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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für eine Laborassistentin

Wo lag die Herausforderung?

Die Laborassistentin arbeitet in einem Haut-Labor einer Uni-Klinik. Behinderungsbedingt kommt es zu Beeinträchtigungen beim Nutzen des rechten Arms und der rechten Hand. Sie kann deshalb bestimmte Arbeiten nur einschränkt ausführen, da sie die Laborgeräte schlecht nutzen kann. Der Arbeitsplatz musste aus diesem Grund mit anderen Laborgeräten ausgestattet werden.

Was wurde gemacht?

Zur behinderungsgerechten Gestaltung wurde der Arbeitsplatz mit folgenden Arbeitsmitteln bzw. Laborgeräten ausgestattet:
- einem Rotationsmikrotom
- einer elektronischen Pipette

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsplatzgestaltung wurde zu 50 Prozent vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Berücksichtigt wurde dabei, dass durch die gleichbleibende Qualität der Schnitte weniger Ausschuss bzw. weniger Zeit zur Ausführung und Anfertigung der Schnitte benötigt wird - unabhängig davon, ob die Mitarbeiterin mit Behinderung oder eine nichtbehinderte Kollegin bzw. ein nichtbehinderter Kollege die Herstellung der Schnitte vornimmt. Somit kommt es zu einem wirtschaftlichen Vorteil für die Uni-Klinik. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Beim Unternehmen handelt es sich um eine Universitäts-Klinik.

Behinderung und Beeinträchtigung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat rechts eine Arm- und Handbehinderung. Behinderungsbedingt ist ihre Bewegungs- und Handhabungsfähigkeit beim Einsatz der rechten Hand und des rechten Arms zur Ausführung von bestimmten Tätigkeiten eingeschränkt. Sie sollte deshalb nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die einen häufigen oder dauerhaften Einsatz der rechten Hand und des rechten Armes (z. B. zum Halten, Greifen oder Tragen) erfordern.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiterin ist ausgebildete Medizinisch-Technische Laborassistentin und arbeitet im Haut-Labor der Uni-Klinik.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Arbeitsplatz der Mitarbeiterin befindet sich im Laborbereich. Dort gehören u. a. das:
- Eingießen der Hautproben in Wachs,
- Herstellen von Wachsschnitten mit den Hautproben mittels Schlittenmikrotom,
- Aufbereiten der Schnitte bzw. das Aufbringen spezieller Flüssigkeiten auf die Schnitte und
- das Fotografieren der Schnittproben
zu ihren Aufgaben.

Die Medizinisch-Technische Laborassistentin ist beim Arbeiten am Schlittenmikrotom und beim Pipettieren behinderungsbedingt beeinträchtigt. Für die eigentliche Rechtshänderin wurden deshalb eine leichte elektronische Pipette und ein vollautomatisches Rotationsmikrotom angeschafft. An der Pipette kann einfach das benötigte Volumen eingestellt und anschließend das Pipettieren durch leichtes Drücken eines Kopfes ausgelöst werden. Obwohl die elektronische Pipette sehr leicht ist, wechselt die Medizinisch-Technische Laborassistentin beim häufigen Einsatz die Hand zur weiteren Reduzierung der Belastung. Durch den Einsatz des vollautomatischen Rotationsmikrotoms entfällt die häufige und erforderliche gleichförmige Betätigung des Schlittens, die bauartbedingt beim Nutzen eines manuellen Schlittenmikrotom und zur Erzeugung einer gleichförmigen Schnittbewegung von der Rechtshänderin mit der rechten Hand ausgeführt werden musste. Durch den Einsatz des vollautomatischen Rotationsmikrotoms werden die Belastungen weiter reduziert und es können qualitativ gleichbleibende Schnitte pro Arbeitstag hergestellt werden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB3055


Informationsstand: 13.01.2022