Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Der Mitarbeiter sollte behinderungsbedingt keinen Gasen, Stäuben oder Dämpfen ausgesetzt werden. Er sollte auch keine schweren Lasten heben oder tragen, da er ansonsten Atemprobleme bekommt. Er wurde deshalb in einen anderen Bereich versetzt, wo aber noch Anpassungen zur Vermeidung von Hebe- und Tragearbeiten vorgenommen werden mussten.Was wurde gemacht?
Es wurde ein neuer Elektrogabelstapler angeschafft, mit dem die Gussstücke belastungsfrei auf dem Arbeitstisch abgelegt werden können. Der ebenfalls neue Arbeitstisch ist höhenverstellbar, sodass die dort im Schichtbetrieb arbeitenden Mitarbeiter die Arbeitshöhe nach ihrem Bedarf anpassen können.
Die Arbeitsgestaltung wurde teilweise vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert, da auch ein Kollege ohne Schwerbehinderung die Hilfsmittel in seiner Schicht benutzt. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.
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Unternehmen:
Die Gießerei stellt Gussteile für den Maschinenbau her.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Der Mann hat eine Lungenerkrankung und sollte nicht für Arbeiten eingesetzt werden, die einen erhöhten Kontakt mit Gasen, Stäuben sowie Dämpfen und das Heben sowie Tragen von schweren Lasten erfordern. Sein Grad der Behinderung (GdB) beträgt 50.Ausbildung und Beruf:
Der Mitarbeiter ist Industriemechaniker und arbeitet als Produktionshelfer im Schichtbetrieb beim Unternehmen.Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:
Im Produktionsbereich war der Industriemechaniker ständig gesundheitsgefährdenden Stäuben, Gasen und Dämpfen ausgesetzt. Ein Arbeitsplatz ohne Atemwegsbelastungen durch Stäube, Gase und Dämpfe steht in dem Gießereibetrieb ausschließlich in dem von den übrigen Werkshallen abgetrennten Bereich Lager – Versand – Nacharbeit zur Verfügung. Aus diesem Grund wurde der Mitarbeiter zusammen mit einem weiteren Kollegen mit einer Schwerbehinderung in diese Abteilung versetzt. Als Tätigkeiten fallen hier das Ein- und Auslagern der Gussstücke aus der Produktion sowie das Kommissionieren von gelieferten Waren an. Zwischengelagert wurden die Gussstücke bisher in mehrfach übereinandergestapelten Gitterboxen mit einem durchschnittlichen Gewicht von zwei Tonnen. Für die Sichtkontrolle und eventuelle Nacharbeiten wurden die Gitterboxen mit einem Gabelstapler aus einem Stapel entnommen, zum Kontrollplatz gefahren und dort auf dem Boden abgestellt. Die einzelnen aus den Gitterboxen zu entnehmenden, bereits geputzten und bis zu 25 Kilogramm schweren Werkstücke waren hier optisch zu prüfen und gegebenenfalls an maschinell schlecht zugänglichen Stellen von Hand mit dem Hammer und Meißel nachzuarbeiten, zu zählen und in Versandbehälter umzupacken.Die schweren Hebe- und Tragearbeiten beim Entnehmen der Gussstücke aus den Gitterboxen, teilweise aus Höhen kurz über dem Fußboden, belasteten die in versetzten Schichten arbeitenden Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung sehr. Der vorhandene Gabelstapler stand allen Mitarbeitern nur für Transporte zur Verfügung und konnte deshalb nicht für längere Zeit als Positionierungshilfe, um eine ergonomische Entnahme der Gussstücke aus den Gitterboxen zu ermöglichen, eingesetzt werden. Die aus den Gitterboxen entnommenen Gussstücke wurden anschließend auf dem nicht höhenverstellbaren Arbeitstisch abgelegt und in einer unergonomischen Arbeitshöhe bearbeitet.
Eine wesentliche Verbesserung der Arbeitssituation und der damit verbundene Abbau von Belastungen konnte durch die Anschaffung und permanente Bereitstellung eines Elektrogabelstaplers (produziert keine Abgase) mit einem hydraulisch drehbaren Gabelzinkenverstellgerät bzw. Kistendrehgerät und eines höhenverstellbaren Arbeitstisches erreicht werden. Mit Hilfe des neuen Elektrogabelstaplers können die Gitterboxen auf Arbeitstischhöhe angehoben und die Gusstücke auf den Arbeitstisch gezogen oder durch das Kistendrehgerät auf den Arbeitstisch ausgekippt werden. Der Arbeitstisch kann dabei von jedem Mitarbeiter in seiner Schicht individuell an seine Körpermaße angepasst bzw. auf eine ergonomische Arbeitshöhe eingestellt werden. Das Gabelzinkenverstellgerät des Elektrogabelstaplers ermöglicht außerdem das Verstellen der Gabelzinken – ohne ständiges Ab- und Aufsteigen vom bzw. auf den Gabelstapler.
Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:
Arbeitstischekraftbetriebene Industriefahrzeuge zum Anheben und Transportieren von Material (Gabelstapler)
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- Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen |
- Versetzung |
- Vollzeitarbeit
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
- ELA - Heben
- ELA - Tragen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - statisches/dynamisches Heben
- ERGOS - Tragen
- IMBA - Arbeitssicherheit
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Flüssigkeiten/Feststoffe
- IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube
- IMBA - Heben
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Schichtarbeit
- IMBA - Tragen
Referenznummer:
R/PB4271
Informationsstand: 22.07.2025