Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Der Produktionshelfer sollte aufgrund seiner Wirbelsäulenerkrankung behinderungsbedingt nicht schwer heben und tragen. Zum maschinellen Polieren musste er jedoch die Polierpaste mit einer Schaumstoffrolle an einem Teleskoparm, deren Gewicht zusammen zehn Kilogramm betrug, mit gestreckten Armen auf die Bleche auftragen. Da dies behinderungsbedingt nicht möglich war, musste der Arbeitsplatz angepasst werden.Was wurde gemacht?
Durch die Installation einer Spritzanlage an der Poliermaschine kann die Polierpaste nun per Knopfdruck vom Mitarbeiter auf die Bleche aufgetragen werden. Anschließend poliert die Maschine die Bleche. Die Bleche werden noch wie früher ohne größere Belastungen mit dem in der Halle bereits vorhandenen Kran in Verbindung mit einem Vakuumheber vom Mitarbeiter zur und von der Poliermaschine transportiert.
Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.
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Unternehmen:
Das Unternehmen stellt Bleche für die Kunststoffindustrie her.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Der Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung und ist schwerbehindert. Körperliche schwere Arbeiten, wie der manuelle Lastentransport, können von ihm nicht mehr ausgeführt werden.Ausbildung und Beruf:
Der Mitarbeiter ist als angelernter Produktionshelfer beim Unternehmen tätig.Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:
In der Produktion werden Bleche mit Hochglanzoberflächen bis zu einer Breite von zwei Metern und einer Länge von vier Metern für die Kunststoffindustrie hergestellt. Der Mitarbeiter wird als Maschinenführer an der Poliermaschine eingesetzt. An der Poliermaschine werden Bleche in unterschiedlichen Stärken in der angegebenen Größe geschliffen, poliert und im Anschluss hochglanzpoliert. Die Bleche werden mit einem Kran, der mit einem Vakuumheber ausgerüstet ist, auf den Maschinentisch gehoben und dort vom Maschinenführer eingespannt.Anschließend musste der Mitarbeiter aus einer ca. einem Meter neben der Maschine stehenden Tonne das pastenartige Poliermittel entnehmen und möglichst gleichmäßig auf das Blech auftragen. Dies erfolgte mit einer Schaumstoffrolle von einem Meter Breite, welche mit einem Teleskoparm verlängert ist. Das Gewicht der Schaumstoffrolle mit Poliermittel betrug dabei bis zu zehn Kilogramm. Dieses Gewicht musste mit ausgestreckten Armen zunächst aufgenommen und über die gesamte Blechbreite und -länge aufgetragen werden und dies über den ganzen Arbeitstag. Behinderungsbedingt konnte der Mitarbeiter diese Arbeiten nicht länger ausführen.
Durch den Einsatz einer Spritzanlage, welche an die Poliermaschine modulartig installiert wurde, konnten die hohen körperlichen Belastungen für den Mitarbeiter beseitigt werden. Die Spritzanlage trägt die Politur mittels Druckluft auf. Die qualitativ richtige Auftragsmenge des Poliermittels kann vom Maschinenführer eingestellt werden. Die Bedienung der Dosieranlage erfolgt per Knopfdruck.
Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:
Kräne, Flaschenzüge und Lastaufnahmemittel (Deckenlaufkräne)Manipulatoren und Gewichtsbalancer
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- Wirbelsäule
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
- ELA - Bücken/Aufrichten
- ELA - Heben
- ELA - Tragen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - Bücken
- ERGOS - statisches/dynamisches Heben
- ERGOS - Tragen
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Geneigt/Gebückt
- IMBA - Heben
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
- IMBA - Tragen
Referenznummer:
R/PB0153
Informationsstand: 22.10.2025