Sprungnavigation Tastaturkurzbefehle

Suche und Service

Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Feinmechaniker

Wo lag die Herausforderung?

Der Feinmechaniker hat nach einem privaten Unfall eine Querschnittlähmung, weshalb er einen Rollstuhl nutzen muss und sein Greifraum eingeschränkt ist. Er konnte vom Rollstuhl aus nicht mehr an der konventionellen Drehmaschine und Werkbank arbeiten.

Was wurde gemacht?

Es wurde eine CNC-Drehmaschine mit Schrägbettbauweise angeschafft. Der Feinmechaniker ist nun in der Lage, bei einer Absenkung der Drehmaschine in den Boden, sowohl das Maschinenbedienpult als auch die Maschine selbstständig zu bedienen. Damit er auch die Werkbankarbeiten ausführen kann, wurde eine elektromotorisch höhenverstellbare Werkbank angeschafft.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsplatzgestaltung wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt bezuschusst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Es handelt sich um ein Institut für Mineralogie einer Universität.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hat nach einem privaten Unfall eine Querschnittslähmung. Er ist seitdem auf die Nutzung eines Rollstuhles angewiesen und sein Greifraum ist dadurch behinderungsbedingt eingeschränkt.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Feinmechaniker und arbeitet seit vielen Jahren beim Institut für Mineralogie.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Zu den Aufgaben des Feinmechanikers im Werkstattbereich gehören Werkbank- und Maschinenarbeiten bzw. Dreh- sowie Fräsarbeiten. Die aus Gold, Palladium, Platin, Pyrophyllit, Graphit und Stahl von ihm zu fertigten Proben werden in Hochdruckpressen für Forschung und Ausbildung laufend benötigt. Die von dem Feinmechaniker zu fertigenden Proben haben einen maximalen Durchmesser von 20 Millimeter und eine maximale Länge von 100 Millimeter. Für die Bearbeitung standen ausschließlich konventionelle Drehmaschinen zur Verfügung. Dabei erfordert das manuelle Spannen, der Werkzeugwechsel, das Messen und Entspannen eine nach vorn gebeugte, stehende Körperhaltung an den Drehmaschinen, wobei gleichzeitig hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit des Mitarbeiters gestellt werden. Diese Arbeitsanforderungen konnte der Mitarbeiter nach seinem Unfall vom Rollstuhl aus in sitzender Position nicht weiter erfüllen (siehe Abbildung).
Um eine Weiterbeschäftigung des Feinmechanikers in seinem Beruf zu ermöglichen, wurde eine CNC-Drehmaschine mit Schrägbettbauweise angeschafft. Der Mitarbeiter ist nun in der Lage, bei einer Absenkung der CNC-Drehmaschine in den Boden, sowohl das Maschinenbedienpult als auch die Maschine selbstständig zu bedienen. Das Maß vom Boden bis Unterkante des schwenkbaren Tableaus beträgt bei einer Absenkung der Maschine bis 100 Zentimeter. Die Oberkante des Tableaus ist 145 Zentimeter, das eingespannte Werkstück 110 cm vom Boden entfernt. Das schwenkbare Tableau ist unterfahrbar, und die Oberkante des Tableaus sowie das Spannfutter mit dem Werkstück können vom Rollstuhl aus problemlos erreicht werden. Die Programmierung erfolgt direkt an der CNC-Steuerung am Maschinenbedienpult. Dabei werden neben den geometrischen und technischen Daten, die für den Bearbeitungsablauf erforderlichen Werkzeuge vorbestimmt. Auf dem Bildschirm wird der Bearbeitungsprozess, so wie er auf der Maschine abläuft, grafisch simuliert. Die erforderlichen CNC-Grundkenntnisse hat sich der Feinmechaniker bereits bei der Bedienung der in der Werkstatt vorhandenen CNC-Fräsmaschine erworben. Die Fräsmaschine kann er auch weiter vom Rollstuhl aus bedienen. Nach der Programmierung werden die bis maximal 100 Gramm schweren Teile, die in einer Menge von 50 bis 1.000 Stück anfallen, von einem ca. 70 Zentimeter hohen Tisch direkt neben der CNC-Drehmaschine genommen und mit der rechten Hand zum Spannfutter geführt. Die linke Hand betätigt den Druckschalter für das pneumatische Spannfutter. Danach schließt der Feinmechaniker die Abdeckung der CNC-Drehmaschine und startet das Bearbeitungsprogramm. Nach der Bearbeitung wird das Werkstück bzw. die Probe auf einen weiteren ca. 70 Zentimeter hohen Tisch direkt neben der CNC-Drehmaschine abgelegt.
Zum Ausführen der Werkbankarbeiten wurde eine elektromotorisch höhenverstellbare Werkbank, die mit dem Rollstuhl unterfahren werden kann, angeschafft.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ELA - Gehen
  • ELA - Heben
  • ELA - Reichen
  • ELA - Stehen
  • ELA - Tragen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB1310


Informationsstand: 12.12.2023