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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für zwei Küchenhilfen

Wo lag die Herausforderung?

Die eine Frau hat eine Wirbelsäulenerkrankung und eine Lungenfunktionsminderung und die andere Frau hat Arthrose in den Kniegelenken, weshalb beide körperlich nur gering belastbar sind und nicht schwer heben sowie tragen sollten. Dafür waren entsprechende Anpassungen an ihren Arbeitsplätzen nötig.

Was wurde gemacht?

Zur Verringerung der hohen Körperbelastungen wurden eine Geschirrspülmaschine und zwei Tischwagen angeschafft, womit die gebeugte Körperhaltung beim Spülen und das Tragen von Geschirr entfallen.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrationsamt gefördert. Die notwendige Erneuerung der Wasser- und Abwasserinstallation sowie die Anschaffung von spülmaschinenfestem Geschirr übernahm der Arbeitgeber in Eigenleistung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Kindergarten.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterinnen:

Bei einer der Frauen liegt eine Wirbelsäulenerkrankung und eine Lungenfunktionsminderung vor. Ihre Kollegin hat eine Arthrose in den Kniegelenken. Behinderungsbedingt sind die Frauen nur körperlich gering belastbar und sollten deshalb nicht dauerhaft für den manuellen Transport von Lasten eingesetzt werden. Beide Frauen haben einen GdB (Grad der Behinderung) von 50.

Beruf:

Die Frauen arbeiten als Küchenhilfen in dem Kindergarten.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die Küchenhilfen sind für die Versorgung von 219 Kindern mit Essen zuständig. Dies beinhaltet, neben der Essenausgabe zum Frühstück und Mittagessen, auch das Bestellen der Speisen und das Geschirrspülen. Das Frühstück und das Mittagessen werden in der Küche vorbereitet und anschließend manuell zur Essenausgabe transportiert. Nach den jeweiligen Mahlzeiten wird dann das gebrauchte Besteck und Geschirr von den Küchenhilfen zum Spülbecken getragen und per Hand in einer stehenden sowie gebeugten Körperhaltung gespült. Durch den häufigen manuellen Transport und die dauerhafte Einnahme der langen Stehhaltung mit gebeugtem Oberkörper entstehen erhebliche Belastungen für den Rücken und die Knie der beiden schwerbehinderten Küchenhilfen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Zur Verringerung der hohen Körperbelastungen wurden eine Geschirrspülmaschine und zwei Tischwagen angeschafft, damit entfällt die beim Spülen nötige gebeugte Körperhaltung und das manuelle Tragen der Mahlzeiten bzw. des Geschirrs sowie Bestecks. Beide Mitarbeiterinnen können nun ihre Aufgaben unter nur geringen körperlichen Belastungen ausführen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Knien
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • EFL - wiederholte Kniebeugen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Hocken
  • ERGOS - Knien
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Knien/Hocken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB2748


Informationsstand: 30.09.2009