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Praxisbeispiel
Fortbildung einer Goldschmiedin zur Goldschmiedemeisterin

Wo lag die Herausforderung?

Durch eine Hirnhautentzündung wurde die Frau gehörlos, weshalb sie zwar sprechen und Lippenlesen kann, aber hörbare Informationen für sie sichtbar oder tastbar wahrnehmbar sein müssen. Für das Absolvieren ihrer Meisterprüfung waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Sie besuchte, da es keine spezielle Meisterschule für gehörlose Goldschmiede gibt, eine übliche Meisterschule. Drei Lehrer holten mit ihr den Unterrichtsstoff nach, damit sie keinen Nachteil erleidet, da nicht immer auf ihre Behinderung Rücksicht genommen werden konnte. Sie schloss die Meisterprüfung erfolgreich ab und eröffnete anschließend einen eigenen Goldschmiedebetrieb mit Laden und angeschlossener Werkstatt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Kosten für den Einzelunterricht, durch Lehrer einer Berufsschule für Menschen mit Hörschädigung, wurden vom ||Integrations- bzw. Inklusionsamt übernommen, wobei der IFD beratend und unterstützend tätig war
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und von Integrationsfachdiensten.

Arbeitgeber:

Eine Frau mit Gehörlosigkeit beabsichtigt sich, nach einer Fortbildung, mit einem Betrieb selbständig zu machen.

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Die Frau erkrankte als Kind an einer Meningitis (Hirnhautentzündung). Bedingt durch die Hirnhautentzündung wurde sie gehörlos. Sie ist fähig normal zu sprechen und die Lautsprache von den Lippen abzulesen. Hörbare Informationen müssen so verändert werden, dass sie von der Frau optisch oder taktil wahrgenommen werden können.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau ist gelernte Goldschmiedin. Nach mehreren Jahren Berufstätigkeit als Goldschmiedin, entschloss sie sich zu einer Fortbildung zur Goldschmiedemeisterin.
Sie besuchte, da es keine spezielle Meisterschule für gehörlose Goldschmiede bzw. Goldschmiedinnen gibt, eine übliche Meisterschule. Dort war sie die einzige Schülerin mit einer Behinderung bzw. einer Gehörlosigkeit. Dies führte zu Kommunikationsproblemen, denn die Lehrer konnten nicht ständig Rücksicht nehmen und langsamer sprechen oder ihr jede mündliche Äußerung (zum Lesen) verschriftlichen. Die gehörlose Meisterschülerin wandte sich deshalb an den Integrationsfachdienst (IFD) bzw. Fachdienst für Menschen mit Hörbehinderung, der einen Einzelunterricht für sie organisierte. Im Rahmen des Einzelunterrichtes arbeiteten drei Lehrer, einer Berufsschule für Menschen mit Hörschädigung, den Unterrichtsstoff einiger Fächer mit ihr durch. Sie schloss die Meisterprüfung erfolgreich ab und eröffnete anschließend einen eigenen Goldschmiedebetrieb mit Laden und angeschlossener Werkstatt.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu Ausbildungseinrichtungen für gehörlose Menschen.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Führungsfähigkeit
  • IMBA - Gestik/Mimik
  • IMBA - Hören
  • MELBA - Führungsfähigkeit

Referenznummer:

R/PB5297


Informationsstand: 28.10.2019