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Praxisbeispiel
Beschäftigung als Küchenhilfe bei einer Kurklinik

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann ist nicht fähig akustische Informationen wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können. Er hat außerdem Einschränkungen beim Lernen sowie Merken und benötigt Unterstützung, um Zusammenhänge sowie Aufgaben zu verstehen und zu lernen.

Was wurde gemacht?

Da der Mann und seine Eltern nicht wollten, dass er in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet, empfahl ihm ein Mitarbeiter des Reha-Teams der Arbeitsagentur sich an den Integrationsfachdienst zu wenden. Über den Integrationsfachdienst bekam er dann eine Praktikumsstelle bei seinem jetzigen Arbeitgeber. Im Praktikumszeitraum von 18 Monaten wurde er mit Hilfe eines Job-Coaches des Integrationsfachdienstes und eines vom Integrationsfachdienst eingeschalteten Gebärdensprachdolmetschers über ein Job-Coaching bzw. Betriebliches Arbeitstraining direkt am Arbeitsplatz qualifiziert und eingearbeitet. Nach dem Praktikum erhielt der Mann ein Zertifikat von der Kurklinik und einen Arbeitsvertrag als Küchenhilfe.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Dienstleistung des Integrationsfachdienstes und Gebärdensprachdolmetschers wurde über das Persönliche Budget zur beruflichen Teilhabe von der Arbeitsagentur gefördert. Der Arbeitgeber erhielt von der Arbeitsagentur einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und die Kontaktdaten zu ntegrationsfachdiensten sowie Gebärdensprachdolmetscherinnen bzw. Gebärdensprachdolmetschern.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber betreibt eine Kurklinik, die einen Mann mit einer Schwerbehinderung eingestellt hat. Zur Einstellung kam es über einen Integrationsfachdienst, zu dessen Aufgaben u. a. die Vermittlung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gehören. Ohne die Betreuung durch den Integrationsfachdienst wäre eine Einstellung nicht möglich gewesen, da die Kurklinik nicht das Personal und die Zeit gehabt hätte den Mann individueller und länger als üblich einzuarbeiten und für die erforderlichen Tätigkeiten anzulernen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist gehörlos und hat eine Lernbeeinträchtigung. Er ist nicht fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können. Er hat außerdem Einschränkungen beim Lernen sowie Merken und benötigt Unterstützung, um Zusammenhänge sowie Aufgaben zu verstehen und zu lernen.

Übergang Schule - Beruf:

Nach dem Besuch einer Schule mit Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation wurde in einem Berufsbildungswerk (BBW) versucht einen geeigneten Ausbildungsberuf für den Mann über eine Berufsfindung und anschließende Arbeitserprobung zu finden. Am Ende der Maßnahmen stand fest, dass keine entsprechende Eignung für einen Ausbildungsberuf, auch mit entsprechender Unterstützung, vorlag. So blieb eigentlich nur als Alternative eine Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Da der Mann und seine Eltern dies nicht wollten, empfahl ihm das Reha-Team der Arbeitsagentur sich an den Integrationsfachdienst zu wenden. Der Mann beantrage dazu mit Hilfe des Reha-Teams bei der Arbeitsagentur ein Persönliches Budget, um den Integrationsfachdienst selber beauftragen zu können bzw. mit ihm einen entsprechenden Vertrag mit dem Ziel der beruflichen Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abschließen zu können. Über den Integrationsfachdienst bekam er dann eine Praktikumsstelle bei seinem jetzigen Arbeitgeber. Im Praktikumszeitraum von 18 Monaten wurde er mit Hilfe eines Job-Coaches des Integrationsfachdienstes und eines vom Integrationsfachdienst eingeschalteten Gebärdensprachdolmetschers über ein Job-Coaching bzw. Betriebliches Arbeitstraining direkt am Arbeitsplatz qualifiziert und eingearbeitet. Dabei wurden die erforderlichen Arbeitsgänge strukturiert, schrittweise und intensiv bzw. oft trainiert, so dass ein passgenauer Einsatz für die Tätigkeit als Küchenhilfe beim Arbeitgeber möglich wurde. Neben den Vorgaben durch die Arbeitsanforderungen bzw. den Arbeitgeber wurden auch die Fähigkeiten und Bedürfnisse des behinderten Mannes berücksichtigt. Nach dem Praktikum bzw. Ende des Arbeitstrainings erhielt der Mann ein Zertifikat von der Kurklinik und einen Arbeitsvertrag als Küchenhilfe. Die Einstellung basierte dabei im Wesentlichen auf die erworbenen bzw. vorhandenen beruflichen Fertigkeiten, die Beseitigung der Kommunikationsbarriere, der positiven Arbeitseinstellung und der sympathischen Persönlichkeit.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Jugendliche arbeitet in der Küche schält, putzt, schneidet Gemüse und hilft bei der Ausgabe der Mittagessen. Er stellt ebenfalls kleine Häppchen, die er auch garniert, her.

Arbeitsorganisation:

Zur Kommunikation werden Gesten, Zeichen und kurze sowie einfach formulierte Notizen eingesetzt. Der Jugendliche arbeitet als Küchenhilfe auf Teilzeitbasis beim Arbeitgeber.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Gestik/Mimik
  • IMBA - Hören
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

Pb/110721


Informationsstand: 25.11.2019