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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung und Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten zur Beschäftigungssicherung für eine Bürokraft

Wo lag die Herausforderung?

Die Bürokraft konnte aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas mit Halbseitenlähmung und Konzentrationsstörungen sowie motorischen Einschränkungen, ihre Arbeitsaufgaben nicht mehr im vollen Umfang erledigen. Es wurde deshalb nach einer Möglichkeit im Unternehmen gesucht, um das Beschäftigungsverhältnis zu erhalten.

Was wurde gemacht?

Die Mitarbeiterin wurde in ein ruhigeres Einzelbüro versetzt und erhielt zusätzlich ein Arbeitstraining durch einen Jobcoach. Da diese Maßnahmen nicht ausreichend halfen und sie danach weiter nur einen Teil des Arbeitstages im Büro einsetzbar ist, konnte mit Hilfe des Technischen Beratungsdienstes ein Arbeitsplatz in der Produktion durch den Einsatz einer angepassten teilautomatischen Verpackungsmaschine mit Assistenzsystem eingerichtet werden. Sie arbeitet nun einen Teil des Arbeitstages im Büro und einen Teil in der Produktion. Bei beiden Varianten sind die Arbeitsinhalte so abgestimmt, dass sie diese auf Dauer ausführen kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Die teilautomatische Verpackungsmaschine wurde mit finanzieller Unterstützung des Inklusionsamtes aus Mitteln der Ausgleichsabgabe angeschafft. Unterstützt wurde das Unternehmen und die Mitarbeiterin dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein Hersteller mit ca. 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Antriebstechnik beziehungsweise Getriebe und Kupplungen. Die Beschäftigten fertigen in Deutschland und anderen internationalen Standorten Antriebstechnik beispielsweise für die Automobilindustrie und Schifffahrt sowie unter der Marke einer Partnergesellschaft für Windkraftanlagen.
Das Unternehmen suchte nach Möglichkeiten, eine Mitarbeiterin mit Schwerbehinderung weiter beschäftigen zu können.

Behinderung und Beeinträchtigung der Mitarbeiterin:

Durch einen Verkehrsunfall in ihrer Kindheit, bei dem die Mitarbeiterin ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Halbseitenlähmung rechts erlitt, kam es zur Schwerbehinderung mit kognitiven und motorischen Einschränkungen. Insbesondere ihre Fähigkeit die rechte Körperhälfte, speziell den rechten Arm, für Tätigkeiten einzusetzen und ihre Konzentrationsfähigkeit sind eingeschränkt, wobei die Konzentrationsfähigkeit über die Jahre weiter nachgelassen hat.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Die Frau arbeitete beim Unternehmen im EDV-Bereich an einem Bildschirmarbeitsplatz als Bürokraft. Aufgrund ihrer kognitiven und motorischen Einschränkungen konnte die Frau die spezifischen EDV-Programme nur noch unzureichend bedienen und war den steigenden Anforderungen der Tätigkeit auf Dauer nicht mehr gewachsen, weshalb das Unternehmen sich Gedanken über die Art der Weiterbeschäftigung beziehungsweise die Möglichkeit einer Versetzung machte. So erhielt sie zunächst ein eigenes Büro, damit sie ruhiger und ohne Ablenkung arbeiten konnte. Auch ein Jobcoach wurde eingebunden und unterstützte sie durch ein Arbeitstraining vor Ort, bei dem die Eingabe und das Benutzen der Programme am PC trainierte wurde. Da diese Maßnahmen nicht ausreichend halfen, konnte sie nur noch einen Teil der eigentlichen Arbeitsaufgaben im Büro erledigen. Ihr Arbeitstag war damit nur zu einem Teil ausgefüllt, weshalb erneut alternative Möglichkeiten gesucht wurden, sie für die restliche Arbeitszeit wirtschaftlich einzusetzen. Unternehmen und Schwerbehindertenvertretung überlegten, ob die Mitarbeiterin trotz ihrer Einschränkungen in der Produktion eingesetzt werden könnte. Zur Unterstützung wendeten sie sich an den Technischen Beratungsdienst des Inklusionsamtes. Mit Hilfe des Technischen Beratungsdienstes wurde eine teilautomatische Verpackungsmaschine, die speziell an die Fähigkeiten der Mitarbeiterin angepasst wurde, eingesetzt. Mit dieser kann sie kleine Kupplungsteile mit einfachen Bedienungsschritten verpacken und etikettieren. Die Kupplungsteile werden dazu von ihr mit ihrer funktionsfähigen Hand in die Maschine eingelegt und die Maschine verpackt, verschweißt und etikettiert diese. Die Maschine unterstützt sie dabei zusätzlich durch ein Assistenzsystem, das ihr über ein Pop-up-Fenster anzeigt, was zu tun ist. Die Maschine erkennt auch Fehler, sodass die Mitarbeiterin über den ganzen Arbeitsprozess hinweg angeleitet wird. Mit diesem Hilfsmittel kann die Mitarbeiterin ihren Arbeitsauftrag in der Produktion wirtschaftlich und ohne personelle Hilfe ausführen. Sie arbeitet nun einen Teil des Arbeitstages im Büro und einen Teil in der Produktion. Bei beiden Varianten sind die Arbeitsinhalte so abgestimmt, dass sie diese auf Dauer ausführen kann.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ELA - Feinmotorik
  • ELA - Handgreifkraft
  • ELA - Reichen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Aufmerksamkeit
  • IMBA - Feinmotorik (Fußgeschicklichkeit)
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Konzentration
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • MELBA - Aufmerksamkeit
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Konzentration

Referenznummer:

Pb/111170


Informationsstand: 09.08.2022