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Praxisbeispiel
Eingliederung einer Bürohilfskraft auf einen Nischenarbeitsplatz

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat das Down-Syndrom und sein Auffassungs- und Lernvermögen sind dadurch eingeschränkt. Abläufe sollten deshalb nicht zu häufig wechseln und gut strukturiert sein. Nach dem Abschluss der Förderschule war der Mann arbeitslos.

Was wurde gemacht?

Zunächst wurde der Mann vom Integrationsfachdienst (IFD) für ein Praktikum an eine Stadtverwaltung vermittelt. Als dieses gut verlief wurde dort eine Halbtagsstelle eingerichtet. Diese besteht aus einfachen Nebentätigkeiten, die zuvor von den Fachkräften ausgeführt wurden. Der Mann entlastet nun mit seiner Arbeit die Kolleginnen und Kollegen. Anfangs waren dabei die Aufgaben für ihn sehr schwer. Nach der schrittweisen Einarbeitung und Unterstützung durch den IFD, sind die Kolleginnen und Kollegen mit der Qualität seiner Arbeit sehr zufrieden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die berufliche Teilhabe wurde von der Arbeitsagentur gefördert, d. h. die Dienstleistung durch den IFD und ein Eingliederungs- bzw. Lohnkostenzuschuss für die Stadtverwaltung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Arbeitsagenturen und von Integrationsfachdiensten.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist eine Stadtverwaltung. Sie stellte einen Mitarbeiter mit Schwerbehinderung neu ein, der über einen Integrationsfachdienst (IFD) zunächst für ein Praktikum vermittelt wurde. Einfache Nebentätigkeiten, die sonst mit von Fachkräften ausgeführt werden mussten, fasste die Stadtverwaltung zu einer neuen Halbtagsstelle für den Mitarbeiter bzw. einem Nischenarbeitsplatz zusammen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat das Down-Syndrom und ist geistig behindert. Sein Auffassungs- sowie Lernvermögen und die Fähigkeit Sachverhalte zu analysieren sowie daraus entsprechend gezielte Vorgehensweisen abzuleiten sind eingeschränkt. Abläufe sollten deshalb nicht häufig wechseln und einfach strukturiert sein, um ein selbständiges Arbeiten zu ermöglichen.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann besuchte eine Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung und hat keinen Beruf erlernt. Er war arbeitslos, wurde neu eingestellt und arbeitet seit einiger Zeit bei der Stadtverwaltung als Hilfskraft für das Büro und den Botendienst.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Bei der Stadtverwaltung entlastet die Hilfskraft mehrere Kolleginnen sowie Kollegen und arbeitet überwiegend am Kopierer, Drucker sowie Reißwolf. Zum Teil wird er auch im Bereich des Kulturreferates eingesetzt, um Prospekte zu sortieren, zu falten und an öffentliche Stellen zu bringen. Er ist außerdem viel unterwegs, um Botengänge innerhalb der Stadtverwaltung zu erledigen.
Die neue Halbtagsbeschäftigung und die damit verbundenen Aufgaben waren zu Beginn sehr schwer für die Hilfskraft. Er wurde deshalb schrittweise von den Kolleginnen bzw. Kollegen eingearbeitet und dabei auch vom IFD unterstützt.
Nach drei Monaten äußerten sich die Kolleginnen bzw. Kollegen sehr positiv über ihn und die Qualität seiner Arbeit. Der junge Mann fühlt sich nun, durch seine selbstständige Arbeit, von den Kolleginnen bzw. Kollegen anerkannt und wohl in seinem Job.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Jeden Morgen geht der Mann selbstständig zur Haltestelle und nutzt den Bus für den Weg zur Arbeit. Oft ist er so früh dran, dass er gebremst werden muss, denn so zeitig ist bei der Stadtverwaltung noch niemand da. Um die erforderliche Mobilität zu erreichen, schulte der Integrationsfachdienst ihn im Rahmen eines Mobilitätstrainings.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitsplanung
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)
  • MELBA - Arbeitsplanung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)

Referenznummer:

R/PB0699


Informationsstand: 18.01.2021