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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Tischler zum Transportieren und Montieren

Wo lag die Herausforderung?

Der Tischler hatte Krebs und kann nach einer Operation nicht mehr für den manuellen Transport und die Montage von schweren Baudelementen, wie beispielsweise Fenster und Türen, eingesetzt werden.

Was wurde gemacht?

Zum Transport und zur Unterstützung bei der Montage von schweren Bauelementen wurde ein Elektro-Litfer mit Vakuumhebeeinrichtung angeschafft, der auch zum Transport von Paletten mit Haken und Hebeband angepasst werden kann. Der Schreiner kann so seine Arbeiten und Aufgaben weiter ohne größere Belastungen auf Dauer ausführen.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Förderung des Elektro-Litfers und Transportanhängers beantragte das Unternehmen bei der eingeschalteten Fachstelle für behinderte Menschen im Arbeitsleben, wobei das Unternehmen als Mitglied durch den Fachverband des Tischlerhandwerks NRW auf den Elektro-Litfer als Hilfsmittel und die Unterstützungsmöglichkeit durch die Fachstelle für behinderte Menschen im Arbeitsleben hingewiesen wurde. Die örtlichen Fachstellen für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben / Beruf existieren so in ihrer Funktion und Verbindung zu den Inklusions- beziehungsweise Integrationsämtern nur in bestimmten Bundesländern. Nach der Antragstellung wurde von der Fachstelle für behinderte Menschen im Arbeitsleben der Technische Beratungsdienst des Inklusions- beziehungsweise Integrationsamtes eingeschaltet, der den Einsatz der Hilfsmittel befürwortete. Die Förderung erfolgte darauf durch die örtliche Fachstelle für behinderte Menschen im Arbeitsleben.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Fachstellen für behinderte Menschen im Beruf und der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Unternehmen:

Die Tischlerei stellt mit ihren 20 Beschäftigten Möbel, Einrichtungselemente aus eigenen Serien sowie Einzelstücke und Bauelemente wie z. B. Fenster, Türen sowie Treppen für den privaten und geschäftlichen Sektor her. Außerdem gehört auch die Planung und die Umsetzung von Raumkonzepten für die Kundschaft in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten aus dem Bereich der Innenarchitektur zum Angebot der Tischlerei. Zur Herstellung der Möbel, Einrichtungselemente und Bauelemente ist die Werkstatt der Tischlerei mit modernen computergesteuerten Maschinen ausgestattet.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann erkrankte an Krebs, der operativ entfernt wurde. Nach der Operation fiel er für mehrere Monte in seinem Beruf aus. Bedingt durch die Krebserkrankung und die operativen Folgen durch den größeren Eingriff, kann er nicht mehr für das manuelle Heben und Tragen von schweren Lasten eingesetzt werden. Bedingt durch seine körperliche Beeinträchtigung ist er schwerbehindert und ihm wurde auf Antrag ein Grad der Behinderung von 70 (GdB 70) zuerkannt.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann absolvierte im Unternehmen eine Ausbildung zum Schreiner und arbeitet dort seit vielen Jahren in seinem erlernten Beruf.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Schreiner arbeitet überwiegend auf den Baustellen der Kundschaft und moniert und baut dort beispielsweise Fenster, Türen und Verkleidungs-/Bodenelemente ein. Die Fenster, Türen und Verkleidungs-/Bodenelemente bzw. Materialien müssen vorher aus der Werkstatt und dem Lagerbereich geholt und auf einen Lastkraftwagen verladen werden. Da der Schreiner die damit verbundenen schweren Hebe- und Tragearbeiten nicht mehr ausführen kann, wurde ein Elektro-Litfer mit Vakuumhebeeinrichtung angeschafft (Bild 1). Er kann für Gewichte bis zu 600 Kilogramm bei eingefahrenem Arm sowie einer maximalen Hub-/Montagehöhe von etwas über vier Metren eingesetzt und alternativ zur Vakuumhebetechnik mit Anschlagsmitteln (Haken mit Kette oder Hebeband) für Paletten umgerüstet werden (Bild 2). Gelenkt, gesteuert und bedient wird er über eine Lenkgabel mit Bedienelementen am Ende des Lenkgriffs oder speziell zum Heben und Positionieren der Lasten per Fernbedienung (Bild 3 und 4). Mit dem Elektro-Litfer kann er die Materialien belastungsarm verladen (Bild 5). An der Baustelle wird dann das Material mit Hilfe des Elektro-Litfers abgeladen. Der Elektro-Litfer wird dazu mittels Transportanhänger zur Baustelle gefahren (Bild 6). Der Elektro-Litfer wird nicht nur zum Be- und Entladen, sondern auch zum Transport der Materialien auf der Baustelle genutzt. Dort wird er dann vom Schreiner ebenfalls zum Positionieren und Halten beispielsweise von schwereren Türen, Fenstern und Verkleidungselementen bei der eigentlichen Montage u. a. auf den eben gelegenen Praxis-, Kanzlei- und Geschäftsbaustellen eingesetzt. Bei höher gelegenen Arbeiten kann beispielsweise der Elektro-Litfer per Kran oder Bauaufzug auf die betreffende Etage zur Unterstützung der Montage befördert werden.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ELA - Bücken/Aufrichten
  • ELA - Heben
  • ELA - Tragen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

PB/111254


Informationsstand: 11.03.2024