Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Die Fachkraft für Lagerlogistik hat eine Autismus-Spektrum-Störung, die die Informationsfilterung sowie soziale Interaktion und Kommunikation beeinträchtigt. Er hat Schwierigkeiten bei der Planung von kurzfristigen Veränderungen bei Arbeitsabläufen. Außerdem benötigt er mehr Zeit zur Erledigung seiner Aufgaben. Nach der Ausbildung wurde er arbeitslos und er suchte nun nach einem Job. Trotz zahlreicher Praktika, Bewerbungen und Vorstellungsgespräche konnte er zunächst keinen neuen Arbeitsplatz finden.Was wurde gemacht?
Er erhielt eine Anstellung bei einem Unternehmen für Verteilnetze, da seine Qualifikation stimmte und das Unternehmen positive Erfahrungen mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen gemacht hatte. Während der Einarbeitung wurde er vom Integrationsfachdienst begleitet, der die Teamleitung sowie die Kolleginnen und Kollegen sensibilisierte, um Missverständnisse in der Kommunikation und Konflikte zu vermeiden. Die Kommunikation mit ihm ist nun präzise, und seine Arbeitsaufgaben werden im Voraus priorisiert übergeben.
Im Rahmen der Einstellung des vorher arbeitslosen Mitarbeiters mit Schwerbehinderung erhielt das Unternehmen von der Arbeitsagentur einen Eingliederungszuschuss als Lohnkostenzuschuss. Die Einarbeitung wurde durch den Integrationsfachdienst begleitet und unterstütz, der auch weiterhin vom Mitarbeiter oder dem Unternehmen bei Bedarf einbezogen werden kann.
Für die Betreuung im Unternehmen bzw. die personelle Unterstützung durch den Teamleiter und zur Sicherung des Arbeitsplatzes, da der Mitarbeiter etwas mehr Arbeitszeit benötigt, um die Aufgaben zu erfüllen, erhält das Unternehmen einen finanziellen Zuschuss vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zur Kompensation.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen , der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und von Integrationsfachdiensten.
Für die Betreuung im Unternehmen bzw. die personelle Unterstützung durch den Teamleiter und zur Sicherung des Arbeitsplatzes, da der Mitarbeiter etwas mehr Arbeitszeit benötigt, um die Aufgaben zu erfüllen, erhält das Unternehmen einen finanziellen Zuschuss vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zur Kompensation.
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Unternehmen:
Das Unternehmen betreibt u. a. große Verteilernetze für Strom, Gas und Wasser in einem Bundesland und ist für deren Ausbau und Instandhaltung zuständig. Mit seinen rund 4.000 Beschäftigten ist es an zahlreichen Standorten in dem Bundesland vertreten. So auch mit mehreren Logistikzentren mit einer Fläche von insgesamt 85.000 Quadratmetern und 10.000 verschiedenen Artikeln für den Ausbau und die Instandsetzung der Netze. In einem der Logistikzentren wurde ein Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung neu eingestellt.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Der Mann hat eine Störung aus dem Autismus-Spektrum, weshalb er Beeinträchtigungen im Bereich der Wahrnehmung bzw. der Filterung relevanter Informationen sowie der sozialen Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen hat. Schwierigkeiten bei der Planung von Handlungsabläufen gehen mit Problemen bei kurzfristigen Veränderungen der Umgebung und Routinen einher. Die Kommunikation und Arbeitsabläufe müssen deshalb klar und eindeutig sein. Außerdem benötigt er etwas mehr Zeit zur Erledigung seiner Arbeitsaufgaben.Ausbildung und Beruf:
Der Mann absolvierte eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, arbeitete einige Jahre in seinem Beruf und war anschließend eine Zeit lang arbeitslos. Trotz zahlreicher Praktika, Bewerbungen und Vorstellungsgespräche konnte er zunächst keinen neuen Arbeitsplatz finden. Beim Unternehmen für Verteilnetze hatte er schließlich Erfolg, da seine Qualifikation passte und das Unternehmen bereits positive Erfahrungen mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen gemacht hatte.Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:
Der Mitarbeiter lagert im Logistikzentrum Artikel ein und stellt die verschiedenen Aufträge zusammen, die er über die Logistiksoftware im Bürobereich erhält. Diese werden dann von Speditionen abgeholt. Dazu nutzt er beispielsweise Elektro-Gabelhubwagen, um größere Artikel lose und kleinere Artikel aus den Regalen in Gitterboxen zusammenzustellen. Anschließend stellt er die Artikel für die Abholung durch die Speditionen bereit. Beim Abholen der Artikel ist er auch für die Übergabe und Bestätigung der begleitenden Unterlagen verantwortlich. Zudem übernimmt er Reinigungsaufgaben mit einer Aufsitzkehrmaschine im Lagerbereich.Zu Beginn seiner Tätigkeit wurde der Mitarbeiter schrittweise in sein Aufgabengebiet eingearbeitet. Dazu bezog sein Teamleiter die Schwerbehindertenvertretung im Unternehmen mit ein. In Bezug auf die Beeinträchtigung des Mitarbeiters, die Zusammenarbeit im Team und die Einarbeitung empfahl diese, den Integrationsfachdienst (IFD) unterstützend einzubinden. Der IFD sensibilisierte die Führungskräfte bzw. die Teamleitung sowie die Kolleginnen und Kollegen, damit durch die speziellen Aspekte im sozialen Bereich und in der Kommunikation keine Missverständnisse und Konflikte entstehen. Dabei wurde besprochen, wie man damit umgehen kann und was dabei für den Mitarbeiter und das Team wichtig ist. Bei der Kommunikation ist es wichtig, dass er präzise und klare Anweisungen ohne Worte wie „eventuell“ oder „vielleicht“ erhält. Auch müssen die von ihm zu erledigenden Aufgaben vom Teamleiter unterstützend priorisiert werden, damit sie dann entsprechend vom Mitarbeiter der Reihe nach abgearbeitet werden. Auf die Qualität der auszuführenden Arbeiten durch den Mitarbeiter kann sich das Team dabei besonders verlassen, da er diese zu 100 Prozent und ohne Fehler ausführt.
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Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
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Referenznummer:
Pb/111344
Informationsstand: 21.04.2026