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Praxisbeispiel
Beschäftigung von Menschen mit Behinderung beim WDR in der Poststelle

Wo lag die Herausforderung?

Die Beschäftigten haben eine Körperbehinderung oder psychische Erkrankung. Ersteres sorgt für Einschränkungen beim Heben sowie Tragen von Lasten, in Bezug auf die psychischen Erkrankungen sollten häufig wechselnde Aufgaben und Stress vermieden werden. Die Arbeitsbedingungen mussten entsprechend gestaltet werden.

Was wurde gemacht?

Die Arbeiten in und für Poststelle sind klar strukturiert und verteilt, so dass in Bezug auf Stress geringe Belastungen vorliegen. In Bezug auf das Heben sowie Tragen von Lasten wurden die Beschäftigten unterwiesen und außerdem stehen Rollwagen sowie Zustellwagen zum Transport und in der Poststelle eine Hebehilfe zur Verfügung. Da so die Belastungen psychisch und körperlich gering gehalten werden können, wurden viele der dort Beschäftigten in die Poststelle versetzt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte und barrierefreie Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Beantragt wurden die Fördermittel mit Hilfe der Schwerbehindertenvertretung bei der mit dem Integrations- bzw. Inklusionsamt zusammenarbeitenden örtlichen Fachstelle für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben. Die Beratung zur behinderungsgerechten Arbeitsgestaltung und Barrierefreiheit erfolgte durch die Schwerbehindertenvertretung mit Unterstützung durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und der örtlich zuständigen Fachstellen für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben, die speziell in Nordrhein-Westfalen existieren und hier mit den Integrations- bzw. Inklusionsämtern zusammenarbeiten.

Arbeitgeber:

Der Westdeutsche Rundfunk bzw. WDR beschäftigt rund 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in knapp 150 Berufen - u. a in den Bereichen Verwaltung, kaufmännische Berufe, Redaktion, Technik und IT. Im Rahmen der Beschäftigung spielen Vielfalt und Inklusion - speziell von Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung - eine wichtige Rolle. Dies wird besonders durch die Förderung der Beschäftigung und Realisierung der Chancengleichheit unterstütz, wobei beispielsweise Instrumente wie eine Zielvereinbarung zur Barrierefreiheit und das Betriebliche Eingliederungsmanagement helfen dies in die Praxis umzusetzen.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Beschäftigten:

Die Beschäftigten haben eine Körperbehinderung beispielsweise bedingt durch eine Herz-Kreislauf- sowie Rückenerkrankung oder eine Psychische Erkrankung und sind schwerbehindert sowie Menschen mit Schwerbehinderung gleichgestellt. Auf Grund der Körperbehinderung bzw. deren Auswirkung können sie nur eingeschränkt für Tätigkeiten eingesetzt werden, die Heben, Tragen und Bücken erfordern. In Bezug aus die Psychische Erkrankung sollten häufig wechselnde Aufgaben, besonders unter Zeit- / Leistungsdruck bzw. negativem Stress, vermieden werden.

Ausbildung und Beruf:

Die in der Poststelle Beschäftigten mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung verfügen über unterschiedliche Qualifikationen - von der Hilfskraft bis zur Fachkraft. Sie wurden zu Beginn ihrer Tätigkeit für die Aufgaben in der Poststelle eingearbeitet.

Arbeitsorganisation:

Einige der Beschäftigten waren vorher in anderen Bereichen Tätig und wurden in die Poststelle versetzt, da dort für Sie die Arbeitsbedingungen durch sich wiederholende Abläufe oder den möglichen Einsatz von Hebe- und Transporthilfen zu geringeren Belastungen in Bezug auf Stress und körperliche Arbeiten führen und somit besser geeignet sind.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Beschäftigten arbeiten in der Poststelle, die sich in einem der zwölf Gebäude in der Parterre befindet und ebenerdig über einen Eingang erreicht werden kann. In der zentralen Poststelle kommen Sendungen (Briefe, Zeitschriften, Bücher, Päckchen und Pakete) an, die von externen Dienstleistern bzw. deren zustellendem Personal dort abgeliefert werden. Die eingehenden Sendungen werden vom zustellenden Personal im Allgemeinen auf Tischen in der Poststelle abgelegt. Große und sperrige Sendungen (z. B. Pakete), werden jedoch auf dem Boden abgestellt. In der Poststelle werden nun die Sendungen (Briefe, Zeitschriften, Bücher, kleinere Päckchen) auf den Tischen in Postkästen, die über eine entsprechende Größe verfügen damit sie ohne größere Belastungen auch gehoben und getragen werden können, für die jeweiligen Gebäude vorsortiert. In Bezug auf das richtige Heben und Tragen von Lasten, wurde dies wie üblich im Rahmen des Gesundheitsmanagements trainiert. Nicht nur die kleineren, auch die größeren Sendungen bzw. Pakete werden zur Weiterverteilung sortiert. Nach der Sortierung werden die Postkästen und Pakete je nach Postaufkommen auf kleinere oder größere Transport- bzw. Rollwagen abgelegt, wobei speziell die größeren und später schwerer beladenen Transportwagen durch ihre Bauweise und besonders gängigen Rollen leicht schiebbar sind. Zum Ablegen, besonders der größeren und / oder schweren Lasten (z. B. Pakete), befindet sich in der Nähe der Tische ein sog. Manipulator bzw. eine Hebehilfe mit der die Lasten ohne Einnahme von Zwangshaltungen oder hoher Körperkräfte auf die Transportwagen abgelegt werden können. Die Hebehilfe wird auch eingesetzt, um die vom externen zustellenden Personal abgelegten großen Pakete anderswo im Raum abzustellen. Zum Verteilen der Post fahren bzw. schieben die Beschäftigten die Transportwagen zu den anliegenden Gebäuden, zu denen sie barrierefrei über Gänge mit automatisch elektrisch öffnen- / schließenden Türen und Aufzügen gelangen. Weiter entfernte Gebäude erreichen Sie mit Hilfe spezieller Post-Zustellwagen oder Transportfahrzeuge. Dort angekommen sortieren sie die Post für die Abteilungen und Beschäftigten im Bereich der jeweiligen Gebäude-Poststelle in beschriftete Regalfächer ein oder stellen diese größenabhängig dort ab. Ausgehende Post wird entsprechend mitgenommen und in der zentralen Poststelle zum Versenden vorbereitet.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Verantwortung
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

Pb/111067


Informationsstand: 29.04.2021