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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für eine Sekretärin

Wo lag die Herausforderung?

Die Sekretärin hat eine beidseitige Kniegelenkschädigung und rechtsseitig eine Schultererkrankung. Bedingt durch die Kniegelenkschädigung ist sie gehbehindert und auf die Nutzung einer Unterarmgehstütze angewiesen. Aufgrund der Schultererkrankung kann sie den rechten Arm nur maximal schulterhoch anheben. Sie sollte deshalb nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die eine gewisse Mobilität, das Heben sowie Tragen und die Einnahme bestimmter Körperhaltungen erfordern.

Was wurde gemacht?

Zur ergonomischen Erreichbarkeit von Aktenordnern wurde das hohe Aktenregal im Büro durch ein Umlaufregal ersetzt. Der Transport von mehreren Ordnern wird durch einen Etagenwagen ermöglicht. Und Trackball und Armstützen entlasten bei der Arbeit am Schreibtisch/Computer.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Ausstattung des Arbeitsplatzes mit einem ergonomischen Bürostuhl und elektromotorisch höhenverstellbaren Arbeitstisch wurde früher bereits im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben von der Deutschen Rentenversicherung gefördert. Der Arbeitgeber beantragte später beim Integrationsamt eine Kompensation der außergewöhnlichen Belastung wegen Minderleistung. Im Rahmen der Beratung durch das Integrationsamt (Technischer Beratungsdienst) konnte der Arbeitsplatz behinderungsgerecht gestaltet und die außergewöhnliche Belastung für den Arbeiter kompensiert werden - dabei entstand für den Arbeiter kein wirtschaftlicher Vorteil.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Beratungs- und Fortbildungseinrichtung in kirchlicher Trägerschaft.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine beidseitige Kniegelenkschädigung und rechtsseitig eine Schultererkrankung. Bedingt durch die Kniegelenkschädigung ist sie gehbehindert und auf die Nutzung einer Unterarmgehstütze (links) angewiesen. Aufgrund der Schultererkrankung kann sie den rechten Arm nur maximal schulterhoch anheben. Sie sollte deshalb nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die eine gewisse Mobilität, das Heben sowie Tragen und die Einnahme bestimmter Körperhaltungen erfordern. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70. Der Schwerbehindertenausweis beinhaltet die Merkzeichen G.

Ausbildung und Beruf:

Die ausgebildete Industriekauffrau ist seit mehreren Jahren beim Arbeitgeber als Sekretärin beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die Sekretärin arbeitet in einem Einzelbüro an einem Bildschirmarbeitsplatz mit ergonomischen Bürostuhl und elektromotorisch höhenverstellbaren Arbeitstisch im 1. Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes, welches sie über einen Fahrstuhl erreichen kann. Sie erledigt dort u. a. kaufmännische Arbeiten (z. B. Buchhaltung, Rechnungsbearbeitung) und ist mit der Planung sowie Organisation von Fortbildungen betraut.
Durch die Schultererkrankung und die Nutzung der Unterarmstütze ist es ihr nur möglich, leichte und kleine Gegenstände zu heben und zu tragen. Das Handling der Aktenordner aus und in die Aktenschränke (untere und obere zwei Ebenen) ist ihr nicht selbstständig möglich. Das Arbeiten am PC führt zu einer schnellen Ermüdung des rechten Armes und zur Fingersteifigkeit bzw. zu einem Krampf in der rechten Hand. Handschriftliche Notizen bei Telefonaten sind sehr beschwerlich. Die Vorbereitung und Durchführung des Caterings bei internen Fortbildungsveranstaltungen ist selbstständig nicht möglich, da dies mit längerem Stehen und Gehen in der Küche sowie mit beidhändigen Arbeiten verbunden ist.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Der Aktenschrank im Büro wurde durch einen Büropaternoster (Umlaufregal) ersetzt, der die Entnahme und Ablage der Akten in einer ergonomischen Körperhaltung ermöglicht. Außerdem wurden im Büro am Bildschirmarbeitsplatz zur Entlastung sowie Abstützung der Arme (speziell des rechten Armes) bewegliche Unterarmstützen am Arbeitstisch installiert und zur Reduzierung der Schulter-Armbewegung ein Trackball sowie eine ergonomische Tastatur zur Verfügung gestellt.
Durch den Einsatz eines Etagenwagens mit Handbremsbügel (Totmannbremse - Wagen bremst automatisch beim Loslassen) ist eine Lagerung sowie Bereitstellung und ein Transport möglich. Der Wagen kann gleichzeitig auch zur Vorbereitung des Caterings verwendet werden. Ein Sattelstuhl sorgt als mobile Stehhilfe, beispielsweise in der Küche, zusätzlich für eine Entlastung.
Durch die Umgestaltung des Arbeitsplatzes ist die Sekretärin wieder in die Lage, ihre Arbeitsaufgaben selbstständig zu erledigen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

Pb/110928


Informationsstand: 27.07.2016