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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Zerspanungsmechaniker mit Epilepsie und Rückenerkrankung

Wo lag die Herausforderung?

Behinderungsbedingt kann ein plötzlicher Epileptischer Anfall nicht ausgeschlossen werden. Deshalb muss an seinem Arbeitsplatz besonders auf die Sicherheit des Mannes geachtet werden. Wegen seiner Rückenerkrankung kann er zudem nicht schwer Heben sowie Tragen. Sein Arbeitsplatz musste entsprechend angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Der Mann wurde an ein neues CNC-Bearbeitungszentrum versetzt. Dem Mann stehen dort geeignete Hebezeuge zu Verfügung, mit denen er keinen körperlichen Belastungen mehr ausgesetzt ist. Die Beschickung mit Werkstücken und die Entfernung nicht abtransportierter Späne ist zur Vermeidung von Unfällen nur im Stillstand möglich - entsprechende Sicherungen sind dazu am Bearbeitungszentrum vorhanden, wodurch die Unfallgefahr minimiert wird.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Anschaffung des CNC-Bearbeitungszentrums wurde vom Integrations- bzw. Inklusions- bzw. Inklusionsamt zu 30 Prozent gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt als Zuliefererbetrieb auftragsbezogen Ersatzteile z. B. für Gabelstapler und Getriebe her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist an Epilepsie erkrankt. Das Auftreten eines Anfalls kann nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund müssen spezielle Aspekte des Arbeitsschutzes bei der Ausübung der Tätigkeit, z. B. bei der Nutzung von Maschinen, berücksichtigt werden. Zusätzlich hat er eine Rückenerkrankung. Er ist deshalb beim Heben und Tragen von Lasten, aber auch beim Bücken und Beugen, körperlich eingeschränkt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter ist ausgebildeter Facharbeiter bzw. Zerspanungsmechaniker. Er war vorher arbeitslos und wurde vom Unternehmen neu eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Zerspanungsmechaniker wird in der Produktion an einem neuen CNC-Bearbeitungszentrum eingesetzt. Geeignet ist das Bearbeitungszentrum zum Bohren, Fräsen und Gewindeschneiden. Der Zerspanungsmechaniker ist für die Bedienung bzw. das Einspielen, Ändern sowie ggf. Schreiben von CNC-Programmen und die Beschickung / Bestückung des Bearbeitungszentrums verantwortlich. Für das Bestücken des Bearbeitungszentrums mit schweren und mittelschweren Werkstücken stehen geeignete Hebezeuge (Kran) zur Verfügung, so dass diese Werkstücke rückenschonend gehandhabt bzw. transportiert werden können. Der Arbeitsbereich des Bearbeitungszentrums ist während des Betriebes völlig geschlossen und abgeschirmt. Späne werden durch einen Späne-Förderer aus dem Arbeitsbereich transportiert. Die Beschickung mit Werkstücken und evtl. Entfernung nicht abtransportierter Späne ist zur Vermeidung von Unfällen nur im Stillstand möglich - entsprechende Sicherungen bzw. Sensoren sind dazu am Bearbeitungszentrum vorhanden. Durch die standardmäßige Abschirmung des Bearbeitungsprozesses und die Sicherung mit Sensoren, liegt keine besondere Unfallgefahr vor - auch nicht für eine Person mit Epilepsie.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Unfallgefährdung

Referenznummer:

R/PB4364


Informationsstand: 08.08.2019