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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Anlagenführer mit Epilepsie in einem Sägewerk

Wo lag die Herausforderung?

Einen Arbeitsplatz bei einem Arbeitgeber zu finden für einen Mitarbeiter mit Epilepsie.

Was wurde gemacht?

Der Mann wurde von der Arbeitsagentur an den Arbeitgeber vermittelt und es wurde ein neuer Arbeitsplatz durch Umbau geschaffen.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Modernisierung bzw. Automatisierung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt im Rahmen der Neuschaffung eines Arbeitsplatzes gefördert. Der Arbeitgeber erhielt zusätzlich einen Lohnkostenzuschuss für den Zeitraum von drei Jahren (1. Jahr 70%, 2. Jahr 60% und 3. Jahr 50%) von der Arbeitsagentur zur Einstellung eines Menschen mit Behinderung. Die Arbeitsagentur vermittelte auch den arbeitssuchenden Mann an den Arbeitsagentur. Die Beratung zur Arbeitsgestaltung erfolgte dabei durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Das Sägewerk hat sich auf die Herstellung von Bauteilen aus Holz (Kanthölzer, Bretter, Latten, Leisten, Klötze usw.) für die Fertigung von Transportbehältern und Paletten spezialisiert. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat der Arbeitgeber beschlossen ein stillgelegtes altes Sägegatter wieder in Betrieb zu nehmen und einen Anlagenführer und Produktionshelfer neu einzustellen.

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Der Mann ist an Epilepsie erkrankt. Er ist seit Jahren anfallsfrei. Ein Einsatz an Maschinen ist daher, ohne Einschränkungen und besondere behinderungsbedingte Arbeitsschutzeinrichtungen, möglich.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Maler und Lackierer. Bis zu seiner Einstellung, bei seinem jetzigen Arbeitgeber als Anlagenführer und Produktionshelfer, war er arbeitslos.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter soll im Produktionsbereich das stillgelegte Horizontalgatter des Sägewerkes bedienen und überwachen. Dieses Gatter ist für eine rein manuelle Bedienung ausgelegt, d.h. die Holzstämme werden auf dem Spannwagen in 6 Spannvorrichtungen mit Schraubspindeln fixiert. Auch die Schnittstärke wird am Gatter von Hand mittels Spindel eingestellt. Die manuellen Spann- und Einstellvorgänge erfordern einen hohen Kraft- und Zeitaufwand und sollen daher auf hydraulische bzw. elektrische Ausführung umgerüstet werden. Der mechanische Sägevorgang verursacht erhebliche Schwingungen, die sich auf den mitfahrenden Sitz des Anlagebedieners übertragen. Ein neues stufenlos regelbares hydraulisches Vorschubgetriebe soll das Auftreten von Schwingungen verhindern bzw. verringern.
Der Umbau und die Automatisierung des Gatters sind Voraussetzung für die Schaffung des neuen Arbeitsplatzes, da ansonsten unzumutbare Arbeitsbedingungen und Belastungen für den schwerbehinderten Mitarbeiter vorliegen würden.
Besondere Aspekte des Arbeitsschutzes, in Bezug auf die Epilepsie, müssen nicht berücksichtigt werden, da der Mitarbeiter seit einigen Jahren anfallsfrei ist. Der Mitarbeiter wird ausreichend durch die Umsetzung der allgemeinen Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und Vorschriften geschützt.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Verantwortung
  • IMBA - Vibration/Erschütterungen
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

R/PB4373


Informationsstand: 21.10.2019