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Praxisbeispiel
Inklusion von Menschen bei Vodafon

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
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Wo lag die Herausforderung?

Das Unternehmen versucht den Bedarf an IT-Fachkräften zu decken und geht dabei neue Wege. So werden beispielsweise speziell Menschen mit Autismus, wie dem Asperger-Syndrom, gesucht und für IT-Aufgaben eingesetzt. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Menschen mit Autismus soziale sowie kommunikative Einschränkungen haben und sie Informationen aus ihrer Umwelt nicht nach Relevanz filtern können.

Was wurde gemacht?

Das Vorhaben speziell Menschen mit Autismus für IT-Aufgaben zu beschäftigen wurde zu Beginn über ein Projektmit mit Unterstützung des IT-Dienstleisters auticon gestartet, da noch entsprechende Erfahrungen gesammelt und Vorgehensweisen bestimmt werden mussten. So wird beispielsweise eine Kandidatin oder ein Kandidat speziell ausgesucht, die Führungskräfte und Beschäftigten über die Erkrankung und ihre Auswirkungen informiert und ein Jobcoach beteiligt.

Schlagworte und weitere Informationen

Zur Teilhabe am Arbeitsleben können Unternehmen und Beschäftige mit Behinderung spezielle Leistungen z. B. nach dem SGB III und SGB IX erhalten. Beraten und unterstützt werden sie dabei beispielsweise kostenlos von speziellen Fachdiensten, wie dem Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes / der Bundesagentur für Arbeit und dem Integrationsfachdienst.

Arbeitgeber:

Vodafone Deutschland bietet der Privat- und Geschäftskundschaft Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Datendienste und Breitband-Internet an. Das Diversity-Management bei Vodafone beinhaltet die Leitidee, dass jede Art von Vielfalt die gleiche Wertschätzung erfährt - in Bezug auf das Alter, das Geschlecht, die sexuelle Identität, die Interkulturalität oder eines Handicaps. Dies gilt auch für das Personalmanagement, hier finden die Ziele und Kriterien von Diversity explizite Berücksichtigung bei der Rekrutierung und der Personalentwicklung. So geht das Unternehmen auch neue Wege bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung, z. B. bei Autismus bzw. dem Asperger-Syndrom - zu Beginn in einem Projekt mit Unterstützung des IT-Dienstleisters auticon.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Beschäftigten:

Die Beschäftigten haben das Asperger-Syndrom bzw. eine spezielle Störung aus dem Autismus-Spektrum (ASS), bei dem die autistischen Wesenszüge und Symptome schwächer ausgeprägt sind. Sie haben Einschränkungen mit anderen Menschen sozial (z. B. Verstehen / Einhalten sozialer Regeln, Vermeidung von Körperkontakt, wenig Blickkontakt und schwach entwickeltes Einfühlungsvermögen) sowie kommunikativ (z. B. Nichtverstehen nonverbaler Signale und Smalltalk) zu interagieren und besitzen einen durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Intellekt mit den Fähigkeiten lange aufmerksam bestimmte Tätigkeiten auszuüben und kleine Details zu erkennen.

Ausbildung und Beruf:

Vodafone erhält die vom Unternehmen gesuchten Fachkräfte vom IT-Dienstleister auticon, der gezielt Menschen mit dem Asperger-Syndrom qualifiziert und als Consultants beschäftigt. Allgemein lädt auticon Bewerberinnen und Bewerber zu einer eintägigen Kompetenzanalyse ein, bei der die fachliche Qualifikation, Interessenschwerpunkte und individuellen Stärken sowie Schwächen ermittelt werden. Im Anschluss nehmen die Bewerberinnen und Bewerber in der Regel an einer Vorbereitungsphase teil, in der sowohl fachliche Komponenten als auch soziale Fähigkeiten mit Unterstützung von Jobcoaches geschult werden. Die Dauer und Gestaltung der Vorbereitungsphase hängt dabei von der persönlichen und fachlichen Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber ab, wobei die Vorbereitungsphase bei entsprechenden fachlichen und persönlichen Voraussetzungen auch entfallen kann. Abschließend erfolgt dann die Festanstellung bei auticon und der Einsatz bei der Kundschaft, wie z. B. Vodafone oder im Unternehmen selbst für Aufträge. Im Fall von Vodafone wurden und werden deren Führungskräfte passende Kandidatinnen und Kandidaten vorgestellt. Ein Jobcoach von auticon bereitet die folgenden Gespräche vor, indem die teilnehmenden Führungskräfte im Vorfeld über die individuellen Einschränkungen informiert werden. In der Vorbereitung wird eine wortführende Person bestimmt, sodass sich die Kandidatinnen und Kandidaten nicht auf mehrere neue Gesprächsbeteiligte einstellen müssen. Die Anzahl der teilnehmenden Personen im Gespräch wird zudem möglichst klein gehalten.
Die Kandidatinnen und Kandidaten erhalten außerdem eine genaue Beschreibung der Rahmenbedingungen, unter denen das Gespräch stattfindet (z. B. Beteiligte, Dauer und Fragen), um sich vorbereiten zu können. Sie werden dabei immer von einem Jobcoach begleitet, um ihnen zusätzlich Sicherheit zu geben. So konnten bereits einige Menschen mit Asperger-Syndrom vom Dienstleister auticon bei Vodafone eingesetzt bzw. beschäftigt werden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Beschäftigten sind an Bildschirmarbeitsplätzen im Büro tätig. Dort geben sie beispielsweise Daten ein oder suchen Fehler in Programmen zur Qualitätssicherung. Bei den Aufgaben ist eine starke Aufmerksamkeit über längere Zeiträume erforderlich, um z. B. kleine Details bzw. Fehler zu erkennen, was behinderungsbedingt zu den Stärken bzw. besonderen Fähigkeiten der Beschäftigten gehört.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Kontaktfähigkeit
  • IMBA - Kritikfähigkeit
  • IMBA - Kritisierbarkeit
  • IMBA - Misserfolgstoleranz
  • IMBA - Ordnungsbereitschaft
  • IMBA - Teamarbeit
  • MELBA - Kontaktfähigkeit
  • MELBA - Kritikfähigkeit
  • MELBA - Kritisierbarkeit
  • MELBA - Misserfolgstoleranz
  • MELBA - Ordnungsbereitschaft
  • MELBA - Teamarbeit

Referenznummer:

Pb/110851


Informationsstand: 22.06.2020