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Praxisbeispiel
Beschäftigungssicherungs- und Lohnkostenzuschuss für einen Mitarbeiter mit einer Hirnschädigung bei einem Recycling-Unternehmen

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Schädel-Hirnverletzung, weshalb seine Konzentration sowie seine Bewegungsgfähigkeit eingeschränkt und seine Motorik verlangsamt ist. An seinem Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Der Arbeitgeber erhält einen Beschäftigungssicherungszuschuss zum finanziellen Ausgleich, da die Leistungsminderung auch durch Hilfsmittel nicht ausgeglichen werden konnte.

Schlagworte und weitere Informationen

Der Arbeitgeber erhält vom Integrations- bzw. Inklusionsamt einen monatlichen Beschäftigungssicherungszuschuss zum finanziellen Ausgleich der außergewöhnlichen Belastungen durch die verringerte Leistung. Er erhielt außerdem für drei Jahre von der Arbeitsagentur einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe im Rahmen der Einstellung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und Arbeitsagenturen.

Arbeitgeber:

Der Kleinbetrieb recycelt Elektrogeräte.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Schädel-Hirnverletzung. Behinderungsbedingt sind seine Konzentration und seine Bewegungsfähigkeit eingeschränkt bzw. seine Motorik verlangsamt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist Teilezurichter und wurde neu für die Demontage bei seinem Arbeitgeber eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Im Bereich der Demontage ist der Mitarbeiter gemeinsam mit einem Kollegen für die Zerlegung von Elektrogeräten zuständig. Am Arbeitsplatz lässt sich der Mitarbeiter sehr leicht ablenken und benötigt eine intensive Beaufsichtigung, die in dem Kleinbetrieb aus personellen Gründen nicht immer möglich ist. Aus diesem Grund und aufgrund einer behinderungsbedingten Verlangsamung aller Bewegungsabläufe ist seine Arbeitsleistung deutlich vermindert. Für die Demontage bestimmter Elektrogeräte, z. B. Fernsehgeräte, werden im Mittel zehn Minuten veranschlagt. Der Kollege erreicht diese Zeit mühelos und zerlegt im Durchschnitt sechs Geräte pro Stunde, während der Mitarbeiter aufgrund seiner Schwerbehinderung im Durchschnitt nur vier Demontagen schafft.
Für den Mitarbeiter mit Schwerbehinderung ergibt sich im Vergleich eine Minderleistung von ca. 33 Prozent. Da es sich um rein handwerkliche Tätigkeiten an immer wieder andersartigen Geräten handelt, können technische Arbeitshilfen oder organisatorische Maßnahmen zur Leistungssteigerung am Arbeitsplatz nicht eingesetzt werden.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Aufmerksamkeit
  • IMBA - Konzentration
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • MELBA - Aufmerksamkeit
  • MELBA - Konzentration

Referenznummer:

R/PB4307


Informationsstand: 15.04.2020