Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Behinderungsbedingt sollte der Gussputzer nicht schwer heben sowie tragen und gewisse Körperhaltungen beim Arbeiten vermeiden. Zudem sollte er, wegen seiner Atemwegserkrankung, keinen Dampf oder Staub einatmen. Für seine Tätigkeit als Gussputzer mussten deshalb entsprechende Anpassungen vorgenommen werden.Was wurde gemacht?
Zur behinderungsgerechten Gestaltung wurde für den Mitarbeiter zum Gussputzen ein Schleifmanipulator mit geschützter Kabine angeschafft.Die Kabine
- verfügt über einen verstellbaren ergonomischen Sitz,
- ist schall- sowie wärmegedämmt,
- ist klimatisiert,
- gesichert durch Panzerglas und
- besitzt einen Frischluftanschluss.
Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.
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Unternehmen:
Das Unternehmen ist eine Gießerei.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Der Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung und eine durch chronische Bronchitis verursachte Atemstörung. Aufgrund der Auswirkungen und der damit verbundenen Beeinträchtigungen ist er schwerbehindert. Behinderungsbedingt sollte der Mann Lasten nur eingeschränkt manuell heben sowie tragen und die häufige Einnahme bestimmter Arbeitshaltungen (gebeugt, gebückt usw.) sowie das Einatmen von Stäuben oder Dämpfen vermeiden.Beruf:
Der Mann ist als Gussputzer in dem Unternehmen beschäftigt.Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:
Die Tätigkeit des Mitarbeiters besteht darin, die bis zu 20 Tonnen schweren Gussteile zu verputzen, d. h. den Gussgrad abzuschleifen und unsaubere Oberflächen zu glätten.Zum Gussputzen benutzte der Mitarbeiter Winkelschleifer, die bis zu sechs Kilogramm wiegen und große, an einem Säulenschwenkkran aufgehängte, Pendelschleifmaschinen. Die Zustellbewegungen der großen Pendelschleifmaschinen (Verschieben entlang des Auslegers, Schwenken des Auslegers usw.) mussten manuell und unter Einsatz erheblicher Körperkräfte ausgeführt werden, die Hubbewegungen erfolgten mit Hilfe eines Elektro-Kettenzuges. Eine Vielzahl der Gussteile wird zur Bearbeitung auf Böcke gelegt, damit möglichst viele Seiten der Gussteile ohne zusätzliches Umsetzen von den Beschäftigten erreicht werden können. Dies führte dazu, dass beim Putzen der Gussteile mittels Winkelschleifer überwiegend stark belastende Zwangshaltungen (Hocken, Bücken oder Arbeiten mit stark vorgeneigtem Oberkörper) eingenommen und teilweise Leitern bestiegen werden mussten. Behinderungsbedingt war es dem Mitarbeiter nicht möglich, die Tätigkeit weiter so auszuführen.
Für ihn wurde deshalb zur behinderungsgerechten Gestaltung ein Schleifmanipulator mit Kabine angeschafft. Mit dem Schleifmanipulator können die Konturen der zu verputzenden Gussstücke abgefahren und nachbearbeitet werden. Die Steuerung des Manipulators mit dem Schleifwerkzeug erfolgt aus einer geschützten Kabine mit einem verstellbaren ergonomischen Arbeits- bzw. Bedienstuhl. Die Verglasung der Kabine besteht aus Panzerglas zum Schutz vor zerplatzenden Schleifscheiben oder Schleifkörpern. Eine Probelaufstation zum Prüfen der Schleifscheiben gehört ebenfalls zur Ausstattung des Arbeitsplatzes.
Außerhalb des Putzraumes werden die zu bearbeitenden Gussteile mit einem Deckenlaufkran auf einen schienengeführten Transportwagen mit drehbarer Plattform aufgelegt und anschließend in den Arbeitsbereich des Manipulators gefahren. Alle Bewegungen des Transportwagens erfolgen elektromotorisch. Selbst bei allseitiger Bearbeitung der Gussteile ist durch den Einsatz des Transportwagens nur ein einmaliges Umsetzen der Gussteile mit Hilfe eines Krans während des Bearbeitungsvorganges erforderlich.
Arbeitsumgebung:
In der Gussputzerei liegen ein hoher Lärmpegel von über 90 dB (A), eine erhöhte Temperatur, eine starke Staubentwicklung (Metall- und Quarzstaub) und ein starker Funkenflug durch das Gussputzen vor.Die Kabine des Schleifmanipulators ist schall- sowie wärmegedämmt, besitzt eine Klimaanlage und ist mit einem zusätzlichen Frischluftanschluss ausgestattet.
Die aus dem Aufstellungsraum abgesaugte Luft wird in einer Filteranlage von Metall- und Quarzstaub gereinigt. So wird sichergestellt, dass auch die Luftverhältnisse im Aufstellungsraum des Manipulators verbessert werden.
Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:
Kräne, Flaschenzüge und Lastaufnahmemittel (Deckenlaufkräne)Manipulatoren und Gewichtsbalancer
Metallbe- und Verarbeitungsmaschinen
Luftreiniger
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- s76009
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
- ELA - Bücken/Aufrichten
- ELA - Heben
- ELA - Tragen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - Bücken
- ERGOS - statisches/dynamisches Heben
- ERGOS - Tragen
- IMBA - Arbeitssicherheit
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube
- IMBA - Geneigt/Gebückt
- IMBA - Heben
- IMBA - Klima
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
- IMBA - Schall/Lärm
- IMBA - Tragen
Referenznummer:
R/PBH005
Informationsstand: 24.07.2025