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Praxisbeispiel
Arbeits - und barrierefreie Gestaltung für einen querschnittsgelähmten Referendar und späteren Lehrer an einem Gymnasium

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann ist auf die ständige Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Sein Greifraum und seine Mobilität sind behinderungsbedingt eingeschränkt. Hilfsmittel werden benötigt, um beispielsweise die Gestaltung von Tafelbildern zu ermöglichen.

Was wurde gemacht?

Der Lehrer benutzt zur Unterrichtsvorbereitung / -nachbereitung und im Unterricht eine Kombination aus Laptop und Tablet. So ist es ihm möglich die Lerninhalte über einen Beamer und eine Leinwand den Schülerinnen und Schülern darzustellen. Das Tablet ermöglicht es ihm dabei zusätzlich mit einem Eingabestift über den Touchscreen und mit Hilfe einer Texterkennung seine Handschrift oder die der Schülerinnen bzw. Schüler mit dem Beamer auf die Leinwand zu projizieren.
An der Schule steht ihm ein Behindertenparkplatz in der Nähe des Lehrerzimmers zur Verfügung, das er über eine Rampe erreichen kann. Die ihm zugeteilten Unterrichtsräume und die behinderungsgerechte Toilette erreicht er mit dem vorhandenen Aufzug.

Schlagworte und weitere Informationen

Es liegen keine Informationen zur Förderung vor.

Unternehmen:

Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin ist eine Landesregierung.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Während eines Einsatzes als Freiwilliger Feuerwehrmann viel der Mann von einer hohen Leiter und es kam zu einer Querschnittslähmung. Er ist auf die ständige Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Sein Greifraum und seine Mobilität sind behinderungsbedingt eingeschränkt.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann studierte ein Lehramt der Sek. II, das er mit dem 1. Staatsexamen beendete. Nach dem 1. Staatsexamen wechselte er in das zweijährige Referendariat an ein Studienseminar der Sek. II und ein Gymnasium. Nach dem Referendariat erhielt der Mann eine Anstellung bei der Landesregierung bzw. bei dem Gymnasium als Lehrer.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mathematiklehrer bzw. ehemalige Referendar benutzt zur Unterrichtsvorbereitung und -nachbereitung eine Kombination aus Laptop und Tablet. Diese Kombination ermöglicht es ihm die Lerninhalte, anstatt der von ihm nicht nutzbaren Tafel, über einen Beamer und eine Leinwand den Schülerinnen und Schülern darzustellen. Dabei nutzt er nicht nur die Möglichkeit, vorbereitet Inhalte zu präsentieren, sondern auch die Eigenschaft des Tablets mit einem Eingabestift über den Touchscreen und mit Hilfe einer Texterkennung seine Handschrift oder die der Schülerinnen bzw. Schüler mit dem Beamer auf die Leinwand projizieren zu können. Die so erzeugten "Tafelbilder" lassen sich auch speichern, bei Bedarf wieder aufrufen und können kranken Schülerinnen bzw. Schülern nachträglich zur Verfügung gestellt werden. Der Einsatz der Technik sorgt zusätzlich für die Möglichkeit animierte 3D-Schaubilder, beispielsweise von Rotationskörpern, zu zeigen.

Arbeitsorganisation:

Der Mathematiklehrer Unterrichtet überwiegend in Räumen, in denen fest ein Beamer installiert ist und die barrierefrei über den Aufzug erreicht werden können. Zu Unterrichtsbeginn muss erst die Technik aufgebaut werden, d.h. das Tablet muss mit dem Beamer über den Anschluss am Lehrertisch verbunden, die Tafel gesenkt und die Leinwand heruntergelassen werden. Das Senken der Tafel und das Herunterlassen der Leinwand wird von den Schülerinnen und Schülern ausgeführt. Während des Unterrichts bleibt das Tablet auf dem Lehrertisch liegen. Die Schülerinnen und Schüler kommen zum Schreiben auf dem Tablet nach vorn an den Lehrertisch - wie auch sonst beim anderen Lehrpersonal an die Tafel. Für Unterrichtsräume, die nicht über einen Beamer verfügen (z. B. bei Vertretungsstunden in anderen Klassen), nutz er einen kleinen leichten Beamer, den er mit dem Rollstuhl zum entsprechenden Raum transportiert.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Der Referendar legt seinen Arbeitsweg mit einem auf reine Handbedienung (Gas und Bremse) umgebauten Pkw mit Automatikgetriebe zurück. Für das Führen des Autos wurden entsprechende Auflagen von der Führerscheinstelle und dem TÜV gemacht. An der Schule steht ihm ein ausgewiesener Behindertenparkplatz in der Nähe des Eingangs zum Lehrerzimmer zur Verfügung, das er über eine Rampe erreichen kann. Die ihm zugeteilten Unterrichtsräume und die behinderungsgerechte Toilette (mit Waschbecken, Toilette, Stützhandgriffe zum Umsetzen, Notrufanlage usw.) erreicht er mit dem vorhandenen Personenaufzug.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu den Themen Führerschein und Fahrerlaubnisverordnung sowie Fahrschulen für Menschen mit Behinderungen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Toiletten
Waschbecken
Spiegel
Fahrzeugzubehör und -anpassungen
Rollstühle mit beidseitigem Greifreifenantrieb
fest montierte Griffstangen und Stützhandgriffe
stationäre Rampen
Personennotrufsysteme

Förderung und Förderung:
Die medizinische Rehabilitation, der Rollstuhl und der Pkw sowie die Anpassung wurden vom Gemeindeunfallversicherungsverband, wegen des Unfalls während des Einsatzes als Freiwilliger Feuerwehrmann, gefördert. Den kleinen Beamer und das Tablet kaufte sich der damalige Referendar selber, da er sie schnell benötigte und zu dieser Zeit noch keine Erfahrungen zum Einsatz von Tablets mit einer softwaremäßigen Erkennung der Handschrift als Medium zum Unterrichten vorlagen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

Pb/110827


Informationsstand: 26.11.2020