Inhalt

Praxisbeispiel
Beschäftigungs­sicherungs­zuschuss für einen Produktionshelfer mit einer Spastik bei einer Holzbau-Firma

Wo lag die Herausforderung?

Durch die eingeschränkte Motorik und dem damit verbundenen geringeren Arbeitstempo ist die Arbeitsleistung verringert und er kann nicht an taktgebundenen Maschinen in der Produktion sowie für Arbeiten, die den manuellen Transport von Lasten und das Gehen längerer Strecken erfordern, eingesetzt werden. In Bezug auf den Lastentransport gelten die Einschränkungen besonders für die Einnahme bestimmter Körperhaltungen.

Was wurde gemacht?

Er wurde an einen Arbeitsplatz versetzt, der nicht taktgebunden ist. Für die dort zu bearbeitenden Kanthölzer wurde zum Positionieren auf eine ergonomische Arbeitshöhe jeweils ein Scherenhubtisch zur Entnahme und Ablage eingesetzt. Eine weitere Verbesserung der Arbeitsleistung durch zusätzliche Hilfsmittel oder organisatorische Maßnahmen ist nicht möglich, so dass nur noch eine finanzielle Kompensation zum Ausgleich der verringerten Arbeitsleistung eingesetzt werden kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Der Arbeitgeber erhält, zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung und zur Sicherung des Arbeitsplatzes, vom Integrations- bzw. Inklusionsamt monatlich einen Beschäftigungssicherungszuschuss. Die Beratung erfolgte dabei durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrations- bzw. Inklusionsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefonnummern der Integrations- und Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt mit seinen 200 Beschäftigten Zaunelemente, Wintergärten, Garten- sowie Gerätehäuser, Gartenmöbel und Car-Ports aus Holz her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Spastik. Seine Motorik (teilweise unkontrolliert und verlangsamt) und seine Gehfähigkeit sind eingeschränkt. Er sollte deshalb nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die den manuellen Transport von Lasten und das Gehen längerer Strecken erfordern. In Bezug auf den Lastentransport gelten die Einschränkungen besonders für die Einnahme bestimmter Körperhaltungen (z. B. das Bücken und Beugen). Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50. Der Schwerbehindertenausweis trägt das Merkzeichen G.

Beruf:

Der Mann ist beim Arbeitgeber als angelernter Produktionshelfer tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Durch die eingeschränkte Motorik und dem damit verbundenen geringeren Arbeitstempo, kann der Mann nicht an taktgebundenen Maschinen in der Produktion eingesetzt werden. Er arbeitet deshalb am einzigen Arbeitsplatz, der nicht taktgebunden ist.
Der Produktionshelfer arbeitet an einer Maschine zum Fräsen von Kanthölzern. Die bereits auf Maß zugeschnittenen Kanthölzer mit einer Breite von 4 bis 6 cm, einer Höhe von 12 cm und einer Länge von 65 bis 120 cm werden auf Paletten mittels Gabelstapler am Arbeitsplatz bereitgestellt. Der Produktionshelfer nimmt dann jeweils drei Kanthölzer, legt diese in die Fräsmaschine ein, löst den Spann- und Bearbeitungsvorgang aus, entnimmt die fertiggefrästen Holzstücke und legt sie auf eine zweite Palette gestapelt ab. Beim Aufnehmen und Ablegen muss er je nach Lage der Kanthölzer und Holzstücke einige Schritte zurücklegen. Je nach Entnahme- und Ablagehöhe bzw. Stapelhöhe müssen außerdem häufig Bückbewegungen ausgeführt werden. Durch die behinderungsbedingte verlangsamte Arbeitsausführung liegt zudem die Arbeitsleistung des Produktionshelfers, wie Aufzeichnungen des Arbeitgebers belegen, im Durchschnitt bei lediglich 60 Prozent.
Der jeweilige Einsatz eines Scherenhubtisches, zum Positionieren der zugeschnittenen Kanthölzer links und bearbeiteten Holzstücke rechts auf eine ergonomische Entnahme- und Ablagehöhe an der Fräsmaschine, erübrigt die Bückbewegungen und trägt dazu bei die verringerte Arbeitsleistung auf etwa 35 Prozent zu reduzieren. Ein weitere Verbesserung der Arbeitsleistung durch zusätzliche Hilfsmittel oder organisatorische Maßnahmen ist nicht möglich, so dass nur noch eine finanzielle Kompensation zum Ausgleich der verringerten Arbeitsleistung eingesetzt werden kann.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB4604


Informationsstand: 06.11.2019