Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Gabelstaplerfahrer bei einer Brauerei

Wo lag die Herausforderung?

Bedingt durch seine Hüftgelenkserkrankung soll der Gabelstaplerfahrer häufiges Steigen von Stufen, schweres Heben sowie Tragen und langes Stehen vermeiden. Er musste aber sehr oft zum manuellen Binden der Getränkekästen vom Gabelstapler ab- und danach wieder aufsteigen – was so von ihm nicht weiter ausgeführt werden konnte. Sein Arbeitsplatz musste deshalb behinderungsgerecht angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Das vorher vom Gabelstaplerfahrer auszuführende manuelle Binden wurde durch den Einsatz eines Plattenbinders automatisiert. Er muss nun nur noch die palettierten Getränkekästen für den Bindevorgang mit dem Gabelstapler auf eine Rollenbahn auflegen. Über die Rollenbahn werden die Getränkekästen zum Palettenbinder transportiert und automatisch gebunden sowie auf den Paletten gesichert. Im Anschluss werden die Getränkekästen vom Mitarbeiter mit dem Gabelstapler ins Lager gefahren.

Die Arbeitsgestaltung bzw. der Palettenbinder wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist eine kleinere Brauerei.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Hüftgelenkserkrankung und wurde Menschen mit einer Schwerbehinderung gleichgestellt. Behinderungsbedingt sollte er nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein häufiges Steigen (Stufen, Treppen usw.), ein langes Stehen und den manuellen Transport von Lasten erfordern.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet als Gabelstaplerfahrer beim Unternehmen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Brauerei ist der Gabelstaplerfahrer für den Transport und das Binden bzw. die Sicherung der vollen Getränkekästen zuständig. Zum Binden und Sichern musste er die palettierten sowie vollen Getränkekästen manuell binden sowie sichern und anschließend mit einem Gabelstapler, der mit einem ergonomischen und luftgefederten Fahrersitz ausgestattet ist, in das Lager transportieren. Während des Arbeitstages stieg er dafür bis zu zweihundertmal vom Gabelstapler ab und wieder auf. Behinderungsbedingt ist dies auf Dauer nicht länger möglich. Um den manuellen Vorgang des Palettenbindens sowie der -sicherung zu automatisieren und damit das häufige Auf- sowie Absteigen vom Gabelstapler zu vermeiden, wurde ein Palettenbinder angeschafft. Der Gabelstaplerfahrer muss die palettierten Getränkekästen für den Bindevorgang mit dem Gabelstapler auf eine Rollenbahn auflegen. Über die Rollenbahn werden die Getränkekästen zum Palettenbinder transportiert und automatisch gebunden sowie auf den Paletten gesichert. Im Anschluss werden die Getränkekästen vom Mitarbeiter mit dem Gabelstapler ins Lager gefahren.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

kraftbetriebene Industriefahrzeuge zum Anheben und Transportieren von Material (Gabelstapler)
Förderer (Rollenbahnen)
Maschinen und Anlagen (Palettenbinder)

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • ELA - Gehen
  • ELA - Stehen
  • ELA - Steigen (Leiter/Treppe)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

R/PB1361


Informationsstand: 04.12.2025