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Praxisbeispiel
Durch Jobcoaching zur Beschäftigung in der Küche eines Inklusionsunternehmens

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat mehrere körperliche Beeinträchtigungen und ist deshalb schwerbehindert. Behinderungsbedingt ist seine Mobilität eingeschränkt und er hat Schwierigkeiten bei der Kommunikation. Nach dem Verlassen der Schule musste für ihn ein Weg gefunden werden, einen Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden, da er die von der Arbeitsagentur empfohlene Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ablehnte.

Was wurde gemacht?

Der Mann wandte sich an ein dienstleistendes Unternehmen für Inklusion von Menschen mit Behinderungen und nahm an ihrem Inklusionsprojekt teil. Mit dessen individuellem Förderunterricht und Jobcoaching, erhielt der Mann einen Job in der Küche eines Inklusionsunternehmens.

Schlagworte und weitere Informationen

Das dienstleistende Unternehmen unterstützte den Mann bei der Antragstellung für das Persönliche Budget bei der Agentur für Arbeit, durch das sämtliche Leistungen des dienstleistenden Unternehmens gefördert wurden.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen und von Einrichtungen sowie dienstleistenden Unternehmen zur Unterstützten Beschäftigung.

Unternehmen:

Es handelt sich um ein Inklusionsunternehmen aus dem Bereich Gastronomie und Catering. Das Inklusionsunternehmen stellte einen Mann mit Schwerbehinderung neu ein. Auf dem Weg dabei wurden das Unternehmen und der Mann von einem dienstleistenden Unternehmen unterstützt, das sich mit der Inklusion von jungen Erwachsenen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt – und dies speziell in einem Projekt bzw. mit dessen dazu angebotenen Leistungen, wie u. a. Qualifizierung, Unterstützung bei der Praktikums- / Arbeitsplatzsuche und begleitendes Jobcoaching im Praktikum und am Arbeitsplatz.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mannes:

Der Mann hat mehrere körperliche Beeinträchtigungen und ist deshalb schwerbehindert. Behinderungsbedingt ist seine Mobilität eingeschränkt und er hat Schwierigkeiten bei der Kommunikation. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Übergang Schule - Beruf:

Der Mann besuchte bis zur 10. Klasse eine Förderschule mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung und verließ diese ohne Schulabschluss. Auf Grundlage von verschiedenen Gutachten, empfahl die Agentur für Arbeit dem Mann die Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), was er allerdings ablehnte, denn er wollte auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig sein. Der Mann wendete sich an das ihm bereits bekannte dienstleistende Unternehmen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, mit der Bitte um Unterstützung bei seinem Vorhaben. Das Unternehmen unterstützte ihn darauf beim Antrag auf das Persönliche Budget, damit er an deren Projekt zur beruflichen Inklusion mit den dazu angebotenen Leistungen teilnehmen konnte. Im Rahmen des Antrags wurde, nach Gesprächen mit dem Mann und einer zweiwöchigen Beobachtungsphase, ein individuelles Bildungskonzept erstellt. Darin wurden Bildungsziele anhand seiner Fähigkeiten formuliert. Diese waren zunächst niedrigschwellig angesetzt, um sie gegebenenfalls verbessern zu können. Der Antrag wurde nach kurzer Zeit bewilligt und somit konnte der Mann am Projekt teilnehmen. Er hatte zunächst zu Beginn seiner Teilnahme am Projekt keinen direkten Berufswunsch geäußert. Interpretiert wurde aber durch seine Äußerungen gegenüber der Mutter, dass Telefontechniker der richtige Beruf für ihn wäre. Woraufhin die Fachkräfte des dienstleistenden Unternehmens einen Förder- und Bildungsplan erarbeiteten. Dabei sollte vor allem eine realistische Zukunftsvorstellung im Vordergrund stehen und es sollten erreichbare Ziele formuliert und angestrebt werden.
Damit der Mann seine Kommunikation verbessern konnte, insbesondere das Schreiben und Sprechen in ganzen Sätzen, erhielt er zunächst fünf Tage pro Woche Förderunterricht, welcher genau auf seine individuellen Fähigkeiten abgestimmt war. Das dienstleistende Unternehmen förderte ihn deshalb besonders in den Fächern Deutsch und Mathematik, vermittelte ihm aber auch wichtige politische und speziell soziale, rechtliche Aspekte zur beruflichen Teilhabe. Weiterhin wurde er nach einiger Zeit mittels Jobcoaching in verschiedene Praktika in seinem beruflichen Wunschbereich vermittelt und in der Zeit vor Ort begleitet, um einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden – was ohne Erfolg blieb.
In den auch zum Bildungskonzept gehörenden lebenspraktischen Kursen wurden zusätzlich seine handwerklichen Fähigkeiten ermittelt und dabei zeigte sich eine besondere Eignung für eine Beschäftigung im Bereich Küche, die daraufhin weiter über Monate gefördert wurde. Allerdings erwies sich die Suche nach einem Praktikumsplatz im Bereich der Küche als schwierig, da diese häufig nicht ausreichend barrierefrei waren.
Letzten Endes absolviert der Mann ein dreiwöchiges Praktikum in der Küche eines Inklusionsbetriebes, das noch einmal verlängert wurde. Im Anschluss daran wurde der Mann für den Bereich der Küche als Küchenhelfer eingestellt. Auf dem Weg dazu wurde er intensiv durch ein Jobcoaching durch das dienstleistende Unternehmen begleitet.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Sprechen
  • IMBA - Arbeitsplanung
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Lautabgabe/Sprechen
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Schreiben
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)
  • MELBA - Arbeitsplanung
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Schreiben
  • MELBA - Sprechen
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)

Referenznummer:

PB/111142


Informationsstand: 27.12.2021