Praxisbeispiel
Arbeitsplatz­gestaltung für einen Mitarbeiter einer Metallwarenfabrik

Wo lag die Herausforderung?

Der Produktionshelfer sollte wegen seiner Rückenerkrankung und Herz-Kreislauferkrankung belastende Tätigkeiten, wie Heben, Tragen und häufiges Bücken, vermeiden. Da er arbeitsmäßig durch eine Umstellung des zu produzierenden Sortiments nicht mehr ausgelastet war, soll er für den Materialtransport und die Versorgung des Montageautomaten eingesetzt werden. Er benötigt dazu entsprechende Hilfsmittel.

Was wurde gemacht?

Zur behinderungsgerechten Gestaltung wurden folgende Hilfsmittel zum Transport und Positionieren angeschafft:

Die Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Gestaltung wurden vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung zur Arbeitsgestaltung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist eine Metallwarenfabrik mit 110 Beschäftigten, in der Haushaltsleitern, Sitzhocker, Bügelbretter, Kleiderständer usw. produziert werden.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Rückenerkrankung und eine Herz-Kreislauferkrankung, weshalb er körperlich nur noch eingeschränkt belastbar ist. Anstrengende Tätigkeiten, wie Heben, Tragen und häufiges Bücken, sollte er vermeiden. Der Grad der Behinderung (GdB) beträgt 60.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter hat keinen Beruf erlernt und arbeitet seit einigen Jahren als angelernter Produktionshelfer beim Unternehmen.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Bedingt durch eine Umstellung des zu produzierenden Sortiments ist der Anteil von Schweißarbeiten in der Produktion stark zurückgegangen, so dass der Mitarbeiter mit Schweißarbeiten allein nicht mehr ausgelastet werden konnte.
Der Mitarbeiter soll deshalb mit einem Gabelhubwagen innerbetriebliche Transporte ausführen und vor allem den Montageautomaten für Stehleitern mit Material versorgen bzw. beschicken.
Dazu fährt der Mitarbeiter die Paletten und Boxen mit den benötigten Einzelteilen und vormontierten Baugruppen mit dem Gabelhubwagen zu den Montageautomaten. Die Zuführung der Kleinteile erfolgt über Magazine und Schwenkförderer, die in regelmäßigen Abständen nachzufüllen sind. Paletten mit größeren Teilen werden auf einem Scherenhubtisch abgestellt. Über Förderbänder, die vom Automaten gesteuert werden, erfolgt die Zuführung der manuell aufgelegten Bauteile. Die Förderbänder dienen gleichzeitig als Puffer und machen den Mitarbeiter unabhängig vom Arbeitstakt des Automaten. Auf diese Weise steht ihm auch Zeit zur Ausführung weiterer innerbetrieblicher Transporte zur Verfügung.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

handgeführte Hubwagen (Gabelhubwagen)
Förderer
Hebe- und Positionierungssysteme (Scherenhubtische)

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ELA - Bücken/Aufrichten
  • ELA - Heben
  • ELA - Tragen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB5182


Informationsstand: 22.07.2025