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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Monteur

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Sehbehinderung und eine Wirbelsäulenerkrankung. Er sollte nicht für Arbeiten eingesetzt werden bei denen Lasten häufig gehandhabt werden müssen, häufiges Bücken sowie langes Stehen erforderlich ist und hohe Anforderungen an das Sehvermögen gestellt werden, da er optische Informationen nur eingeschränkt wahrnehmen kann. Der Mann arbeitet als Monteur. Seine Tätigkeiten machen ihm behinderungsbedingt zunehmend Probleme und können so nicht weiter ausgeübt werden.

Was wurde gemacht?

Damit der Mann seinen Arbeitsplatz behalten kann, wurde ein Schraubautomat angeschafft, bei dem keine Anforderungen an die Feinmotorik und das Sehvermögen bestehen. Der Automat ist höhenverstellbar und in Kombination mit einem ergonomischen Arbeitsstuhl das Arbeiten im Sitzen problemlos möglich. Folgende Hilfsmittel kamen neben dem Automat zum Einsatz:
- Werkbänke, Schweißtische, Montagetische und Packtische (Montagetische)
- Arbeits- und Bürostühle
- Förderer (Schrauber mit Zuführgerät)
- Hilfsmittel zur Fixierung und Positionierung von Werkstücken und Werkzeugen

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsgestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zu 40 Prozent gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Inklusions- bzw. Integrationsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen stellt Leuchten für Arbeitsräume, Plätze und Straßen her. Im Bereich der Zubehörmontage sind erhebliche Umstrukturierungen notwendig. Diese Umstrukturierungen sind mit einem Personalabbau verbunden. Von dem drohenden Personalabbau ist auch ein Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung betroffen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Sehbehinderung und eine Wirbelsäulenerkrankung. Er sollte nicht für Arbeiten eingesetzt werden bei denen Lasten häufig gehandhabt werden müssen, häufiges Bücken sowie langes Stehen erforderlich ist und hohe Anforderungen an das Sehvermögen gestellt werden, da er optische Informationen nur eingeschränkt wahrnehmen kann.

Beruf:

Der Mann arbeitet als angelernter Monteur beim Unternehmen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Monteur arbeitet im Bereich der Zubehörmontage. Dort schraubt bzw. montiert er im Akkord die Zubehörteile für die Leuchten. Diese Aufgabe erledigt er bisher in einer stehenden Arbeitshaltung an einem Arbeitstisch mit einer entsprechen festen Arbeitsflächenhöhe unter Abdeckung großer Greifräume. Die von ihm zusammenzufügenden und zu verschraubenden Teile sind relativ klein und wiegen maximal 100 Gramm. Je nach Art der Baugruppe werden zwei bis fünf Einzelteile zusammengelegt und durch Schrauben miteinander verbunden. Diese Tätigkeit fordert, neben einer ausgeprägten Feinmotorik der Hände, auch eine erhöhte Anforderung an das Sehvermögen und an die Oberkörperbeweglichkeit. Die Tätigkeit macht dem Monteur behinderungsbedingt zunehmend Probleme und kann so nicht weiter ausgeübt werden.
Um den Arbeitsplatz des Monteurs zu erhalten, wird ein Schraubautomat mit Rundschaltteller eingesetzt. Das eingesetzte System stellt keine hohen Ansprüche an die Feinmotorik und das Sehvermögen, da die Schrauben automatisch zugeführt und die Teile in Vorrichtungen auf den Rundschaltteller eingelegt werden. Der Schraubautomat steht auf einem höhenverstellbaren Montagetisch mit Greifschalen und einem Sichtlagerkasten, die ergonomisch im Greifraum des Mitarbeiters angeordnet sind. Aus den Greifschalen entnimmt der Mitarbeiter die Einzelteile und in den Sichtlagerkasten legt er die verschraubten Teile ab. Der höhenverstellbare Montagetisch ermöglicht, in Verbindung mit einem ergonomischen Arbeitsstuhl, ein Arbeiten im Sitzen oder Stehen. Zur Montage entnimmt der Monteur die Einzelteile aus den Greifschalen und legt sie auf die eine Seite des Rundschalttellers in die Vorrichtungen. Auf der gegenüberliegenden Seite verschraubt er die eingelegten Teile mit einem Elektroschrauber, der über einen Federzug an einem Stativ (Haltevorrichtung für den Elektroschrauber) befestigt ist. Das Stativ wurde im Greifraum des Monteurs am Montagetisch befestigt. Zum Verschrauben zieht der Monteur einfach den im Greifraum am Federzug hängenden Elektroschrauber nach unten zum Rundschaltteller bzw. zu den zu fügenden Teilen und startet den Schraubvorgang - die Schrauben werden dabei automatisch über den Schraubautomaten zugeführt. Nach dem Schraubvorgang entnimmt der Monteur die verschraubten Teile und legt sie in den Sichtlagerkasten ab.
Die Umgestaltung des Montagearbeitsplatzes ist sowohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht als auch behinderungsbedingt notwendig und sinnvoll. An diesem Arbeitsplatz können außerdem problemlos andere Kollegen (zur Vertretung) eingesetzt werden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Sehen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Akkord-/Prämienlohn
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Sehen
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB1818


Informationsstand: 11.01.2021