Praxisbeispiel
Arbeitsplatz­gestaltung für Produktionshelfer in der Glasfertigung

Wo lag die Herausforderung?

Die drei Produktionshelfer sollten nicht für den schweren oder dauerhaften Lastentransport eingesetzt werden. Da dies aber in der Produktion der Fall war, mussten die Arbeitsbedingungen behinderungsgerecht angepasst und die Belastungen reduziert werden.

Was wurde gemacht?

Zur Vermeidung der hohen Belastungen durch den Lastentransport und zum Ausgleich der körperlichen Einschränkungen wurden folgende Hilfsmittel im Produktionsbereich eingesetzt:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde nur teilweise vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert, da auch Beschäftigte in der Produktion ohne Behinderungen die eingesetzten Hilfsmittel nutzen. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen, eine kleine Glasschneiderei und -schleiferei, verarbeitet Glas weiter und beschäftigt mehrere Personen mit einer Schwerbehinderung.

Behinderung und Beeinträchtigung der Beschäftigten:

Die drei Mitarbeiter haben eine Wirbelsäulenerkrankung und sind schwerbehindert, wobei zwei Mitarbeiter zusätzlich noch eine Herz-Kreislauferkrankung haben. Aus diesem Grund sollten sie nicht dauerhaft für das Heben sowie Tragen und den manuellen Transport von schweren Lasten eingesetzt werden.

Ausbildung und Beruf:

Die drei Mitarbeiter sind beim Unternehmen als Produktionshelfer tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die drei Mitarbeiter werden in der Produktion des Unternehmers eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört der Transport der bis zu 80 Kilogramm schweren Glasblöcke zu den Bearbeitungsmaschinen sowie das Schneiden, Schleifen und Rundieren des Glases an den Maschinen.
Zur Vermeidung der hohen Belastungen und zum Ausgleich der körperlichen Einschränkungen, wurdne im Produktionsbereich folgende Hilfsmittel eingesetzt:
  • ein Hallenkran
  • Vakuumheber für den Kran und
  • drei Rollbahnen.
Die über Motoren angetriebenen Rollenbahnen ermöglichen den einfachen Transport der schweren Glasblöcke zu den Bearbeitungsmaschinen. Der Vakuumheber kann nun mit Hilfe des Krans an der jeweiligen Bearbeitungsmaschine eingesetzt werden. Dort werden die Glasblöcke mittels Vakuumheber dann von den Rollenbahnen auf die Maschinentische zur Weiterverarbeitung gehoben.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

Förderer (Rollenbahnen)
Kräne, Flaschenzüge und Lastaufnahmemittel (Deckenlaufkräne)
Manipulatoren und Gewichtsbalancer

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ELA - Bücken/Aufrichten
  • ELA - Heben
  • ELA - Tragen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB2669


Informationsstand: 14.10.2025