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Praxisbeispiel Arbeits­platz­gestaltung für zwei Spülkräfte einer Mensa

Wo lag die Herausforderung?

Zwei Spülkräfte der Mensa konnten in der Küche aufgrund ihrer Rückenerkrankung die vielen Teller und auf einmal abzustapelnden Teller an den Spülmaschinen auf Dauer nicht weiter heben und tragen.

Was wurde gemacht?

Es wurden neue Spülanlagen mit vollautomatischen Abstapelvorrichtungen angeschafft. Dadurch entfällt für die beiden Spülkräfte das taktgebundene häufige schwere Heben und Tragen der Tellerstapel.

Schlagworte und weitere Informationen

Die neuen Spülanlagen mit vollautomatischen Abstapelvorrichtungen wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt mit einem Anteil gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein Studierendenwerk einer Universität. Zum Studierendenwerk gehören Mensen, Wohneinrichtungen und Beratungsstellen für die Studierenden.

Behinderung und Beeinträchtigung der ersten Mitarbeiterin:

Die Frau hat seit einem Bandscheibenvorfall eine Rückenerkrankung. Behinderungsbedingt sollte sie deshalb körperlich anstrengende Tätigkeiten, die häufiges Bücken, Heben oder Tragen von Lasten beinhalten vermeiden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 60.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau ist gelernte Einzelhandelskauffrau und arbeitet seit einigen Jahren als Spülkraft in der Mensa des Studierendenwerks.

Behinderung und Beeinträchtigung der zweiten Mitarbeiterin:

Die Frau hat ebenfalls eine Rückenerkrankung und sollte schwere Hebe- und Tragearbeiten vermeiden. Der Grad ihrer Behinderung beträgt 60 (GdB 60).

Beruf:

Die Frau war früher Bürofachhelferin und arbeitet als Spülkraft in der Mensa.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Mensa werden täglich mehrere Tausend Essensportionen ausgegeben. Während der Hauptausgabezeit wurden 80 Prozent der Portionen auf Hartglastellern serviert. In dieser Zeit mussten die beiden Spülkräfte und ihre drei Kolleginnen in der Spülküche mit Hilfe zweier Spülanlagen für die reibungslose Versorgung der Ausgabe mit Geschirr sorgen. Da die verwendeten Hartglasteller ein hohes Eigengewicht hatten, bedingte dies, speziell beim Abstapeln von bis zu 20 Tellern auf einmal, ein ständiges schweres Heben und Tragen von Lasten. Pro Minute mussten die Spülkräfte in der Hauptausgabezeit mehr als 30 Gedecke säubern, in die Spülanlage einsortieren und nach dem Durchlaufen der Spülanlage hinten wieder entnehmen, sortieren und entsprechend abstapeln.
Damit die beiden Spülkräfte weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen konnten, wurden in der Küche neue Spülanlagen mit vollautomatischen Abstapelvorrichtungen installiert. Diese Abstapelvorrichtungen übernehmen für die Spülkräfte das Abstapeln der Hartglasteller in die Wagen. Dadurch entfällt für die beiden Spülkräfte das taktgebundene häufige schwere Heben und Tragen der Tellerstapel.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB5140


Informationsstand: 22.12.2022