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Praxisbeispiel
Von der Werkstatt für behinderte Menschen zum Lagermitarbeiter

Wo lag die Herausforderung?

Behinderungsbedingt fällt es dem Mann schwer schwierige Themen und Inhalte zu erlernen und zu merken. Er benötigte Unterstützung, um später auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten.

Was wurde gemacht?

Nach seiner Schulzeit nahm der Mann an einem Eingangsverfahren in einer Werkstatt für behinderte Menschen teil. Auf Basis seiner Fähigkeiten und Neigungen wurde ein Eingliederungsplan erstellt. Nach weiteren Schulungen und ärztlichen Untersuchungen, absolvierte der Mann eine Ausbildung zum Gabelstaplerfahrer. Nach einigen Monaten als Gabelstaplerfahrer bei der Werkstatt bewarb bewarb er sich bei einem örtlichen Zulieferer und wurde nach einem Praktikum fest angestellt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Kosten für die Ausbildung zum Gabelstaplerfahrer bzw. zum Erhalt des Befähigungsnachweises zum Führen von Flurförderzeugen wurden von der WfbM getragen. Der Arbeitgeber erhielt außerdem vom Integrations- bzw. Inklusionsamt eine Einstellungsprämie und einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe für die Beschäftigung eines ehemaligen Mitarbeiters einer WfbM. Die Gewährung der Einstellungsprämie und des Lohnkostenzuschusses wurden dabei durch spezielle Sonderförderprogramme ermöglicht.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter, Integrationsfachdiensten und von dienstleistenden Unternehmen, die Menschen mit Behinderung zum Gabelstaplerfahrer ausbilden sowie die entsprechenden Prüfungen durchführen.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie. Es beabsichtigt einen Mitarbeiter aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) neu einzustellen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine geistige Behinderung und ist schwerbehindert. Sein Auffassungsvermögen bzw. seine Fähigkeit komplexe Themen sowie Inhalte zu erlernen und sich diese zu merken ist eingeschränkt.

Übergang Schule - Werkstatt für behinderte Menschen - Beruf:

Der Mann verließ als Jugendlicher eine Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ohne Schulabschluss und mit der Beurteilung, dass er durchaus eine Tätigkeit in einer WfbM ausüben könnte. Seine Eltern gingen mit ihm im Anschluss zum Reha-Team der Arbeitsagentur, um sich dort über eventuelle Alternativen zu informieren. Auch die beratende Person des Reha-Teams unterstütze die Aussage bzw. bestätigte die Beurteilung der Förderschule und empfahl eine Beschäftigung in einer wohnortnahen WfbM.
Zu Beginn nahm der Jugendliche drei Monate am Eingangsverfahren in der WfbM teil. Im Eingangsverfahren erfolgte die Feststellung der Neigungen, Leistungsfähigkeit, Eignung sowie Fertigkeiten des Jugendlichen. Auf dieser Basis wurde dann ein entsprechender Eingliederungsplan erstellt. Anschließend wurden im Berufsbildungsbereich zwei Jahre lang seine Fähigkeiten und Fertigkeiten geschult, um später eine Tätigkeit im Arbeitsbereich der WfbM aufnehmen zu können. Nach einigen Jahren im Arbeitsbereich sollte das Aufgabengebiet, auf Wunsch des Mitarbeiters, um den Materialtransport mittels Gabelstapler erweitert werden, um später eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen zu können. Der verantwortliche Gruppenleiter im Arbeitsbereich und der eingeschaltete Integrationsfachdienst hielten dieses Anliegen für möglich. Nach einer arbeitsmedizinischen Grundsatzuntersuchung des Mitarbeiters durch den Betriebsarzt konnte eine Ausbildung zum Fahren von Flurförderzeugen bzw. eines Gabelstaplers erfolgen. Die theoretische und praktische Ausbildung sowie Prüfung erfolgte in der WfbM durch ein externes dienstleistendes Unternehmen. Nach der bestandenen Prüfung bzw. dem Erhalt des Gabelstaplerführerscheins (Befähigungsnachweis zum Führen von Flurförderzeugen) sammelte der Mitarbeiter zunächst in der WfbM einige Monate Praxis im Materialtransport mittels Gabelstapler. Danach erfolgte dann mit Hilfe des Integrationsfachdienstes die Erstellung der Bewerbungsunterlagen, ein Bewerbungstraining und die Vermittlung an den Zulieferbetrieb am Wohnort als Gabelstaplerfahrer und Lagerarbeiter. In einem Praktikum über drei Monate konnte der Mann mit Unterstützung des Integrationsfachdienstes eingearbeitet werden und den Zulieferbetrieb überzeugen. In der Zeit des Praktikums war der Gabelstaplerfahrer vom Status immer noch ein Beschäftigter der WfbM. Nach dem Ende des Praktikums wurde der Gabelstaplerfahrer fest eingestellt.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitsplanung
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)
  • MELBA - Arbeitsplanung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)

Referenznummer:

R/PB0620


Informationsstand: 27.08.2020