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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Verpacker mit Gehörlosigkeit und Darmerkrankung

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann kann behinderungsbedingt nicht mehr hören, weshalb hörbare Informationen für ihn sichtbar oder tastbar dargestellt werden müssen. Außerdem muss er bei seiner Arbeit bestimmte Körperhaltungen vermeiden und sollte nicht schwer heben sowie tragen. Dafür waren entsprechende Hilfsmittel nötig.

Was wurde gemacht?

Der Arbeitsplatz an der Verpackungsmaschine wurde mit einem visuellen Störungsmelder in Form einer großen rotierenden roten Signallampe ausgestattet, deren kreisendes Licht sich an den Wänden spiegelt und vom Mitarbeiter jederzeit gesehen werden kann, auch wenn er mit dem Rücken zur Signallampe steht. Außerdem wurden ihm ein ergonomischer Arbeitstisch, ein Stehsitz und ein Palettenlift zur Verfügung gestellt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen fertigt Drahterzeugnisse.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist gehörlos und nicht fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können. Er hat außerdem eine Darmerkrankung und sollte nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die bestimmte Körperhaltungen (langes Sitzen, häufiges Bücken und längeres
vorbeugen des Oberkörpers) und den häufigen sowie schweren manuellen Transport von Lasten erfordern.

Beruf:

Der Mann war bei seinem Arbeitgeber zunächst als Gabelstaplerfahrer beschäftigt. Er wurde aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen an einen Verpackungsarbeitsplatz versetzt.

Arbeitsaufgabe:

- kleine Faltschachteln öffnen und auf das Förderband der Verpackungsmaschine stellen
- Verpackungsmaschine bedienen, überwachen und Störungen beseitigen
- verschlossene Faltschachteln (Gewicht ca. 100-150 g) in Transportkartons einfüllen und Transportkartons verschließen
- Transportkartons (Gewicht ca. 5 kg) auf Paletten stapeln

Arbeitsplatz:

Der Arbeitsplatz an der Verpackungsmaschine wurde mit einem visuellen Störungsmelder in Form einer großen rotierenden roten Signallampe ausgestattet, deren kreisendes Licht sich an den Wänden spiegelt und vom Mitarbeiter optisch erkannt werden kann, auch wenn er mit dem Rücken zur Signallampe steht.
Für das Verpacken der Faltschachteln in die Transportkartons wurde ihm ein höhenverstellbarer Arbeitstisch und eine Stehhilfe zur Verfügung gestellt. So kann der Mitarbeiter wahlweise in einer stehenden oder steh-sitzenden Körperhaltung ergonomisch arbeiten. Außerdem wurde ein Palettenlift bzw. Hubtisch für das Abstapeln der Transportkartons auf Paletten bereitgestellt, damit der Mitarbeiter sich beim Ablegen der Transportkartons nicht mehr bücken muss.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Hören
  • ERGOS - Sitzen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Hören
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Sitzen
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Unfallgefährdung

Referenznummer:

R/PB4220


Informationsstand: 29.10.2019