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Praxisbeispiel Arbeits­platz­gestaltung für einen Bäckermeister

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann ist Bäckermeister im Betrieb seiner Eltern. Er hat eine Wirbelsäulenerkrankung und zusätzlich noch eine Herz-Kreislauferkrankung. Daher sollten körperlich belastende Tätigkeiten vermieden werden. In der Backstube kam es wegen der älteren Einrichtung und Geräte zu Arbeitsbedingungen, die mit den behinderungsbedingten Einschränkungen nicht weiter vereinbart werden konnten.

Was wurde gemacht?

Um die Belastung zu verringern, wurde ein neuer Stikken-Ofen angeschafft, bei dessen Einsatz es nicht mehr zu erhöhten Belastungen durch das Heben- sowie Tragen und Hitze kommt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Anschaffung des Stikkenofens wurde zu 50 Prozent vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Es handelt sich um eine Bäckerei, die den Eltern eines Mannes mit Schwerbehinderung gehört.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung, die ihn besonders beim Heben und Tragen in bestimmten Körperhaltungen einschränkt. Er sollte auch aufgrund der zusätzlichen Herz-Kreislauferkrankung nicht für körperlich belastende Tätigkeiten eingesetzt werden.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet als Bäckermeister in der Backstube der Bäckerei.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Verkaufsräume des Betriebes wurden bereits modern renoviert und neu ausgestattet. In der Backstube waren jedoch noch ältere, stark energieverbrauchende und wenig bedienungsfreundliche bzw. ergonomisch gestaltete Maschinen sowie Geräte vorhanden, die wegen fehlender finanzieller Mittel nicht ersetzt werden konnten. Insbesondere bei der Beschickung des vorhandenen Etagenofens mussten Gewichte bis zu 40 Kilogramm in einer ergonomisch ungünstigen Körperhaltung gehoben und getragen werden. Weitere Belastungen traten durch die verhältnismäßig lange Verweilzeit in dem hohen Temperaturbereich vor dem Backofen auf. Ein weiterer Nachteil des Etagenofens war die ungleichmäßige Garung der Backwaren durch unterschiedliche Temperaturbereiche in den Etagen. Die Backwaren im hinteren Teil des Ofens wurden wegen der dort herrschenden hohen Temperaturen zuerst fertig und mussten dann mühsam mit einem langen Backschieber einzeln aus dem Ofen geholt werden.
Um die Beschickungs- und Entnahmearbeiten wesentlich zu erleichtern, wurde ein neuer Stikkenofen angeschafft. Bei diesem Ofen werden die vorbereiteten Teiglinge mit einem Backwagen komplett in den Ofen geschoben. Durch drehbare Backebenen (Stikken) wird bei diesem Ofen zudem eine gleichmäßige und gleichzeitige Garung aller eingebrachten Backwaren erzielt. Hierdurch entfällt das mühsame einzelne Entnehmen der fertigen Teile. Die Aufenthaltszeiten im hohen Temperaturbereich vor dem Ofen werden auf ein Minimum reduziert. Schwere Hebe- und Tragearbeiten fallen auch nicht mehr an.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Klima
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB4192


Informationsstand: 15.12.2022