Inhalt

Praxisbeispiel
Zuschuss zur Beschäftigungssicherung und personellen Unterstützung für einen Installateur mit einer Kniegelenkschädigung und einem Zwerchfellbruch

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Kniegelenkschädigung und einen Zwerchfellbruch, der operativ behandelt wurde, wodurch er keine Leitern steigen kann, schweres Heben sowie Tragen nicht möglich ist und er bestimmte Körperhaltungen vermeiden muss. Es waren entsprechende Anpassungen am Arbeitsplatz nötig.

Was wurde gemacht?

Der Mann wurde in die Werkstatt versetzt, wo die Bleche für die Dächer und Fassaden vorbereitet werden. Er hilft dort einem Kollegen bei der Vorbereitung der Bleche. Die Bearbeitung der Blechtafeln auf den Arbeitstischen und den Maschinen erfolgt in einer ergonomischen Arbeitshöhe, sodass Zwangshaltungen vermieden werden. Außerdem benötigt er zusätzliche Erholungspausen, um die behinderungsbedingt erhöhten Ermüdungserscheinungen auszugleichen.

Schlagworte und weitere Informationen

Der Arbeitgeber erhält vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zum Ausgleich der außergewöhnlichen Belastungen einen Beschäftigungssicherungszuschuss und eine Entschädigung für die personelle Unterstützung. Bei der Förderung wurde auch berücksichtigt, dass im Fall einer Kündigung der Installateur aufgrund seiner Schwerbehinderung und seines Alters keinen neuen Arbeitsplatz finden wird.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Kleinbetrieb, der Einzelteile aus Kupfer und zinkbeschichteten Blechen für Dächer (für spezielle Metalldacheindeckungen) und Fassaden herstellt und diese an sowie auf Gebäuden montiert.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Kniegelenkschädigung und einen Zwerchfellbruch (Verschiebung der Eingeweide aus der Bauchhöhle durch eine Lücke in der Bauchwand), der operativ behandelt wurde. Die Erkrankungen erschweren ihm das Arbeiten in großen Höhen, da er nur eingeschränkt die dafür erforderlichen Leitern nutzen kann. Außerdem sollte er nicht für das Heben sowie Tragen schwerer Lasten und für Tätigkeiten, die ein häufiges Knien sowie Hocken erfordern, eingesetzt werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 80.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet als Installateur bei seinem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Bei der Montage der Fassaden sowie der Dächer muss der Installateur auf Dächern gehen, stehen sowie knien/ hocken und auf Leitern stehend an Fassaden arbeiten können. Die zur Arbeitsausübung einzunehmenden Körperhaltungen, wie besonders das Knien sowie Hocken und die zum Steigen der Leitern erforderlichen Kniebewegungen, können behinderungsbedingt nicht weiter ausgeführt werden.
Der Installateur wurde deshalb in die Werkstatt versetzt, wo die Bleche für die Dächer und Fassaden vorbereitet (geschnitten, gebogen, gerundet, gefalzt usw.) werden. Er hilft dort einem Kollegen bei der Vorbereitung der Bleche. In der Werkstatt werden überwiegend Blechtafeln mit einem Gewicht von 0,5 bis 20 kg gehoben, getragen, geschnitten, umgeformt und ggf. vormontiert. Das Bearbeiten der größeren Blechtafeln erfolgt in Teamarbeit (Installateur und Kollege). Die Bearbeitung der Blechtafeln auf den Arbeitstischen und den Maschinen erfolgt in einer ergonomischen Arbeitshöhe, sodass Zwangshaltungen vermieden werden.

Arbeitsorganisation:

Der Installateur ist behinderungsbedingt bei gewissen Arbeitsaufgaben auf die Hilfe seines Kollegen angewiesen. Außerdem benötigt er zusätzliche Erholungspausen, um die behinderungsbedingt erhöhten Ermüdungserscheinungen auszugleichen. Dies führt zu einer geringeren Arbeitsleistung, die auch nicht durch den Einsatz von Hilfsmitteln ausgeglichen werden kann. Der Arbeitgeber ist bereit den Installateur nicht zu kündigen, wenn die verringerte Leistung (ca. 40 Prozent) und der Betreuungsaufwand (ca. eine Stunde pro Arbeitstag) finanziell ausgeglichen werden.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Knien
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • EFL - wiederholte Kniebeugen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Hocken
  • ERGOS - Knien
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Knien/Hocken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

R/PB4903


Informationsstand: 14.04.2020