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Praxisbeispiel
Mitarbeiterin in der Verwaltung bei der DHL Group – Deutsche Post

Wo lag die Herausforderung?

Für die Gehbehinderung der Frau ist eine Ataxie verantwortlich. Sie braucht einen Rollator als Gehhilfe, um sich fortbewegen zu können. Die Zuwegung zum Arbeitsplatz von außerhalb des Gebäudes und der Arbeitsplatz im Büro mussten behinderungsgerecht angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Die Bewegungsflächen am Arbeitsplatz sind ausreichend groß für die Nutzung des Rollators. Der Arbeitstisch ist höhenverstellbar und der ergonomische Bürostuhl verfügt über eine Feststellbremse, die beim Hinsetzen oder Aufstehen ein Verschieben des Stuhls verhindert.
Der Zugangsweg zum Arbeitsplatz wurde zur behinderungsgerechten Gestaltung wie folgt ausgestattet, mit:
  • einem Behindertenparkplatz direkt am Seiteneingang
  • einer im Außenbereich beleuchteten und für den Winter teilweise beheizbaren Rampe
  • elektrischen Türöffnern und -schließern
  • Handläufen für die Rampe und den Bereich von der Eingangstür ins Gebäue
Außerdem wurde ein Evakuierungsstuhl zur Evakuierung der Mitarbeiterin aus dem zweiten Stock angeschafft.

Die Hilfsmittel zur Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Arbeitsumgebung und des Arbeitsschutzes wurden vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Der Kontakt zum Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt und die Koordination der Maßnahme erfolgten über den Inklusionsbeauftragten des Unternehmens und die Schwerbehindertenvertretung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Die DHL Group ist ein weltweit tätiger Konzern für Logistik- und Postdienstleistungen. In Deutschland gehören zur DHL Group die Deutsche Post mit Schwerpunkt Briefsendungen und DHL mit Schwerpunkt Paketsendungen. Beim Konzern spielen Vielfalt, Chancengerechtigkeit, Inklusion und Zugehörigkeit eine wichtige Rolle. So werden diese Aspekte deshalb auch mit als Erfolgsfaktoren für den Konzern gesehen. Zur Umsetzung sollen dabei beispielsweise Menschen mit Behinderungen aktiv zur Inklusion unterstützt werden, damit sie ihre Fähigkeiten einbringen und somit ihr Potenzial voll ausschöpfen können.

Behinderung und Beeinträchtigung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Gehbehinderung, die auf einer Störung der Bewegungskoordination (Ataxie) basiert. Aufgrund ihrer Schwerbehinderung ist sie zur Fortbewegung auf eine Gehhilfe angewiesen.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiterin ist im Hausservice einer Niederlassung des Unternehmens tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Sie arbeitet an einem Bildschirmarbeitsplatz in einem Büro. Zu ihrer Tätigkeit gehören verschiedene Verwaltungsaufgaben aus dem Bereich Hausservice. Für ihren Arbeitsalltag benötigt sie derzeit nur ein ausreichend großes Büro mit ergonomischen Büromöbeln (z. B. Arbeitstisch und Bürodrehstuhl) und entsprechendem Bewegungsfreiraum, um eine barrierefreie Fortbewegung mit ihrer Gehhilfe bzw. ihrem Rollator zu ermöglichen.
Der am Arbeitsplatz eingesetzte Bürodrehstuhl verfügt über eine Feststellbremse, die verhindert, dass der Stuhl wegrutscht, während sich die Mitarbeiterin zum Hinsetzen und Aufstehen auf den Armlehnen des Bürodrehstuhls abstützt. Der Bürodrehstuhl wurde gemeinsam vorher mit der Mitarbeiterin ausgesucht und getestet.

Arbeitsumgebung – Mobilität:

Der Mitarbeiterin steht ein verbreiterter, ausgewiesener und beleuchteter Behindertenparkplatz direkt am Seiteneingang zur Verfügung (Bild 1). Den Weg vom Parkplatz bzw. von ihrem Auto über den Seiteneingang ins Gebäude legt die Mitarbeiterin ohne Gehhilfe zurück. Ermöglicht wird dies durch die Absenkung der Bordsteine und den Einsatz einer Rampe mit einer geringen Steigung und Handläufen (Bild 2 und 3). Die Rampe ist zusätzlich beleuchtet (Bild 4) und im unteren Teil beheizbar, so dass diese im Winter schnee- und eisfrei bleibt. An der Eingangstür des Seiteneinganges befindet sich ein Schalter, mit dem die Tür automatisch geöffnet werden kann. Von der Eingangstür bis in den Anfangsbereich des Flures wurde ein weiterer Handlauf installiert, an dem sich die Mitarbeiterin stützen kann. Am Ende des Handlaufs steht ein Rollator bereit, mit dem sich die Mitarbeiterin bis zu ihrem Arbeitsplatz fortbewegen kann. Der Arbeitsplatz befindet sich im zweiten Stock des Gebäudes und kann mit Hilfe eines üblichen Personenaufzuges erreicht werden. Sämtliche Flurtüren auf dem Weg zum Arbeitsplatz können jeweils über das Betätigen eines Schalters (Bild 5) elektromotorisch über Türöffner und -schließer geöffnet und anschließend automatisch geschlossen werden (Bild 6). Aus Sicherheitsgründen befindet sich auf den entsprechenden Türen ein Aufkleber mit einem Warnhinweis (Bild 7).

Arbeitsschutz:

Auf Anregung der Fachkraft für Arbeitssicherheit wurde zusätzlich ein Evakuierungsstuhl angeschafft, da sich das Büro der Mitarbeiterin im 2. Obergeschoss befindet und z. B. der Aufzug im Brandfall nicht benutzt werden darf. Der Evakuierungsstuhl ermöglicht es einer Kollegin oder einem Kollegen, die Mitarbeiterin sitzend über die Treppe nach unten zu transportieren. Der Evakuierungsstuhl gleitet dabei leicht und nicht zu schnell mit seinen Kufen über die Vorderkante der Stufen.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

Rollatoren und Delta-Gehräder (Rollatoren)
Handläufe und Geländer
Rettungsausrüstung (Evakuierungsstühle)
Türöffner und -schließer
Rampen
Arbeitstische
Arbeits- und Bürostühle (Arbeitsstuhl mit Rollenbremse)

ICF-Items

Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ELA - Bücken/Aufrichten
  • ELA - Feinmotorik
  • ELA - Gehen
  • ELA - Stehen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Feinmotorik (Fußgeschicklichkeit)
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Unfallgefährdung
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

Pb/110744


Informationsstand: 30.04.2026