen) entstehen, vermieden werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Beruf:

Der Mann ist als Kranführer beim Unternehmen beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann arbeitet im Hafen 12 Meter über dem Hafenbecken in einer Kranführerkabine eines Turmdrehkrans. Zum Be- und Entladen der Schiffe fährt der Mann mit dem Turmdrehkran auf Schienen entlang des Hafenbeckens. Mit einem Griff bewegt er 30 Tonnen. Die Sichtverhältnisse aus und die Ergonomie in der veralteten Krankabine machten es erforderlich, dass der Mitarbeiter zur Sicherstellung des Sichtkontaktes mit der Ladestelle häufig eine gebückte Körperhaltung einnehmen musste. Dabei drehte er gleichzeitig den Oberkörper zur Seite und nahm zur Sicherung einer feinfühligen Kranbedienung eine statische Körperhaltung ein. Die Temperaturbedingungen in der Kabine waren je nach Wetterlage im Winter kalt und im Sommer sehr warm. Hinzu kam die körperliche Belastung durch Schwingungen vom Kran und vom zu befahrenden Untergrund. Sie wurden dann über die Füße und die Gesäßfläche auf den Körper des Kranführers und damit auch die Wirbelsäule übertragen.
Um die Arbeitsbedingungen für den Mitarbeiter zu verbessern, wurde die alte Krankabine entfernt und der Kran wurde mit einer neuen verglasten sowie isolierten Krankabine mit schwingungsmindernder Kabinenaufhängung und einer Klimaanlage ausgestattet. Ebenfalls komplett erneuert wurde der eigentliche Steuerstand mit integriertem individuell einstellbarem und schwingungsdämpfendem Arbeitssitz und ergonomisch angeordneten Bedienelementen. Die Erneuerung der Krankabine mit Steuerstand macht es möglich, dass der Kranführer in sitzender Körperhaltung schwingungsarm arbeiten kann und in der Kabine immer eine gleichmäßig gute Temperatur- und Luftqualität herrscht.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Klima
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Vibration/Erschütterungen

Referenznummer:

R/PB5330


Informationsstand: 03.08.2022