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Praxisbeispiel
Umschulung einer Krankenschwestern-Schülerin zur Zahntechnikerin

Wo lag die Herausforderung?

Aufgrund einer erworbenen Körperbehinderung begann die Frau eine Umschulung im Bereich der Krankenpflege. Während des Praktikums tragt jedoch eine psychische Erkrankung auf. Sie war den Anforderungen psychisch und physisch nicht mehr gewachsen.

Was wurde gemacht?

Nach der Genesung bemühte sich die Frau bei dem Reha-Team der Arbeitsagentur um eine Umschulung zur Zahntechnikerin. Nach erfolgreicher Arbeitserprobung in einem Berufsförderungswerk nahm sie an der Umschulung teil. Dabei wohnte sie wohnte sie im hauseigenen Internat. Vor der Ausbildung nahm sie noch einem Reha-Vorbereitungslehrgang teil. Während der Ausbildung traten wiederholt psychische Probleme auf. Trotz Betreuung durch den Psychologischen Dienst des Berufsförderungswerkes musste sie Teile der Ausbildung wiederholen. Die Abschlussprüfung schloss sie trotz einiger Hindernisse erfolgreich ab. Ihre erste Arbeitsstelle wurde ihr nicht gerecht. Bei der zweiten gehörte sie nach kurzer Zeit zur Stammbelegschaft. Heute stellt ihre Erkrankung im Berufsalltag kein Problem mehr dar.

Schlagworte und weitere Informationen

Diese Maßnahme wurde durch die Arbeitsagentur gefördert. Psychisch konnte die Frau durch die vom BFW angebotenen therapeutischen Hilfen und Übungsmöglichkeiten stabilisiert werden, so dass sie nach ihrer Abschlussprüfung eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen konnte.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen und Berufsförderungswerke.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist nach einer Umschulung ein Zahnlabor.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Frau:

Vor dem Auftreten ihrer psychischen Erkrankung bzw. Psychose lag bei der Frau bereits, durch die schwere Arbeit in der Landwirtschaft, eine Körperbehinderung vor.

Umschulung:

Wegen der körperlichen Beschwerden begann sie eine Umschulung im Bereich der Krankenpflege. Während eines Praktikums in der Umschulung trat die psychische Erkrankung auf. Sie war physisch sowie psychisch überfordert und eine stationäre Behandlung wurde erforderlich.

Die Frau bemühte sich nach ihrer Genesung um eine Reha-Maßnahme und nahm deshalb Kontakt zum Reha-Team der Arbeitsagentur auf. Ihr Wunsch war eine Umschulung zur Zahntechnikerin. Das Reha-Team empfahl zunächst eine Arbeitserprobung in einem Berufsförderungswerk (BFW). Dabei wurde die Eignung der Frau für diesen Beruf festgestellt. Die Ausbildung sollte ebenfalls in einem BFW erfolgen, um neben den fachlichen Möglichkeiten zur Ausbildung die begleitenden Dienste (Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter) bei Problemen nutzen zu können. Die Frau wohnte zu Beginn der Ausbildung im hauseigenen Internat.

Zunächst nahm sie an einem Reha-Vorbereitungslehrgang (RVL) teil. So wurden die fachlichen Voraussetzungen geschaffen und sie konnte behutsam an die Ausbildungssituation und die damit verbundenen Anforderungen, wie beispielsweise die soziale Integration in eine Klassengemeinschaft, herangeführt werden. Unmittelbar anschließend erfolgte die Umschulung bzw. Ausbildung zur Zahntechnikerin. Im Verlauf der Ausbildung traten aber wieder psychische Probleme auf. Die Frau begab sich, in Absprache mit dem Psychologischen Dienst des BFW, in fachärztliche Behandlung. Trotz behandlungsbedingter Ausfallzeiten wurde keine Rückversetzung bzw. Wiederholung bestimmter Ausbildungsabschnitte erforderlich. Die Abschlussprüfung empfand die Frau als normale Anspannung. Den theoretischen Teil bestand sie mit gut. In der praktischen Prüfung hatte sie einen Fehlguss, der ihr fünf Stunden Verzug eintrug. Trotz dieses Handicaps konnte sie aber auch diesen Prüfungsteil erfolgreich abschließen.

Übergang Umschulung - Beruf:

Als sich die Zahntechnikerin um eine Arbeitsstelle bewarb, hielt man ihr oft die nicht ausreichende Praxiserfahrung vor. Dennoch bekam sie nach kurzer Suche zwei Angebote. Beim ersten Arbeitgeber scheiterte sie, da sie als Berufsanfängerin ohne Einarbeitung direkt einen erfahrenen Kollegen ersetzen sollte. Beim zweiten Arbeitgeber wurde sie entsprechend eingearbeitet und gehört nach der Probezeit fest zur Stammbelegschaft. Blickt man auf ihre heutige Arbeit, so stellt ihre Erkrankung kein Problem mehr dar.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Verantwortung
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

R/PB1718


Informationsstand: 07.02.2019