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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für drei Krankenpflegehelferinnen mit Schwerbehinderung in einem Krankenhaus

Wo lag die Herausforderung?

Die Mitarbeiterinnen haben entweder eine Arm- und Beinbehinderung, eine Herzkreislauferkrankung oder eine Herzkreislauferkrankung zusätzlich mit einer Rückenerkrankung. Alle von ihnen sollten schweres Heben sowie Tragen und andere körperlichen Anstrengungen vermeiden, weshalb entsprechende Anpassungen an ihren Arbeitsplätzen nötig waren.

Was wurde gemacht?

Um die Patienten und Patientinnen weiterhin in ihrer Hygiene unterstützen zu können, wurde ein Patientenlifter und eine Hubbadewanne angeschafft, mit deren Hilfe die Tragearbeiten entfallen und die Mitarbeiterinnen eine ergonomische Arbeitshaltung einhalten können.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zu 80 Prozent gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Krankenhaus, das zu einem Gesundheitskonzern gehört. Das Krankenhaus hat sich auf die stationäre Nachsorge bzw. Pflege von Patientinnen und Patienten aus dem Bereich der Inneren Medizin und Orthopädie spezialisiert. Die Patientinnen und Patienten werden überwiegend von anderen Krankenhäusern aus der Region in die Pflegeklinik überwiesen.

1. Mitarbeiterin

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Die Frau hat Epilepsie sowie eine Arm- und Beinbehinderung. Bedingt durch ihre Behinderungen kann die Frau keine schweren Hebe- und Tragearbeiten ausführen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 90. Ihr Schwerbehindertenausweis beinhaltet das Merkzeichen B.

Beruf:

Die Frau arbeitet als Krankenpflegehelferin in dem Krankenhaus.

2. Mitarbeiterin

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Die Frau hat eine Herz-Kreislauferkrankung. Behinderungsbedingt kann sie ebenfalls keine körperlich anstrengenden Hebe- und Tragearbeiten ausführen. Der Grad ihrer Behinderung beträgt 80 (GdB 80).

Beruf:

Die Frau arbeitet als Krankenpflegehelferin in dem Krankenhaus.

3. Mitarbeiterin

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Die Frau hat eine Rückenerkrankung und auch eine Herz-Kreislauferkrankung. Sie sollte manuell keine schweren Lasten heben oder tragen sowie körperlich anstrengende Tätigkeiten verrichten. Der Grad der Behinderung beträgt 50 (GdB 50).

Beruf:

Die Frau arbeitet als Krankenpflegehelferin in dem Krankenhaus.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die drei Pflegehelferinnen arbeiten auf einer von drei Pflegestationen des Krankenhauses. Jede dieser Stationen besitzt 22 Betten und nimmt ein komplettes Stockwerk des Krankenhausgebäudes ein. Im Rahmen ihrer Tätigkeit pflegen die drei Frauen die überwiegend älteren Patientinnen und Patienten, d.h. sie waschen sie und helfen ihnen bei der Toilettennutzung. Von den 22 Patientinnen und Patienten benötigen durchschnittlich 18 Hilfe bei der Körperpflege und der Toilettennutzung. Das Baden sowie das Umsetzen der Patientinnen und Patienten in die Badewanne und auf die Toilette bereitet den Pflegehelferinnen besondere Probleme, da sie die Patientinnen und Patienten ständig heben, halten und stützen müssen. Zusätzlich kommt es beim Waschen der Patientinnen und Patienten in der Badewanne zu Zwangshaltungen, da sich die Pflegehelferinnen ständig bücken müssen.
Die sehr anstrengende Arbeit (Halte- und Tragearbeit) und die damit verbundenen hohen körperlichen Belastungen der drei Pflegehelferinnen sowie die Zwangshaltungen lassen sich durch den Einsatz eines Patientenlifters und einer Hubbadewanne wesentlich verringern. Mit dem Lifter können die Patientinnen und Patienten in die Badewanne oder auf die Toilette umgesetzt bzw. gehoben werden. Mit der Hubwanne kann die Arbeitshöhe, d.h. die Höhe in der die Patientinnen und Patienten in der Badewanne gewaschen werden, ergonomisch angepasst werden.
Die Demontage der vorhandenen Badewannen, die Veränderung der Wasseranschlüsse und Abflussleitungen sowie die Wiederherrichtung der Räume (Fliesenarbeiten) wurden überwiegend von der Abteilung Facility-Management des Krankenhauses in Eigenleistung ausgeführt.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB4778


Informationsstand: 24.06.2019