Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für eine Transport-Hilfskraft für Patientinnen und Patienten

Wo lag die Herausforderung?

Die Hilfskraft ist im Bereich des Krankentransports auf dem großen Gelände der Klinik tätig. Ihm musste nach einer Krebsoperation ein Teil der Lunge entfernt werden. Zudem kam es durch die begleitende Chemotherapie zu einer Nierenschädigung. Behinderungsbedingt sollte er nicht für körperlich belastende Tätigkeiten in Verbindung mit dem Gehen langer Strecken eingesetzt werden. Da dies beim manuellen Schieben der Patientinnen und Patienten in ihren Betten oder Rollstühlen zu Untersuchungen, Behandlungen oder Operationen auf den langen Wegen dorthin und zurück aber der Fall war, musste die Tätigkeit behinderungsgerecht angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Um die hohen Belastungen durch das Schieben auf den langen Wegen für den Mitarbeiter zu vermeiden, wurde ein elektromotorischer Transporter, ein sog. Mover, angeschafft. An den Mover kann vorne ein spezieller Transportstuhl für die Patientinnen und Patienten gekoppelt werden. Während des Transports steht der Mitarbeiter auf einem Trittbrett hinten am Mover und steuert ihn per Joystick. Auch Patientinnen und Patienten, die auf Betten angewiesen sind, können befördert werden, indem ihr Bett an die als Zubehör angebotene Armhalterung vorne im oberen Bereich des Movers angekoppelt wird.

Die behinderungsgerechte Gestaltung durch den Einsatz des Movers in Verbindung mit dem dazu benötigten Transportstuhl wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummer der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Arbeitsgestaltung für eine Transporthilfskraft für Patientinnen und Patienten

Unternehmen:

Es handelt sich um ein großes Klinikum mit angeschlossenen Einrichtungen wie beispielsweise Fachkliniken und Instituten. Das Klinikum versorgt die Einwohner der Stadt und der Region medizinisch.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hatte Krebs mit Metastasen und wurde mehrfach operiert sowie mit Chemotherapien behandelt. Bedingt durch den Krebs musste ihm auch ein Teil der Lunge entfernt werden. Durch die Chemotherapien wurden zudem seine Nieren geschädigt, so dass ihre Funktion eingeschränkt ist. Er ist deshalb auf Medikamente angewiesen. Behinderungsbedingt sollte er nicht für körperlich belastende Tätigkeiten in Verbindung mit dem Gehen langer Strecken eingesetzt werden, da es dabei schnell zur Erschöpfung und zu Lufteinschränkungen kommt. Sein Grad der Behinderung (GdB) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter ist in Teilzeit mit 30 Stunden pro Woche als Hilfskraft im Krankentransport der Logistikabteilung des Klinikums tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Der Mitarbeiter wird in der Logistikabteilung mit 50 Beschäftigten für den Krankentransport auf dem großen Gelände mit seinen vielen Gebäuden und Einrichtungen eingesetzt. Dort wird eigentlich im Dreischicht-System gearbeitet. Aufgrund tätigkeitsbedingter Belastungen arbeitet der Mitarbeiter behinderungsbedingt nur in Teilzeit und zur besseren Erholung ausschließlich in der Frühschicht. Die Zuteilung der beispielsweise zu Behandlungen, Untersuchungen und zur OP zu transportierenden Patientinnen und Patienten erfolgt über den Schichtleiter mittels einer Software für Krankenhauslogistik. Über die er dann eine entsprechende Meldung bzw. einen entsprechenden Auftrag auf das Smartphone des Mitarbeiters sowie seiner Kolleginnen und Kollegen schickt. In der Regel erfolgen die Transporte der liegenden Patientinnen und Patienten durch Schieben ihrer Krankenbetten und die der etwas mobileren Patientinnen und Patienten durch Schieben im Rollstuhl. Durchgeführt werden dabei vom Mitarbeiter durchschnittlich 20 bis 30 Hin- und Rücktransporte pro Arbeitstag, wobei noch weitere Fortbewegungen ohne Patientinnen und Patienten hinzukommen. Täglich summieren sich so die zurückzulegenden Wege mit überwiegend manuell zu schiebenden Lasten auf 15 Kilometer. Hinzu kommen dabei noch Verbindungswege zu anderen Gebäuden im Kellerbereich mit Steigungen oder ungünstigem Belag, die das Schieben weiter erschweren.
Zur Vermeidung der hohen körperlichen Belastungen für den Mitarbeiter wurde ein elektromotorischer Transporter, ein sog. Mover, mit einer Fahrgeschwindigkeit von acht Kilometern pro Stunde angeschafft. An den Mover kann vorne ein vom herstellenden Unternehmen angebotener Transportstuhl für die Patientinnen und Patienten gekoppelt werden. Der Mitarbeiter steht während des Transports auf einem Trittbrett hinten am Mover und steuert ihn per Joystick. Auch Patientinnen und Patienten, die auf Betten angewiesen sind, können befördert werden, indem ihr Bett an die als Zubehör angebotene Armhalterung vorne im oberen Bereich des Movers angekoppelt wird.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

kraftbetriebene industrielle Mitfahrer-Transportfahrzeuge

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schieben/Drücken
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ELA - Heben
  • ELA - Schieben/Ziehen dynamisch
  • ELA - Tragen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Schieben/Ziehen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Schieben/Ziehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

Pb/111329


Informationsstand: 09.12.2025