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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Lehrer mit Epilepsie

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat behinderungsbedingt Anfälle, nach denen er erst nach einigen Tagen wieder leistungsfähig ist und weshalb er nicht unter Zeit- und Leistungsdruck arbeiten sollte, da er psychisch sonst zu stark belastet wird. Erfahrungsgemäß kommt es eher zu Anfällen, wenn er beruflich stark gefördert wird. Sein Arbeitsplatz musste diesen Umständen entsprechend angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Es wurden deshalb folgende Veränderungen vorgenommen: Einsatz eines Personenrufsystems als Notfall-Alarmsystems mit automatischer Auslösung im Anfall- und Sturzfall, Änderung der Aufzugsteuerung des vorhandenen Senkrechtaufzuges im Schulgebäude und Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 23 auf 13 Schulstunden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Landesregierung bzw. ein Gymnasium.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat Epilepsie und die damit verbundenen Anfälle. Nach jedem Anfall dauert es einige Tage, bis er wieder voll leistungsfähig ist. Er sollte nicht für Tätigkeiten mit starkem Zeit- und Leistungsdruck eingesetzt werden, da diese zu erhöhten psychischen Belastungen führen und die Auslösung eines Anfalls fördern.
Der Mann zeigt Zeichen einer zunehmenden psychischen Erschöpfung und auch geistigen Überforderung, bedingt durch die schulische Anforderung während des Tages. Der bisherige Krankheitsverlauf hat gezeigt, dass sich anscheinend immer dann Anfälle ereignen, wenn er beruflich mehr gefordert wird.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann absolvierte ein Lehramtsstudium und arbeitet seit dem Referendariat als Lehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

- Vorbereitung der Unterrichtseinheiten und Aufbau von Versuchen für den Physikunterricht im häuslichen Arbeitszimmer und in der Schule
- Durchführung von Unterrichtseinheiten in der Schule
- Vorbereitung und Durchführung von Klausuren und Prüfungen im häuslichen Arbeitszimmer und in der Schule
- Korrektur der Klausuren im häuslichen Arbeitszimmer
Den psychischen Belastungen bei der Durchführung von Prüfungen ist der Lehrer nicht mehr gewachsen. Bei der Durchführung der Vorbereitungen des Unterrichtes in der Schule ist eine Überwachung bei auftretenden Anfällen nicht gegeben.

Es wurden deshalb folgende Veränderungen vorgenommen:
- Einsatz eines Personenrufsystem als Notfall-Alarmsystems mit automatischer Auslösung im Anfall- und Sturzfall
- Änderung der Aufzugsteuerung des vorhandenen Senkrechtaufzuges im Schulgebäude (bleibt während der Parkfunktion geöffnet und einsehbar)
- Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 23 auf 13 Schulstunden
Die fehlenden zehn Unterrichtsstunden, die der Lehrer aus behinderungsbedingten Gründen nicht mehr unterrichten kann, werden vom neu eingestellten Lehrpersonal übernommen. Der Lehrer übernimmt derzeit, neben seinem Unterricht, die Einarbeitung eines neuen Lehrers sowie einige organisatorische Arbeiten.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Unfallgefährdung
  • IMBA - Verantwortung
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

R/PB4233


Informationsstand: 02.07.2019