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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für eine Laborassistentin in einem Krankenhaus

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau muss akustische Signale der Analysegeräte im Labor auch aus weiterer Entfernung wahrnehmen können - was trotz Hörgeräte behinderungsbedingt nicht möglich war.

Was wurde gemacht?

Es wurde eine Funkrufanlage, bestehend aus Sensoren, Sendeeinheit und Empfänger eingesetzt. Mit deren Hilfe können akustischen Signale in optisch verstehbare Signale umgewandelt werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die zuzahlungsfreien Hörgeräte wurden von der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. Krankenkasse gefördert. Die sonstigen Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Gestaltung wurden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert,
wobei die Beratung durch den Technischen Beratungsdienst erfolgte. Die Beratung, Messungen sowie Anpassung der Hörgeräte erfolgte durch den Hörgeräteakustiker.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein großes Krankenhaus mit eigenem Labor, das zu einem Gesundheitskonzern gehört.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Hörbehinderung und ist schwerhörig. Da sie nur sehr eingeschränkt fähig ist akustische Informationen (Sprache und Signale) wahrzunehmen, nutzt sie Hörgeräte um diese zu verstärken bzw. akustisch zu verstehen. Akustische Informationen von weiter entfernten Quellen müssen so umgewandelt werden, dass sie von der Frau optisch wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 60. Ihr Schwerbehindertenausweis beinhaltet das Merkzeichen RF.

Beruf:

Die Frau arbeitet seit einigen Jahren im Schichtdienst als Medizinisch-Technische Laborassistentin (MTA) im Krankenhaus. Sie finden auch Ausbildungseinrichtungen für schwerhörige und gehörlose Menschen in REHADAT.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe
Die Laborassistentin bedient und überwacht in sechs Laborräumen mehrere Analysegeräte. Während des Analysevorganges geben die Analysegeräte verschiedene akustische Signale ab, die Fehler, Störungen und das Ende der Analyse signalisieren. Die Laborassistentin konnte mit Hilfe ihrer Hörgeräte nur die akustischen Signale der Analysegeräte in dem Raum wahrnehmen, in dem sie sich befindet.
Durch den Einsatz einer Funkrufanlage können die akustischen Signale der Analysegeräte sowie die Klingeltöne von Telefon und Tür drahtlos zur Mitarbeiterin gesendet werden. Dazu werden an den entsprechenden Geräten Funksender angebracht. Diese nehmen das akustische Signal des Analysegerätes über ein Mikrofon auf und leiten es an eine Sendeeinheit weiter, die es dann an kleines Empfangsgerät sendet. Das Empfangsgerät trägt die Laborassistentin bei sich am Körper. Das Empfangsgerät signalisiert der Laborassistentin, durch Vibration und Anzeige (optisch), welches Analysegerät das Signal abgegeben hat.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Hören
  • IMBA - Schall/Lärm
  • IMBA - Schichtarbeit
  • IMBA - Vibration/Erschütterungen

Referenznummer:

R/PB5049


Informationsstand: 13.11.2019