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Praxisbeispiel
Neueinstellung einer Bürokauffrau bei einem Callcenter

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau ist querschnittgelähmt, weshalb sie einen Rollstuhl nutzen muss und ihr Greifraum sowie ihre Mobilität eingeschränkt sind. Sie wurde neu eingestellt und es ist erforderlich, dass sie ihren Arbeitsplatz selbständig erreichen kann. Auch ihr Arbeitsplatz muss entsprechend angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Der Arbeitsplatz der Frau wurde mit einem höhenverstellbaren und unterfahrbaren Arbeitstisch ausgestattet. Zur Erreichung der Arbeitsstätte, wurde ein behinderungsgerecht angepasstes Auto angeschafft, dass komplett per Hand bedient und gefahren werden kann. Im Gebäude des Callcenters waren schon eine Behindertentoilette und ein Personenaufzug zur Erreichung des Arbeitsplatzes vorhanden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsagentur förderte den Kauf des behinderungsgerechten Autos, wobei hier die Anschaffung des Fahrzeuges an sich bezuschusst und die eigentlich behinderungsrechte Ausstattung voll gefördert wurde. Außerdem förderte die Arbeitsagentur den Erwerb des Führerscheins und zahlte dem Unternehmen einen dreijährigen gestaffelten Lohnkostenzuschuss zur beruflichen Eingliederung. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst der Arbeitsagentur.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein Callcenter. Das Callcenter hat bereits gute Erfahrungen mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung gemacht und ist deshalb bereit in der Zukunft weiter Menschen mit Behinderung einzustellen, wie beispielsweise eine Rollstuhlfahrerin.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Querschnittslähmung und ist auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Ihr Greifraum sowie ihre Mobilität sind eingeschränkt, und sie ist nicht fähig Bedienelemente mit den Füßen zu betätigen.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau absolvierte eine Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Berufsbildungswerk und war danach arbeitslos. Beim Callcenter machte sie ein dreimonatiges Praktikum. Während des Praktikums überzeugte sie durch ihre Qualifikation und Motivation, so dass sie anschließend als Call-Center-Agent bzw. Teilzeitkraft (20 Stunden pro Woche) neu eingestellt wurde.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Mitarbeiterin ist für die telefonische Betreuung der Kundschaft von auftraggebenden Unternehmen zuständig. Sie arbeitet dazu an einem Bildschirmarbeitsplatz im Büro. Zurzeit kümmert sie sich um die Kundschaft eines Unternehmens, das sich mit Systemlotto beschäftigt. In seinem Auftrag ruft sie dessen Kundschaft an, offeriert ihr Angebote, nimmt Reklamationen und Anschriftenänderungen entgegen. Der Arbeitsplatz besitzt einen höhenverstellbaren Arbeitstisch, der mit dem Rollstuhl unterfahren werden kann. Die Arbeitsmittel (PC, Monitor, Tastatur usw.) können so optimal im eingeschränkten Greif- und Sehraum angeordnet werden. Zum Telefonieren benutzt die Mitarbeiterin, wie im Callcenter üblich, ein Head Set (Hör-Sprechgarnitur).

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Der Sanitärbereich des Gebäudes ist bereits behinderungsgerecht eingerichtet (Waschbecken, Toilette, Stützhandgriffe usw.), so dass die Mitarbeiterin diesen ohne Probleme sowie Barrieren nutzen (z. B. beim Umsetzen vom Rollstuhl auf die Toilette) und im Notfall über ein Personennotrufsystem Hilfe rufen kann.
Um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, steht ein behinderungsgerechter Personenaufzug zur Verfügung.
Durch einen speziell umgerüsteten Pkw mit Automatikgetriebe ist die Frau mobil. Der Wagen wurde auf reinen Handbetrieb (Gas und Bremse) umgestellt. Für das Führen des Autos wurden entsprechende Auflagen von der Führerscheinstelle und dem TÜV gemacht.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu den Themen Führerschein und Fahrerlaubnisverordnung sowie Fahrschulen für behinderte Menschen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Treppe steigen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

R/PB5348


Informationsstand: 03.03.2021