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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Mitarbeiter mit Epilepsie im Bereich der Instandhaltung

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann nimmt behinderungsbedingt regelmäßig Medikamente ein, wodurch er deutlich seltener unter Anfällen leidet, beziehungsweise es nur noch zu kleinen Anfällen in der Nacht kommt. Ein Anfall über den Tag kann allerdings nicht ausgeschlossen werden. An seinem Arbeitsplatz musste der Arbeitsschutz verschärft werden.

Was wurde gemacht?

Eine durchgeführte Gefährdungsbeurteilung ergab, dass bei der Arbeit des Mannes eine erhöhte Verletzungsgefahr der Arme besteht und es besteht die Gefahr sich bei einem Sturz zu verletzten und diesen, da der Mann im Reinigungsbereich alleine arbeitet, zu spät zu bemerken. Um dies zu vermeiden, wurden ein Kopfschutz, mehrere Arbeitsplatzmatten und ein persönliches Notrufsystem angeschafft.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen ist ein Elektrizitätswerk, das Strom herstellt und an die Kunden liefert.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist an Epilepsie erkrankt. Er nimmt regelmäßig Medikamente ein, wodurch die Anfallshäufigkeit stark nachgelassen hat bzw. es nur noch selten zu kleinen Anfällen in der Nacht kommt. Das Auftreten eines Anfalls am Tag kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund müssen spezielle Aspekte des Arbeitsschutzes berücksichtigt werden.

Beruf:

Der Mann ist von Beruf Elektriker und arbeitet als Instandhalter bei seinem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter ist in der Instandhaltung beschäftigt. Zu seinem Aufgabenbereich gehört die Durchführung von Reinigungsarbeiten u. a. an Gehäusen von Leistungszählern (ca. 40 Stück pro Arbeitstag) und innerbetriebliche Transportarbeiten. Hierfür stehen ihm verschiedene Transportwagen sowie ein Lastenaufzug zur Verfügung.
Bei den Reinigungsarbeiten an den Zählergehäusen wischt er Verschmutzungen mit einer Reinigungsflüssigkeit ab und poliert die Gehäuseoberfläche an einer Poliermaschine, wenn die Oberfläche verkratzt ist. Das Polieren findet an einer Poliermaschine mit zwei Polierscheiben, in stehender Körperhaltung, statt. Die Polierscheiben verfügen über eine Schutzabdeckung und eine Absaugung ist vorhanden. Eine mit Hilfe eines Technischen Beraters des Integrations- bzw. Inklusionsamt durchgeführte Gefährdungsbeurteilung ergab, dass behinderungsbedingt bei der Durchführung von Polierarbeiten an der Poliermaschine eine erhöhte Unfallgefahr bzw. Verletzungsgefahr des Hand- und Armbereiches besteht. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass der Mitarbeiter sich bei einem Sturz verletzt und der Anfall nicht sofort bemerkt wird, da er überwiegend allein im Reinigungsbereich arbeitet.

Zur behinderungsgerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes und Vermeidung von Unfällen sowie Verletzungen wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Einsatz eines Personennotrufsystems mit Anfallsmelder
- Umrüstung der vorhandenen Poliermaschine mit Schutzbügel und Endschaltern (Not-Aus Funktion)
- Tragen eines Kopfschutzes für den Fall eines Sturzes
- Verlegung von Arbeitsmatten zur Dämpfung von evtl. Stürzen

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Unfallgefährdung

Referenznummer:

R/PB5315


Informationsstand: 15.07.2019