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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Mitarbeiter mit Epilepsie und einer Halbseitenlähmung in einer Bäckerei

Wo lag die Herausforderung?

Der Mitarbeiter sollte nur eingeschränkt für das manuelle Heben und Tragen von Lasten in der Bäckerei bzw. Backstube eingesetzt werden, wie es bei der Handhabung der verschmutzten und manuell zu reinigen Backbleche erforderlich ist.

Was wurde gemacht?

Die Arbeit wurde durch den Einsatz einer Blechrenigungsmaschine teilautomatisiert und somit die Belastungen reduziert. Der Mitarbeiter wird nun, da er zeitlich nicht mehr ausreichend ausgelastet ist, auch an der Teigausrollmaschine eingesetzt. Dies ist ebenfalls eine für ihn geeignet und körperlich leichte Tätigkeit.

Schlagworte und weitere Informationen

Das Integrations- bzw. Inklusionsamt förderte zu 60 Prozent die Anschaffung der Blechputzmaschine. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Bäckerei.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Eine Schädigung des Gehirns führte bei dem Mann zu einer Epilepsie und Halbseitenlähmung (rechts). Er sollte nur eingeschränkt für das manuelle Heben und Tragen von Lasten eingesetzt werden. Wegen der regelmäßig anfallenden schweren körperlichen Arbeiten in seinem Beruf hatte er gesundheitliche und leistungsmäßige Probleme.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Gärtner und war, bis er behinderungsbedingt kündigte, bei einer Landschaftsbaufirma beschäftigt. Seit einiger Zeit ist der Mann bei einer Bäckerei als Reinigungskraft tätig. Es handelt sich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in Vollzeit.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Als Reinigungskraft gehört das manuelle Reinigen der Backbleche für Brötchen und Brot zu seinen Aufgaben. Durch den ständig zunehmenden Verkauf von Kuchen, der vorher vollständig zugekauft wurde und nun selbst hergestellt wird, lohnt sich inzwischen der Einsatz einer Blechputzmaschine. Der Mitarbeiter kann deshalb an der Blechputzmaschine zur Bedienung, Bestückung und der Entnahme der Bleche eingesetzt werden. Dazu muss er die benutzten Backbleche in die Maschine einlegen und die gesäuberten Bleche entnehmen. Für den An- und Abtransport der Backbleche stehen entsprechende Transportwagen zur Verfügung. Da die Bleche einzeln zugeführt werden, fallen nur leichte Hebe- und Tragearbeiten an.
Mit der Arbeit an der Blechputzmaschine ist er allerdings nicht voll ausgelastet, deshalb soll er in der verbleibenden Zeit an einer Teigausrollmaschine mithelfen. Hier ist es seine Aufgabe, die angelieferte Teigmasse in die Maschine einzulegen sowie den ausgerollten Teig zu entnehmen und auf Backbleche zu legen. Auch hier handelt es sich um eine körperlich leichte Tätigkeit.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB2834


Informationsstand: 29.04.2019